Maria verwüstet Puerto Rico

21. September 2017 08:04; Akt: 21.09.2017 11:39 Print

«Menschen dicht gedrängt in Wandschränken»

Hurrikan Maria, der stärkste Sturm seit 1928, hat Puerto Rico als zerstörte Insel hinterlassen. Augenzeugen schildern Dramatisches.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h fegte Hurrikan Maria über Puerto Rico. (Video: Tamedia/AFP/Storyful)
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Dreieinhalb Millionen Einwohner in Puerto Rico sind ohne Strom. Das ganze Ausmass der Zerstörung durch Hurrikan Maria ist deshalb noch unklar. Für den Direktor der Notfallbehörde steht aber schon jetzt fest: «Puerto Rico wird, wenn wir das überstanden haben, definitiv eine zerstörte Insel sein», so Abner Gómez. «Die Informationen, die wir bisher erhalten haben, machen keinen Mut.»

Entsetzt klingt auch Felix Delgado, Bürgermeister von Catano: «Es wird Monate über Monate über Monate über Monate dauern, bis wir uns davon erholt haben», sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur AP. US-Präsident Donald Trump spricht von einem «Monster-Hurrikan».

Maria fegt über die Antillen

Menschen zusammengedrängt in Treppenhäusern

Die Stadt sei überflutet, schilderte eine Augenzeugin in Puerto Ricos Hauptstadt San Juan. Wie eine Bombe habe es getönt, als der Wind die Bäume um ihr Haus zum Umfallen gebracht habe, so Rosanna Cerezo gemäss «NBC News». Entlang des Strandes seien Zementkonstruktionen aus ihren Fundamenten gerissen worden. «Hausdächer sind eingestürzt, Fensterscheiben zerbrochen. Die Menschen befinden sich dicht gedrängt in Treppenhäusern, Wandschränken und Badezimmern.»

Ein Restaurantbesitzer, der in einem Hotel Zuflucht fand, spricht im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP von einem «Desaster». «Wir haben diesen Monat noch kein Geld eingenommen.»

Maria ist der stärkste Sturm in Puerto Rico seit 1928. Er hat die Insel mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern und der Hurrikan-Stufe 4 erreicht. Anschliessend wurde er auf Stufe 2 zurückgestuft, hat aber inzwischen erwartungsgemäss wieder an Kraft zugenommen. Zurzeit hat er Kategorie 3.

16 Todesfälle auf Karibikinseln

Zuvor hatte der Hurrikan schon schwere Verwüstungen auf den Karibikinseln Dominica und Guadeloupe hinterlassen. Die Behörden haben dem Fernsehsender CNN mittlerweile 16 Todesfälle bestätigt.

Als Nächstes trifft Maria auf die Dominikanische Republik. Dort sind die Menschen in Notunterkünfte geflüchtet, ihre Häuser bieten keinen Schutz. «In unserer Gemeinde haben wir keinen Zuflucht, keinen sicheren Schutz. Aber nichts ist zu schwer für Gott, nichts ist unmöglich. Deshalb sind wir hier», sagte eine Frau in einer Notunterkunft gemäss «N24». Die Behörden brachten rund 4000 Touristen von einem Ferienort ganz im Osten in die Hauptstadt Santo Domingo. Ungefähr 100 Flüge wurden gestrichen, der Schulunterricht fiel aus.

Noch unklar ist, ob der Hurrikan am Wochenende das US-Festland erreicht. Vorgänger Irma hatte in Florida bereits grosse Schäden angerichtet.

(kfi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sein am 21.09.2017 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schlimm

    hurrikan, erdbeben... viele menschen die gerade durch die hölle gehen. wünsche allen viel kraft! gegen die natur sind wir machtlos.

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  • Beltran Leyva am 21.09.2017 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Es trifft immer die ärmsten :-(

    die Menschen in Puerto Rico,Kuba,Haiti der Karibik allgemein tun mir sehr leid,sie haben sonst schon nicht viel wenn überhaupt was,und eben kein Geld um das aus eigener Kraft zu stemmen :-( wünsche allen alles gute und hoffe das die welt sie unterstützt!

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  • Helvic am 21.09.2017 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Technik der 40er Jahre

    Das grosse Wehklagen geht wieder los. Aber statt wie jedes mitteleuropäische Land, die elektrischen Leitungen in den Städten dorthin zu verlegen, wo sie hin gehören, nämlich in den Boden und nicht an Dachkäneln und brüchigen Holzmasten, werden die USA auch künftig in dieser Beziehung einem Entwicklungsland unterster Stufe alle Ehre machen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Iris am 07.10.2017 05:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    MIT, statt gegen die Natur leben

    Die Wälder werden abgeholzt, die Böden mit Beton versiegelt und das Meer wird als Abfallkübel missbraucht. Und der geistig arme, rücksichtslose Mensch wundert sich, dass die Natur ausser Rand und Band gerät.

  • Helvic am 21.09.2017 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Technik der 40er Jahre

    Das grosse Wehklagen geht wieder los. Aber statt wie jedes mitteleuropäische Land, die elektrischen Leitungen in den Städten dorthin zu verlegen, wo sie hin gehören, nämlich in den Boden und nicht an Dachkäneln und brüchigen Holzmasten, werden die USA auch künftig in dieser Beziehung einem Entwicklungsland unterster Stufe alle Ehre machen.

    • Alter am 21.09.2017 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Helvic

      Kann mich gut erinnern, als ich Kind war, anfangs 60er Jahre waren Freileitungen in CH normal. Und als das später geändert wurde hat es Riesensummen verschlungen. Woher bitte sollen diese Länder das Geld haben um die wohl nötigen Änderungen zu machen? Aber wer Dachkaenel schreibt und denkt das sei Hochdeutsch hat seine Nase wohl noch nicht weit über Helvetien raus gehalten. Als Einwohner eines der wohlhabensten Länder weltweit kann man eben leicht eine grosse Klappe haben. Anständig ist das aber nicht.

    • Peter am 22.09.2017 05:55 Report Diesen Beitrag melden

      Kosten?

      Geben Sie das Geld dafür? Sie sind so was von realitätsfremd. Das superreiche Mitteleuropa mit den verarmten Karibik zu vergleichen. Selbst die USA kann nicht mit uns mithalten. Die Kabel liegen bei uns auch noch nicht so lange unter der Erde und ist vielerorts auch noch nicht passiert. Ihre Welt scheint nur die paar Quadratmeter ihrer Wohnung zu sein.

    • Susi am 22.09.2017 06:01 Report Diesen Beitrag melden

      Naiv

      Wir wären genauso ohne Strom. Kennen Sie Kraft oder Umspannwerke oder Grossverteiler die unter der Erde liegen? Was ist mit den Funkmasten? Liegen die bei Ihnen auch unter der Erde?

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  • marko 32 am 21.09.2017 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich

  • Fran Cesca am 21.09.2017 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    God is in control

    Matthäus 24 sagt uns voraus, dass Naturkatastrophen, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Hungersnöte, Kriege ausbrechen werden.... Sehet zu, erschrecket nicht...

    • Cartman1993 am 21.09.2017 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fran Cesca

      im laufe der letzten 2000 Jahre gabs wesentlich schliemmere oder/und kurz auf einander folgende Umweltkatastrophen als heute.

    • Alter am 21.09.2017 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fran Cesca

      Was nicht alles in der Bibel steht..... Ist wtwa ao zuverlässig wie Nostradamus.

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  • Zorngibel am 21.09.2017 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So

    Und es geht weiter. Nun zahlen wir den Preis für unsere Arroganz der Natur gegenüber.

    • Sein am 21.09.2017 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zorngibel

      wir bezahlen gerade gar nichts, sondern eh schon die, die wenig haben!

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