Extrem-Fotograf

12. November 2012 17:35; Akt: 12.11.2012 17:37 Print

«Zum Glück fressen Anakondas nur selten»

Franco Banfi gelangen in Brasilien sensationelle Schlangen-Bilder. Den spannendsten Moment aber verpasste er. Der Tessiner über den Schnappschuss des Lebens und Haie, die ihm gefährlich nahe kamen.

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Herr Banfi, wie fühlt man sich, wenn man eine 8 Meter lange und 200 Kilogramm schwere Riesenanakonda direkt vor sich hat?
Franco Banfi: Das Herz schlägt schon etwas schneller. Wirklich Angst hatte ich allerdings nicht – ich wusste ja, dass sie nicht giftig ist.

Aber das Tier hätte Sie locker erwürgen können.
Das stimmt. Zum Glück fressen die Anakondas aber nur zwei, drei Mal jährlich einen richtig grossen Brocken (lacht). Es ist wie bei den meisten Tieren: Wenn man sie nicht stört, lassen sie einen in Ruhe.

Ihr Kollege, ein slowakischer Fotograf, war in dieser Hinsicht aber nicht gerade vorsichtig. Er zog die Schlange am Schwanz.
Das war in der Tat eine unüberlegte Aktion von ihm. Er tat es sogar zwei Mal. Beim zweiten Mal riss die Anakonda ihr Riesenmaul weit auf.

Weshalb gibt es davon kein Foto?
Ich bin wohl selbst mit offenem Mund dagestanden (lacht). Das ging alles so schnell, ich war schlicht nicht darauf vorbereitet. Aber natürlich wurmt es mich ein wenig, die Kamera nicht griffbereit gehabt zu haben.

Sind Sie sonst zufrieden mit dem Trip nach Mato Grosso in Brasilien, wo die spektakulären Bilder entstanden sind?
Es gibt immer Dinge, die man verbessern möchte, aber grundsätzlich kann ich mich glücklich schätzen. Für einen Unterwasserfotograf sind die Sichtverhältnisse entscheidend, die waren gut. Zudem braucht es Glück, die Tiere überhaupt zu finden.

Was wäre für das vollständige Fotografen-Glück denn noch nötig gewesen?
Man hofft als Fotograf immer, die Tiere in Aktion zu erleben, zum Beispiel beim Essen oder beim Kopulieren. Einem brasilianischen Kollegen ist letzthin ein Anakonda-Weibchen, das gerade ein Männchen verschlang, vor die Linse gekommen. Das ist natürlich der Schnappschuss des Lebens.

Welches Foto Ihrer Karriere ist Ihr grösster Stolz?
Wohl auf eines, das ich vor etwa 15 Jahren in Mexiko geschossen habe. Dort sieht man einen Manta-Rochen, der richtig mit der Kamera spielt. Das Foto ging um die halbe Welt.

Sie sind zweifacher Vater. Haben Ihre Kinder nicht Angst, wenn Sie unterwegs sind?
Sie sind mittlerweile erwachsen und haben volles Vertrauen in mich. Zudem tauchen auch sie. Sie wissen, was ich mache – und was nicht.

Wurde es denn in Ihrer Karriere nie richtig gefährlich?
Im Roten Meer war es tatsächlich einmal knapp. Wir wollten Haie fotografieren und haben sie mit Ködern angelockt. Plötzlich schwamm einer direkt auf mich zu. Vermutlich dachte er, dass ich ihm das Fressen streitig machen wolle. Da erschrickt man schon ziemlich.

(fum)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 15.11.2012 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht täuscht es.

    Aber diese Schlange sieht ziemlich vollgefressen aus. Wenn die mal was gefressen haben, brauchen sie ziemlich lange, um zu verdauen. Trotzdem, mit so einer Schlange ist nicht zu spassen.

  • Wayne am 15.11.2012 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Snake the most interesting animals

    Wooow... Hammer Fotos! Für solch ein Erlebnis würde ich auch tauchen gehen, den wer darf schon ein so grosses Tier live sehen? Zudem sind 8m etwas anderes, wie meine 2.5m Schlangen zuhause :D

    • andi am 15.11.2012 18:29 Report Diesen Beitrag melden

      grussig

      Ich hasse schlangen

    einklappen einklappen
  • v.t. am 13.11.2012 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Der Wahnsinn

    Das ist der wahnsinn, ich würde auch gerne mall so eine riesen anacona live sehen. ich beneidige diesen Mann Respect.

  • Wasser Ratte ;-) am 13.11.2012 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rücksicht ist ein Fremdwort...

    Hatte die "Ehre" mit Fanco auf einemTauch-turn auf den Malediven zu tauchen... Dieser Mann wird irgendwann ersaufen, gefressen oder sonst was. Ein totaler Eigenbrödler, sensations geil und rücksichslos mit der Unterwasserwelt und den anderen Tauchern! Was wir uns diese Ferien geärgert haben über sein Verhalten. Aber tolle Fotos konnte er uns zweifelsohne jeden Abend presentieren. (nur schade das die Bild-betrachter selten die Geschichte dahinter mitbekommen)...

  • D.B. / O. am 13.11.2012 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere

    Tolle Fotos. Leider fehlt mir als Amateur oft die Zeit, wochenlang auf die Tiere zu warten und um dann das Foto machen zu können. Wer glaubt, es sei sehr gefährlich, täuscht sich. Gerade bei Schlangen ist das Risiko abschätzbar. Bei Raubkatzen und gewissen Hai-Arten ist das Risiko und Verhalten der Tiere schon schwieriger abzuschätzen.