Flugzeugabsturz in Grönland

13. November 2008 14:19; Akt: 13.11.2008 15:00 Print

Vermisst: Eine Atombombe

Im Januar 1968 gingen bei einem Flugzeugabsturz in Grönland vier Sprengsätze verloren. Wie jetzt bekannt wurde, konnten bislang nur drei davon gefunden werden.

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Vor 40 Jahren hat das US-Militär nach einem Flugzeugabsturz einer B52 in Grönland vier Atombomben verloren, wie kurier.at berichtete.

Zwar behaupte das Pentagon, alle vier Sprengköpfe seien ohne atomare Explosion zerstört worden, jedoch sind jetzt Dokumente aufgetaucht, die belegen, dass eine Bombe bis heute nicht gefunden werden konnte.

Während eines Patrouillenflugs des atomar bewaffneten B52 der US-Airforce Obwohl die Besatzung vor dem Absturz der Maschine die an Bord befindliche Bombe auf «nicht scharf» stellte, wurde das Gebiet rund um die Absturzstelle grossflächig kontaminiert. Bei den Aufräumarbeiten wurden rund 9000 Kubikmeter verseuchter Schnee eingesammelt und per Schiff auf Deponien in den USA gebracht.

Nur drei Bomben gefunden

In einem Interview mit der britischen BBC hat nun einer der dänischen Mitarbeiter von damals behauptet, man habe ihnen erklärt, das Aufsammeln der Überreste sei ungefährlich. Und weil «niemand auf der Stelle tot umgefallen» sei, habe man den Vorgesetzten geglaubt. Eine spezielle Schutzausrüstung habe es für die Dänen nicht gegeben – für die US-Soldaten schon.

Bei den Aufräumarbeiten gelang es den Dänen und Amerikanern, die Überreste von drei Wasserstoffbomben aus dem Eis zu bergen. Das vierte Exemplar, eine B28-Wasserstoffbombe mit 1,1 Megatonnen Sprengkraft, blieb jedoch verschollen, offenbar bis heute.

Gesundheitliche Schäden

Die Dänen, die anderen NATO-Partner und die Aufräumarbeiter wurden über die Vorgänge bewusst im Unklaren gelassen. Zahlreiche Arbeiter berichteten in den Jahren nach dem Unfall über schwere gesundheitliche Probleme. Eine Klage gegen die dänische Regierung hatte allerdings ebenso wenig Erfolg wie eine Petition beim Europäischen Parlament, das sich wegen des Austritts der Grönländer aus der EU im Jahr 1985 für unzuständig erklärte. Der dänische Staat zahlte den Überlebenden 1995 eine bescheidene Entschädigung: umgerechnet 5000 Euro pro Person.