Argentinien

16. Januar 2017 19:53; Akt: 16.01.2017 19:53 Print

Schweizer klaut Wasser für Freizeitpark-Lagune

Ein Schweizer Unternehmer wurde in Argentinien angezeigt, weil er für einen künstlichen See aus einem Fluss Wasser gestohlen haben soll. Beweise dafür liefern Satellitenbilder.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die argentinischen Behörden müssen sich derzeit mit einem kuriosen Fall beschäftigen: Ein Schweizer Unternehmer soll aus dem Fluss Atuel im Süden des Landes Wasser gestohlen haben. Damit füllte er seine künstliche Lagune, die rund einen Kilometer vom Fluss entfernt in der Provinz Mendoza liegt.

Der Schweizer ist Eigentümer des Unternehmens El Cable Wakepark, einem Wassersport-Park bei San Rafael. Nebst des rund 200 Meter langen Privatsees gibt es ein weiteres Gewässer mit einer Anlage für Wakeboarder. Daneben gibt es ausserdem einen BMX-Track, Verpflegungsstände und Livemusik. Im Internet wirbt das Unternehmen damit, besonders ökologisch zu sein.

Umleitung in den See und wieder zurück

Doch am Freitag entdeckten Inspektoren vor Ort, dass illegal Wasser aus dem Fluss entnommen wird. Derzeit würden die Beweise noch analysiert. Dazu zählen etwa Fotografien und Satellitenbilder von Google Earth, auf denen ein rund zwei Kilometer langer Kanal im Boden zwischen Fluss und künstlicher Lagune zu erkennen sei, berichtet die argentinische Nachrichtenagentur Télam.

Laut Télam werde der künstliche See vom Wasser des Flusses gespeist. Dieses werde aber wieder zurück in den Atual geleitet.

Anzeige eingereicht

Der Schweizer sei aufgefordert worden, unverzüglich den Diebstahl des Wassers zu stoppen und den Kanal dichtzumachen, teilten die Behörden mit. Ansonsten werde er gebüsst. Grund für die strikten Gesetze: Der illegale Kanal führe zu grossen Schäden, da er Probleme bei der Wasserversorgung der Bevölkerung verursache. Weil der Fluss zwischen zwei Provinzen verläuft, kommt es immer wieder zu Konflikten bei der Wasserverteilung. Landwirte sind jedoch für die Bewässerung ihrer Felder auf das Wasser des Atuel angewiesen.

Auf die Ermahnung der Behörden hat der Schweizer Unternehmer offenbar nicht reagiert. Am Sonntag teilte das zuständige Departement mit, dass eine Anzeige gegen den Schweizer eingereicht worden sei, berichtet Télam.

(vro)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aqua Man am 16.01.2017 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Über dem Gesetz

    Keine Angst da passiert nichts, Nestlé macht das schon jahrelang.

    einklappen einklappen
  • Ich am 16.01.2017 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wasser

    Die mit Abstand wertvollste Ressource des Planeten.

    einklappen einklappen
  • carlos zapato am 16.01.2017 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Geografie geschwänzt?

    Mendoza liegt nicht im Süden, sondern ziemlich mitten im Land. Fast auf gleicher Höhe wie BA.

Die neusten Leser-Kommentare

  • officialpiranha am 17.01.2017 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nix passiert

    Konflikte über die Wassernutzung sind da nicht selten, und passieren tut kaum etwas.

  • wenn das am 17.01.2017 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so ist

    wenn das so ist hätte ich gerne pro jahr 2 milliarden von bill gates ende jahr gebe ich es ihm zurück vom zins kann ich leben

  • Emanuel am 17.01.2017 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Wo was zu holen ist, holt man es.

    Sieht ja nach mega Freizeitpark aus. Da wollte ich schon immer hin (grins). Ernst. Früher mussten Europäische Kreuzfahrtschiffe der Ägyptischen Umweltbehörde Schadenersatz bezahlen, wenn sie vor Ägypten auf Grund gelaufen sind, weil sie das Naturschutzgebiet beschädigten. Tja, war wohl eine nette Geldquelle und die dummen Europäer glaubten es noch.

    • P.H. am 17.01.2017 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Emanuel

      Wenn ein Schiff auf Grund läuft macht das ja allemal Sinn. Wieviele sind denn auf Grund gelaufen nähme mich da mehr wunder?

    einklappen einklappen
  • ... am 17.01.2017 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Also eigentlich ist das ein umgeleiteter,des durch flusses. Wie kann etwas ein diebstahl sein wenn am schluss die gleiche menge im grossen becken landet?

    • Überlegter Denker am 17.01.2017 12:52 Report Diesen Beitrag melden

      Mal überlegen

      Und die Menge Wasser, die sich nun im Becken befindet, ist aus dem Nichts entstanden?

    • ... am 17.01.2017 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Überlegter Denker

      Neu logo nicht. Geld ist auch aus dem nichts entstanden... das banken generieren. Dort stöhrt sich doch auch niemand, das es mehr geld hat als die reale wert abdeckung? Es fliesst ja über ein überlauf wider in den fluss...

    einklappen einklappen
  • Argentinentios am 17.01.2017 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Korruption in Argentinien

    Hier geht es nicht ums Wasser, sondern darum, dass ein ausländischer Unternehmer seine Schutzsteuer nicht an die lokalen Politiker entrichtet.

    • Egon am 17.01.2017 11:44 Report Diesen Beitrag melden

      rgentinentios

      und jetzt stellt euch das geschrei vor wenn ein zb.: Kosovare in der schweiz an den behörden vorbei 1000de liter wasser "klaut"... 90% würden gleich mal die ausschaffungs keule schwingen... aber eben was erlauben argentienen gegen einen schweizer vorzugehen... als schweizer steht man doch über dem gesetz...NICHT!

    einklappen einklappen