Heikle Heimreise

21. März 2017 06:34; Akt: 21.03.2017 07:21 Print

Kommt Polanski in den USA wieder vor Gericht?

1989 war er vor seiner Strafe geflüchtet. 28 Jahre später möchte Regisseur Roman Polanski nach Los Angeles zurückkehren. Sein Anwalt versucht zu klären, was seinen Mandanten dort erwartet.

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Derzeit in der Schweiz: Roman Polanski besucht das Zurich Film Festival. (2. Oktober 2017) Ihr Fall ist bereits verjährt: «Robin» (rechts) mit ihrer Anwältin in Los Angeles. (15. August 2017) Beabsichtigt nach Los Angeles zu reisen: Regisseur Roman Polanski war seit vielen Jahren nicht mehr in den USA. (25. Februar 2015) Polanskis Anwalt Harland Braun will wissen, was sein Mandant bei einer Rückkehr zu befürchten hat. Er argumentierte, dass Polanski schon 1978 eine Strafe in den USA verbüsst und 2009 und 2010 zudem weitere Monate unter Hausarrest in der Schweiz verbracht habe. (20. März 2017) Die stellvertretende Bezirksstaatsanwältin Michele Hanisee will, dass Polanski vor Gericht erscheint, um die Vorwürfe gegen ihn beizulegen. (20. März 2017) Richter Scott M. Gordon lässt sich am Gericht in Los Angeles nicht in die Karten blicken. Er werde eine schriftliche Anordnung herausgeben, erklärte er. (20. März 2017) Die US-Justiz wirft Roman Polanski vor, eine 13-Jährige vergewaltigt zu haben: Der Regisseur an einer Pressekonferenz in Katowice, Polen. (24. Mai 2016) Wurde in Krakau verhört: Roman Polanski nach einem Besuch beim Stadtrat von Krakau. (15. Januar 2015) Richter Dariusz Mazur bei der Anhörung im Bezirksgericht Krakau (30. Oktober 2015) Sie wurde 1977 als 13-Jährige von Roman Polanski vergewaltigt, nun hat sie ihre Autobiografie geschrieben: Samantha Geimer 2008 an einer Premiere eines Dokumentarfilms über das Polanski-Verfahren. Die Zeit danach empfand sie als noch schlimmer als die Tat an sich: Samantha Geimer als Teenager. Vor Gericht: Roman Polanski am 29. März 1977 in Los Angeles. Er flüchtet vor der US-Justiz nach Frankreich, wo er Staatsbürger ist und deshalb nicht an die USA ausgeliefert werden kann. Ihr wird bis heute vorgeworfen, ihre Tochter verschachert zu haben: Samantha Geimers Mutter Susan Gailey begleitet sie an die Premiere des Dokumentarfilms über den Fall Polanski, Mai 2008. Die Schweiz schreitet ein: Am 26. September 2009 wird der Regisseur bei seiner Einreise in Zürich aufgrund eines internationalen Haftbefehls von 2005 verhaftet. Er hätte am Zurich Film Festival den Preis für sein Lebenswerk erhalten sollen. «Free Polanski»: Aus der Filmszene werden Proteste laut. (26. September 2009) Die Kameras sind bereit: Die Medien positionieren sich vor dem Bezirksgefängnis in Winterthur, wo Polanski am vermutet wird. Trügerisches Idyll: Am tauscht Polanski das Gefängnis gegen den elektronisch überwachten Hausarrest, den er in seinem Chalet in Gstaad fristet. Hinter dem Vorhang: Polanskis Sohn Elvis schaut aus dem Fenster des Gstaader Chalets. (5. Dezember 2009) Überwacht: Der Filmemacher auf seinem Balkon in Gstaad. (24. April 2010) Am 12. Juni 2010 lehnen die Schweizer Behörden den Auslieferungsantrag an die USA ab und heben Polanskis Hausarrest auf. Im September 2010 holt der Filmemacher den Preis ab, der ihm zwei Jahre zuvor am Zurich Film Festival hätte überreicht werden sollen. Fototermin: Polanski Ende Mai 2013 in Cannes bei der Promotion seines neuen Films «Venus in Fur». Inzwischen ist er 80 Jahre alt: Der Filmemacher mit seiner Frau, der französischen Schauspielerin Emmanuelle Seigner, am 27. August 2013 in Paris.

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Ein Anwalt Roman Polanskis will von einem Richter Hinweise darüber, wie der Regisseur im Falle einer Rückkehr nach Los Angeles zur Beilegung seines Verfahrens um sexuellen Missbrauch bestraft würde. Polanskis Anwalt Harland Braun sagte am Montag, er wolle eine Lösung für einen einzigartigen Fall finden. Die Staatsanwaltschaft warf dem Oscar-Gewinner Polanski vor, sich um eine Sonderbehandlung zu bemühen.

Richter Scott Gordon hörte Argumente in dem Fall an, machte zunächst aber keine Angaben dazu, wie er urteilen wird. Er werde eine schriftliche Anordnung herausgeben, erklärte er. Die Anhörung markierte das erste Mal seit sieben Jahren, dass ein Richter in Los Angeles sich mit dem Fall Polanski beschäftigte.

1989 aus Los Angeles geflüchtet

Dieser geht auf das Jahr 1977 zurück. Polanski wurde vorgeworfen, ein 13-jähriges Mädchen mit Sekt und einem Teil einer Beruhigungstablette gefügig gemacht und es anschliessend im Haus von Schauspieler Jack Nicholson vergewaltigt zu haben. Polanski bekannte sich schuldig, illegal Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben. Er flüchtete aber vor der Verkündung seines Strafmasses 1989 aus Los Angeles.

Die stellvertretende Bezirksstaatsanwältin Michele Hanisee sagte, Polanski müsse vor Gericht erscheinen, um die Vorwürfe gegen ihn beizulegen. Braun sagte, Polanski habe seine Strafe bereits verbüsst, zum Teil dadurch, dass er im Rahmen eines gescheiterten Auslieferungsverfahrens aus der Schweiz 2010 335 Tage im Gefängnis und unter Hausarrest verbrachte.

(foa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lila am 21.03.2017 07:26 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich wird z. Rechenschaft gezogen

    "Kommt Polanski in den USA wieder vor Gericht?" NA HOFFENTLICH! Eine Vergewaltigung ist kein Spiel

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  • JAYonly am 21.03.2017 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unschuldig?

    dass ich nicht lache. er soll wie jeder andere der nicht über die finanziellen mittel verfügt um abzuhauen dafür gerade stehen. obwohl ich seine Filme schätze. ER HAT EINE 13 JÄHRIGE VERGEWALTIGT!!!

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  • Marc am 21.03.2017 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schaut das Oscar Video

    Hollywood gibt ihm eine Standing Ovation und Harrison Ford, welcher den Sieger verkündete steht mit ratloser Mine da und versteht die Welt nicht mehr.

Die neusten Leser-Kommentare

  • U. S. am 21.03.2017 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    the end

    Vergewaltigung ist ein grosses und nicht wiedergutzumachender Verbrechen. Hier ist aber nicht der Fall! Die Frau (damals 13) hat ihn bereits vergeben, aber der Sex mit mind. ist halt ein offizialdelikt und es benötigt keine Anzeige dami StA. aktiv wird. Möge es bald ein einidermassen gerechte ende haben...

  • wednesday am 21.03.2017 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geflohener Straftäter.

    Er holte sie von zuhause ab für ein Fotoshooting in der leeren Villa von Nicholson und gab ihr zur Entspannung einpaar Gläser Champagner und eine Tablette. Er war der Erwachsene sie das Kind, er ist in sie eingedrungen. Er bekennte sich schuldig zum Sex mit der 13-Jährigen und sass 42 Tage in U-Haft. Dass er fliehen konnte und floh als der Deal zwischen Verteidigung und Anklage platzte, ist der eigentliche Skandal. Dieses nicht ausliefern eines Staatsbürgers der in einem anderen Land ein Verbrechen begangen hat, da fehlen einem manchmal die Worte.

  • webarch am 21.03.2017 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verurteilen, gefängnis - das einzig richtige

    eine 13. jährige vergewaltigen, vor der festnahme flüchten. so eine person gehört verurteilt und ins gefängnis gesteckt, wie es die gesetze es vorsehen. es kann ja nicht sein, nur weil er ein weltbekannter ist, dass dieser eine sonderbehandlung bekommt. versteh es so oder so nicht, wieso er sich solange vor dem gefängnis drücken konnte.

  • Justizia am 21.03.2017 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gerechtigkeit

    Ich würde es anstelle der USA so machen: Freie Einreise zusichern - Einreisen lassen - Festnehmen - Verknacken... Alles andere ist ein Hohn gegenüber dem Rechtsstaat und eine nicht endende Geschichte ohne Gerechtigkeit!

  • Hmm am 21.03.2017 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohl wieder der altbekannte Promi Bonus

    Der Normalbürger währe abgeschoben werden und würde im Knast sitzen! Und scheinbar finden dass die Leute oky, dass es diesen Promi Bonus gibt. Lieber einen unbekannten niemand als Bestie hinzustellen und mit der Todesstrafe drohen, als ein intelligenter, angesehener Promi. Der wohl sowieso unschuldig ist, kann ja passieren die Pille in dass falsche Glass geworfen, dass mädel ging sich ausruhen, er schaute ob alles in Ordnung ist, rutschte aus und landete unverhofft auf dem mädel.