Geschmacklos

26. März 2012 21:59; Akt: 26.03.2012 21:59 Print

Hitler wirbt für Männer-Shampoo

Eine Kosmetikfirma macht im türkischen Staatsfernsehen Werbung mit Adolf Hitler. Nicht nur die jüdische Gemeinschaft schäumt vor Wut.

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen
Wer versteht hier Spass? (YouTube) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

«Warum benützt du Frauen Shampoo, wenn du kein Frauenkleid trägst,» schreit Adolf Hitler, der Nazi-Massenmörder des 20. Jahrhunderts, ins Mikrofon. Auf Türkisch mit falschen deutschen Untertitel: «Ecter Mann benützt Biomen!» Hä?

Die zwölfsekündige Sequenz des historischen Materials ist ein Werbespot, der derzeit im türkischen Staatsfernsehen läuft. Nun hat er das Internet erobert. Geworben wird, man ahnts, für Männer-Shampoo. Der Clip ist weder irrsinnig lustig noch schrecklich originell, doch was sich die Macher damit erhofften, hat voll eingeschlagen. Der kontroverse Spot erhitzt weltweit die Gemüter, und das Produkt erhält so die mediale Aufmerksamkeit. Bingo!

Vor allem die jüdische Gemeinschaft kritisiert die Werbekampagne mit Hitler aufs Schärfste. Sie fordert von den Machern eine öffentliche Entschuldigung. Hitler sei verantwortlich für den Tod von Millionen Menschen. Mit Hitler zu werben, sei vollkommen inakzeptabel.

Banalisierung eines Massenmörders

Auch aus den USA kommt Kritik: Die Verwendung des authentischen Hitler-Materials sei ein «ekelhafter und bedauernswerter Reklametrick», sagte der Vorsitzende der US-Anti-Defamation League, die sich gegen Antisemitismus stark macht. Man werde sich beim türkischen Botschafter in Washington beschwerden, lässt er auf «krone.at» verlauten. Türkische Medien sind ebenfalls empört. Doch dies lässt das türkische Staatsfernsehen kalt; es weigert sich, den Spot abzusetzen.

Hitler, Holocaust und Werbung – eine unheilige Allianz. Anfang 2012 warb ein Fitnesscenter in Dubai mit einem Bild vom KZ Auschwitz («Küss deine Kalorien zum Abschied»). In Italien wurde für einen Hitler-Schnaps und -Wein geworben. Und ein Voralberger Getränkehändler bot im vergangenen Dezember Wein und Schnaps mit Hitler-Etiketten an. Die Banalisierung eines Schlächters bleibt ein umstrittenes Werbekonzept.

(kub)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Denker am 30.03.2012 00:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorry, aber Hitler...

    ... ist nicht witzig! wie einfallslos muss man als Werber eigentlich sein, um solchen ururururalten Kuchen wieder aufzufrischen???

  • Mr Gut am 27.03.2012 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Echt coole werbung. Aber ich verstehe es nicht warum so viele Leute das schlecht finden. 1. Hitler ist tot 2. Ist das vergangenheit 3. Hitler war nicht der schlimmste es gibt viel schlimmere. 4. Was geschehen ist ist geschehen.

  • Buur am 27.03.2012 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anderes

    Also ich finde die Werbung lustig, mal was anderes

  • Stefan am 27.03.2012 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Also ich finds...

    ...sehr amüsant. Meine Güte dass sogar in der Schweiz ein solches traritrara gemacht wird deswegen. hitler ist tot. Unsere Generation hat damit nichts mehr zu tun. Ausserdem denke ich sehr wohl, dass ein durchschnittlich intelligenter Mensch doch unterscheiden kann was nun ernst und was Parodie ist...

  • Jacky am 27.03.2012 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Humor

    Überlegt doch mal.. Es wird ja keine Propaganda für Hitler gemact. Durch die Spotts wird er ins lächerliche gezogen. Das hat nichts mit Judenhass zu tun. Das mindert doch eher die Angst vor Hitler. Was geschehen ist, ist wirklich sehr schlimm und dass soll nicht so einfach vergessen werden. Ich finde aber Humor eine gute Form der Aufarbeitung.