MeteoSchweiz vs. Kachelmann

28. August 2011 15:33; Akt: 28.08.2011 15:33 Print

«Ohne Warnung hätte es auch Kritik gehagelt»

Jörg Kachelmann hat mit seiner Kritik an MeteoSchweiz eine Diskussion ausgelöst. Die Sturmwarnung sei stümperhaft gewesen, finden die einen Leser. Lieber einmal zu viel warnen, die anderen.

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Schnee in Sufers am San Bernardino. Am San Bernardino sind die Strassen schneebedeckt. Autos kommen kaum mehr weiter. Jedenfalls nicht ohne Hilfe. Den Splügen mit dem Velo zu befahren ist heute sicher keine gute Idee. Dasselbe Bild am Oberalppass. Der Schnee besetzt den Sitzplatz. Auch in Diesentis liegt Schnee. 27. August 2011: Der http://www.20min.ch/diashow/39806/regenbogenhofwil-cb8c66b0e62f7572a7a2ad6d56308bc4.jpgSchnee ist zurück. Diverse Schweizer Pässe sind schneebedeckt. Ganz anders in Hofwil bei Münchenbuchsee BE: Um 8 Uhr am Morgen zeigte sich dieser Regenbogen. In Hergiswil ist ein Haus nach einem Blitzeinschlag in Brand geraten. Der Sommer ist vorerst vorbei. In der Nacht tobte ein Gewitter über der Schweiz. Ein zweiter Lothar wurde es aber nicht. Grössere Schäden blieben aus. Blitze und Donner gingen nieder. Trotzdem richtete der Wind teilweise Schaden an. Die Prognosen waren düster. Am 26.8.2011 hat der Bund erstmals eine Unwetter-Warnung herausgegeben. Erste Gewitterwolken ziehen auf. Der heftige Wind bläst Fahrräder in Winterthur um. In Buchs hat es gehagelt. Wegen starker Böen wurde im Lido Luzern ein Baum entwurzelt. Nur dank den anderen Bäumen stürzte er nicht auf den Spielplatz. Bei einem ICN sind die Unwetterschäden deutlich zu sehen. In Grenchen hiess es daher für den Zug: Endstation. Der Thunersee verfärbte sich wegen des Gewitters braun. Im Jura zieht der Sturm auf. Auch im Kanton Solothurn brauen sich Gewitterwolken zusammen... ...über Tuggen ebenfalls. Der Sturm in Inwil. Es fallen bereits grosse Hagelkörner. In Binningen regnet es heftig.

Schnee statt Sturm: Das Wetter am 26. August 2011 hat zum Knatsch zwischen Jörg Kachelmann und MeteoSchweiz geführt. Die Wetterzentrale des Bundes warnte vor einem Sturm der Stufe 4 - «eine groteske Fehleinschätzung», findet Kachelmann.

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Für die Sturmwarnung von Meteoschweiz und dem Bund am Freitag hat es Kritik gehagelt: «Diese Wetterprognose war eine groteske Fehlleistung», kritisiert Jörg Kachelmann gewohnt unverblümt in der SonntagsZeitung. Und Kollege Peter Wick von Meteonews doppelte im «Sonntagsblick» nach: «Es scheint, dass sich MeteoSchweiz eine Übung auf Kosten und auf den Schultern der Bevölkerung erlaubt hat.» Der Wetterdienst des Bundes hatte am Freitag erstmals eine Unwetterwarnung der Stufe 4 heraus, die über Fernsehen und Radio verbreitet werden muss. Zwar kam der Schnee, der grosse Sturm blieb aber aus. Die Fehleinschätzung und die Kritik lösten unter den Lesern von 20 Minuten Online eine heftige Diskussion aus. MeteoSchweiz kam dabei nicht gut weg.

Leser Dan M. etwa findet, dass die Warnung ein Beweis dafür sei, «dass Bundesorganisationen stümperhaft arbeiten und nur viel kosten». Er würde deshalb gleich zum drastischen Mittel greifen und «MeteoSchweiz schliessen». Fredi S. hat selbst etwas den Wetterfrosch gespielt und den Tag vor dem Wetter-Radar verbracht. «Und habe um 15 Uhr gesehen, das etwas nicht stimmen konnte. Die Gewitterwolken zogen bei Basel nach Deutschland weiter. (…) Das hätte MeteoSchweiz auch erkennen sollen.» Leser «Wanderer» fühlt sich durch die kritisierte Vorhersage in seiner Beobachtung bestätigt, dass «die Prognosen von Kachelmann besser sind». Er empfiehlt: «Keine Wandertour ohne Kachelmann-Prognose!»

«Unwetterwarnung? Ich habe keine Unwetterwarnung mitbekommen»

Peter findet, dass es keine Kunst sei im Nachhinein zu sagen, dass es nicht so schlimm komme. «Lieber eine Warnung zu viel als zu wenig.» Sein Urteil deshalb: «Gute Sache, MeteoSchweiz.» Unterstützung erhält er von Reto Steinhauser, der auf die Schwierigkeit der genauen Prognosen hinweist und Kachelmann rät, ruhig zu sein. «Eine meteorologische Fehleinschätzung ist immer möglich. Auch bei ihm», schreibt Steinhauser. «Sind wir doch froh, dass der grosse Sturm ausblieb.»

Leser «Mr. Doom» findet die Prognose gar nicht so falsch: «Ich wollte dieses Wochenende in die Berge. Ich war froh, dass die Warnung kam, weil dort hin wollte, wo es letztlich dann geschneit hat.» Walter Fuchs rät zu mehr Gelassenheit und fragt: «Na und? Schaden gab es ja keinen.» Was die Damen und Herren vom Restaurant Sonne allerdings nicht unterschreiben würden. Sie führen ein Restaurant mit riesiger Terrasse und erhielten aufgrund der Wetterprognose viele Absagen. «Und was passierte? Nichts - einfach lächerlich. Wir erwarten Schadensersatz!» Kohle wird es für den Schnee vom Freitag ganz sicher nicht geben. Der «Wetterfrosch» mahnt aber vor der «typisch schweizerischen» Reaktion: «Wäre der Sturm heftig gewesen und wäre nicht gewarnt worden, hätte es auch Kritik gehagelt.»

Es scheint, also Leser Rene Baumberger im Wetter-Chaos vom Freitag am besten davon gekommen ist: «Unwetterwarnung», schreibt er, «ich habe weder eine Unwetterwarnung im Radio gehört, noch im Fernsehen gesehen.»

(amc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Simone Betschart am 28.08.2011 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    ... Und wenn niemand etwas gesagt hätte, hätte man(n) meteoschweiz auch hoch genommen! Lieber einmal mehr als einmal zuwenige info's.

  • Micha R. am 28.08.2011 14:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist schlimm?

    Lieber einmal zu viel warnen!!!

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  • Oliver Zaugg am 28.08.2011 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Meckern kann er besser machen nicht!

    Ich finde es unfassbar das es Leute gibt die dauernd alles runtermachen müssen. Hätte es keine Warnung gegeben und es wäre irgendwo ein Ast auf ein Auto geknallt oder schlimmer wären genau diese Leute wieder am rummaulen das man doch hätte warnen müssen. Liebe einmal zuviel, als einmal zu wenig, oder?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Susanne am 30.08.2011 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Nachhinein:

    Wenn schon hätten Sie, Herr Kachelmann, diese Meldung vorher von sich geben müssen, sicherlich nicht nachher! So schlau sind ALLE Besserwisser, nach dem Motto: Regnet es im mai - ist der April vorbei !!!

    • Rolf Feldmann am 31.08.2011 17:11 Report Diesen Beitrag melden

      Rolf

      Ähm, auf Twitter schrieb Kachelmann bereits am Freitag, dass die Unwettermeldung von MeteoSchweiz völlig übertrieben war und die Wettersituation falsch eingeschätzt wurde... UND klar in der Zeitung erscheint ein Interview im im Nachhinein ;-)

    • maja naef am 07.10.2011 15:53 Report Diesen Beitrag melden

      Ungerecht

      Susanne Herr Kachelmann ist einer der besten Wetterfröschen die wir haben. Auf ihn konnte ich mich immer verlassen. Es ist möglich, dass sie ihn nicht mögen, ihm aber seine Topfähigkeiten abzusprechen ist einfach nur ....

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  • Antoinette Schmid am 30.08.2011 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    lieber so als andersrum

    hätten sie nicht gewrnt und es wäre gröber gekommen, dann könnte Kachelmann und die andern kritisieren. So ist es doch besser. Im Nachhinein sond doch eh alle immer gescheiter und der Kachelmann...was will der überhaupt noch.

  • marilena am 30.08.2011 07:37 Report Diesen Beitrag melden

    wer will kachelmann schon hören?

    Wer will den schon Kachelmann hören, braucht er Publicity? Er muss sich wohl wieder in Spiel bringen! lieber einmal zu viel als bei zu wenig, nachher den Schaden haben.

  • Veronica Montoya am 30.08.2011 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    Meteo ist seriös!

    Im nachhinein kann man's (Kachelmann) immer besser wissen. Muss er seine Firma wieder ins Spiel bringen, oder was soll das. Lieber einen Warnung zuviel und es kommt dann nichts als keinen Mut und Duckmäusserisch verharmlosen und dann kommt der Sturm dann doch! Ich betrachte Meteo als seriös und kompetent. Weiter so

  • daniel Brogle am 29.08.2011 20:49 Report Diesen Beitrag melden

    Armer Kachelmann

    Wenn man die letzten Wochen betrachtet, wurden die Vorhersagen immer schwieriger, es sind manchmal einfach zu viele Parameter um eine Genau Voraussage zu machen. Kachelmann versucht doch nur sein Image aufzupolieren. Meteo ist Seriös und sehr informativ.