Menschliche Gesten

06. Januar 2016 07:40; Akt: 06.01.2016 07:50 Print

20 Geschichten, die ans Herz gehen

Das vergangene Jahr hat der Welt viele herzerwärmende Schicksale geschenkt. Das sind die 20 schönsten Geschichten.

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Am 25. September nimmt sich ein Mitarbeiter in einem McDonald's-Restaurant in Chicago Zeit, um einem Kunden im Rollstuhl das Essen kleinzuschneiden. Destiny Carrero machte heimlich ein Foto von dem Moment und postete es auf Facebook. Nachdem ein Sturm im irischen Killorglin in Kerry County am 6. Dezember die Absperrung eines Esel-Geheges wegfegt, verläuft sich Esel Mike im Hochwassergebiet. Tief im Schlamm versunken, kann das Tier weder vor noch zurück. Mitglieder der Gruppe Animal Heaven Animal Rescue ziehen Esel Mike mit einem Rettungsring an Land. Die Besitzer des Café Hott Spott in der Hafenstadt Mytilini auf Lesbos lassen seit vergangenem Sommer jeden Abend, sobald sie die Türen für Kunden schliessen, Strassenhunde im Laden übernachten. Ein junger Mann wartet am 17. November in Atlanta auf den Zug, während er etwas unbeholfen versucht, seine Krawatte zu binden. Ein älterer Mann spricht ihn an und gibt ihm eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Ein 20-jähriger Brite, der hauptberuflich in einer Bar arbeitet, dreht seit Anfang März an zwei Abenden die Woche seine Runden durch Birmingham und verteilt Sandwiches, die er zuvor im Supermarkt gekauft hat, unter den Obdachlosen. Ralph McCrory erleidet am 23. August einen Herzinfarkt, gerade als er in seinem Vorgarten den Rasen mäht. Feuerwehr und Sanität eilen zur Hilfe und bringen den Rentner ins Spital. Die Helfer fahren aber danach zum Haus zurück und mähen den Rasen fertig. Mitte September weint ein zweijähriges Mädchen aus der Provinz Zhejiang in China aus Angst vor ihrer anstehenden Operation am offenen Herzen. Der Chirurg Shi Zhuo setzt das Kind auf seinen Schoss und zeigt ihm Zeichentrickfilme auf seinem Smartphone, um es abzulenken. Eine Studentin an der Hebräischen Universität in Jerusalem will am 14. Mai eine Vorlesung verlassen, weil ihr Baby weint. Professor Sydney Engelberg nimmt aber das Kind auf dem Arm und beruhigt es. Dann unterrichtet er gelassen weiter. Anfang November hängen Tara-Smith Atkins (8) und ihre sieben Freundinnen Winterjacken an Stangen und Pfosten der kanadischen Stadt Halifax auf. Sie sind für obdachlose Menschen gedacht. An jedem Kleidungsstück bringen die Mädchen ein Schild an: «Ich wurde hier nicht verloren. Wenn du hier draussen in der Kälte feststeckst, nimm mich mit, um dich warmzuhalten.» Ende September bringt Scott Martin aus Washington seiner 92-jährigen Grossmutter Millie seine zwei Tage alte Tochter Penelope zum Kennenlernen. Den Augenblick hält der frischgebackenene Vater fest und schreibt dazu: «Die beiden haben sich eine ganze Zeit einfach nur angesehen. Es war, als würden sie sich bereits kennen.» Darius Sasnauskas aus den USA rettet am 27. Oktober ein verletztes Reh-Baby und pflegt es wieder gesund. Doch Bambi will nicht zurück in die Freiheit. Es dauert Wochen, bis das Rehkitz seine Familie wieder sieht und bei ihr bleibt. Anfang September erreichen rund 3000 Flüchtlinge aus dem Nahen Osten den Budapester Bahnhof Keleti. Freiwillige versorgen sie mit Nahrung und Kleidung. Viele reihen Schuhe vor dem Bahnhof auf, damit sich die Flüchtlinge bedienen können. Nick Struck, ein Polizist aus Brighton im US-Staat Colorado, hält am 22. Juni ein kleines Mädchen auf dem Arm und versucht es von dem abzulenken, was im Hintergrund passiert - Rettungshelfer bergen gerade die Leiche des Vaters aus dem verunglückten Auto der Familie. Die Mutter des Mädchens und drei Geschwister werden verletzt mit dem Helikopter ins Spital gebracht. Als seiner Tochter eine Hörprothese eingesetzt wird, lässt sich der Neuseeländer Alistair Campbell aus Solidarität ein Tattoo des Geräts am Kopf verpassen. Damit will der Vater seinem Kind das Gefühl der Andersartigkeit nehmen. Der vierjährige Mason ist Autist und leidet unter panischer Angst vor dem Haareschneiden. Doch Coiffeur James Williams aus dem britischen Neath Port Talbot legt Mason auf den Boden des Salons und gibt ihm sein Smartphone. Dann legt er sich zu ihm und packt die Möglichkeit beim Schopf. Eugene Bostick aus Fort Worth in Texas baut Mitte September einen Zug, um Streunern wöchentlich einen kleinen Ausflug durch die Nachbarschaft und den angrenzenden Wäldern zu spendieren. Nach ihrer Hochzeit am 1. August in der türkischen Grenzstadt Kilis halten Fethullah Üzümcüoglu und Esra Polat kein riesiges Hochzeitsbankett. Stattdessen spenden sie das Essen 4000 Flüchtlingen aus Syrien. Die neunjährige Hailey Fort aus Kitsap County in Washington kann es nicht ertragen, wie Obdachlose bei Regen nass werden und im Winter frieren müssen. Seit Mitte Oktober baut das Mädchen mit Hilfe seines Grossvaters mobile Holzhütten. Als Todd Bachman (r.) am 23. Juli seine Tochter Brittany an ihrer Hochzeit zum Altar führen soll, kehrt er plötzlich um. Er nimmt Brittanys Stiefvater an die Hand und sagt: «Du musst auch dabei sein.» Als Elizabeth Diamond an Krebs erkrankt, verspricht ihr ihre beste Freundin Laura Ruffino, sich um deren vier Töchter Tara, Samona, Ella und Lilyan zu kümmern. Vergangenen April starb die alleinerziehende Mutter an einem Gehirntumor und Ruffino hielt ihr Wort: Sie und ihr Mann Rico, selber Eltern zweier Töchter, adoptierten die Mädchen.

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Eine kleine Geste, ein rührendes Bild – in den vergangenen zwölf Monaten erwärmten unzählige Geschichten die Herzen der Webgemeinde. 20 Minuten hat die 20 bewegendsten Ereignisse in einem Ranking zusammengetragen (siehe Bildstrecke oben). Fünf von ihnen erzählen wir hier etwas ausführlicher.

Vorweihnachtliche Nächstenliebe

Anfang November hängen Tara-Smith Atkins (8) und ihre sieben Freundinnen Winterjacken an Pfosten der kanadischen Stadt Halifax auf. Sie sind für obdachlose Menschen gedacht. An jedem Kleidungsstück bringen die Mädchen ein Schild an: «Ich wurde hier nicht verloren. Wenn du hier draussen in der Kälte feststeckst, nimm mich mit, um dich warmzuhalten.»

Singender Cop

Nick Struck, ein Polizist aus Brighton im US-Staat Colorado, hält am 22. Juni ein kleines Mädchen auf dem Arm und versucht es von dem abzulenken, was im Hintergrund passiert – Rettungshelfer bergen gerade die Leiche des Vaters des Mädchens aus dem verunglückten Auto der Familie.

Als einer der ersten Helfer, die zum Unfallort bestellt wurden, beruhigt er die Kleine und singt ihr das Kinderlied «Funkle, funkle, kleiner Stern» vor. «Ich habe einfach das gemacht, was ich mit meiner eigenen Tochter tue, wenn sie hinfällt und sich verletzt», erzählte der Vater eines zweijährigen Mädchens. «Meine Aufgabe war es, das Mädchen zu beschützen und zu trösten.» Die Mutter des Mädchens und drei Geschwister werden verletzt ins Spital gebracht.

Wahre Vaterliebe

Als seiner Tochter Charlotte eine Hörprothese eingesetzt wird, lässt sich der Neuseeländer Alistair Campbell aus Solidarität ein Tattoo des Geräts am Kopf verpassen. Damit will der Vater seinem Kind das Gefühl der Andersartigkeit nehmen.

Charlotte bekam bereits im Alter von vier Jahren ihr erstes Implantat am linken Ohr eingesetzt. Die Hörfähigkeit des Mädchens ist seit seiner Geburt stark beeinträchtigt, mit dem Implantat kann es seither viel besser hören. Nun wurde Charlotte auch am rechten Ohr ein derartiges Gerät verpasst.

Versöhnung am Traualtar

Als Todd Bachman am 23. Juli seine Tochter Brittany an ihrer Hochzeit zum Altar führen soll, kehrt er plötzlich um. Er nimmt Brittanys Stiefvater, Todd Cendrosky, an die Hand und sagt: «Du hast genauso hart gearbeitet wie ich. Du wirst uns helfen, unsere Tochter zum Altar zu führen.» Die beiden Männer standen seit Jahren miteinander auf Kriegsfuss.

Die Fotografin Delia Blackburn hielt genau den Augenblick fest, in dem man eine rührende Versöhnung zwischen Bachman und Cendrosky erkennen kann. Die Überraschung stand dem Stiefvater ins Gesicht geschrieben: Er errötete, Tränen schossen in seine Augen. Dann folgte er Bachman zum Traualtar und stellte sich an die Seite seiner Stieftochter.

Ein grosses Versprechen

Als Elizabeth Diamond an Krebs erkrankt, verspricht ihr ihre beste Freundin Laura Ruffino, sich um deren vier Töchter Tara, Samona, Ella und Lilyan zu kümmern. Vergangenen April starb die alleinerziehende Mutter an einem Gehirntumor und Ruffino hielt ihr Wort: Sie und ihr Mann Rico, selber Eltern zweier Töchter, adoptierten die Mädchen.

Aus einer vierköpfigen wird eine achtköpfige Familie – was die Ruffinos vor eine Herausforderung stellt. Denn während sich die Familie verdoppelt hat, ist das Einkommen gleichgeblieben. Sie lancieren einen Spendenaufruf auf der Website YouCaring – und prompt kommen 40'000 Dollar zusammen. Damit lässt die Familie nun ihr Haus umbauen, damit auch bald alle genug Platz haben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • j.k am 05.01.2016 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Endlich, kann man auch herzerwärmende Nachrichten lesen!! Schön dass es noch Menschen mit Herz gibt!

  • Anelia am 05.01.2016 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Wow.. Ganz schön. Super diese Leute! Dia haben alles Glück der Welt verdient :)

  • mg am 05.01.2016 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nie vergessen

    Diese Geschichten sind alle wunderschön!! Man sollte sich jeden Tag daran erinnern wenn man immer nur die schrecklichen Dinge sieht und das schöne dabei vergisst.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 06.01.2016 22:22 Report Diesen Beitrag melden

    Nachmachen

    natürlich ist es schoen, von solchen Geschichten zu lesen. Man sollte aber nicht vergessen, solche Geschichten auch selber zu schreiben.

  • c.g. am 06.01.2016 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    top!!!

    top danke für diesen Artikel.

  • N.D. am 06.01.2016 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Platz 8

    Platz 8 hat mich zum Weinen gebracht :o( Das Leben kann so brutal sein....

  • Elsässer am 06.01.2016 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstlose Kinder

    Besonders die Story mit den Jacken von den Kindern finde ich bemerkenswert. Meine siebenjährige Tochter hat vor einigen Wochen einem Randständigen am Stadelhofen ihre gerade von mir gekaufte Sternengrill-Bratwurst gegeben, nachdem ich ihr auf ihre Frage hin erklärt habe, dass diese Menschen kein Zuhause haben. Der Mann hat vor Rührung geweint. Sie hat auch schon Spielzeug für Flüchtlingskinder abgegeben. Von Kindern könnten wir Erwachsenen vieles lernen bzw. Vergessengegangenes in Erinnerung rufen.

    • freudentränen am 06.01.2016 17:12 Report Diesen Beitrag melden

      beeindruckt

      Wow sie haben eine wunderbare Tochter :')

    • Mensch am 06.01.2016 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Elsässer

      Ich wünsche Ihnen und ganz besonders Ihrer Tochter alles Gute :).

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  • doris.ruchti am 06.01.2016 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein titel

    Bitte mehr solche Geschichten. Sie wärmen mein Herz und nähren meine Seele. Danke.