CIA-Akte freigegeben

31. Oktober 2017 19:13; Akt: 31.10.2017 19:16 Print

Hat Adolf Hitler den 2. Weltkrieg überlebt?

Neben den Akten über den Kennedy-Mord wurde auch ein CIA-Dossier zu Adolf Hitler deklassifiziert. Es dürfte die Herzen der Verschwörungstheoretiker höherschlagen lassen.

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«Bezüglich der Informationen der Basis in Caracas über den Bericht, wonach Adolf Hitler noch immer am Leben ist.» So wird eine nach 62 Jahren freigegebene CIA-Akte «Hitler, Adolf 0005» eingeleitet.

Darin berichtet ein Informant einem CIA-Agenten mit Codename Cimelody-3 1954 Brisantes: Adolf Hitler habe sich in Berlin 1945 nicht umgebracht, sondern sei nach Südamerika geflohen. Er sei nach wie vor am Leben.

«Mit der Vergötterung aus der Nazi-Vergangenheit»

Der Informant bezog sich auf Aussagen von Phillip Citroen, einem
einstigen SS-Mann. Dieser hatte ihm berichtet, regelmässig mit Hitler in Kontakt zu stehen. «Der Führer» lebe im kolumbianischen Tunja.

Auch andere Nazis hätten sich nach Kriegsende dorthin abgesetzt und würden Hitler besuchen – «mit der Vergötterung aus der Nazi-Vergangenheit, nennen sie ihn weiterhin ‹Führer› und erweisen ihm die Ehre mit dem Nazigruss».

Foto von «Adolf Schrittelmayor»

Das CIA-Dossier beinhaltet auch ein grobkörniges Foto, das den ehemaligen SS-Sturmbannführer Citroen mit dem nach wie vor Schnauz tragenden Hitler zeigen soll. Auf der Rückseite steht «Adolf Schrittelmayor, Tunja, Colombia, 1954».

Das Material sei bei der CIA auf viel Skepsis gestossen, schreibt «Newsweek» und zitiert aus dem Bericht: «Weder Chimelody-3 noch diese Basis sind in der Lage, diese Informationen zu evaluieren.»

Das Dokument, das zusammen mit Teilen der John-F.-Kennedy-Akte veröffentlicht worden war, stützt eine These des argentinischen Autors Abdel Basti. Dieser hatte in seinem Buch «Auf den Spuren Hitlers» ebenfalls behauptet, dass Hitler nach Südamerika geflohen sei und sich während zwei Monaten in Kolumbien aufgehalten habe. Historiker hingegen taten dies als Blödsinn ab, zumal es für eine Flucht Hitlers schlicht keine Beweise gebe, die sich halten liessen.

Britischer Nachrichtenoffizier und Infos der Sowjets

Spekulationen über Hitlers Ende kommen indes immer wieder auf, und die CIA-Akte dürfte sie weiter befeuern. Doch im Gegensatz zum sadistischen Nazi-Arzt Josef Mengele, dessen Flucht nach Lateinamerika recht genau dokumentiert ist, fehlen Quellen, die eindeutig belegen, dass Hitler nach dem 2. Weltkrieg weitergelebt hat.

Der britische Nachrichtenoffizier Hugh Trevor-Roper recherchierte bereits 1945 zum Verbleib Hitlers. Sein Buch «Hitlers letzte Tage» gilt als ein bis heute nicht überholtes Werk, das später um die deklassifizierten Informationen der Sowjets ergänzt wurde.

(gux)