Belgien

02. März 2017 19:48; Akt: 02.03.2017 21:13 Print

Polizei stoppt Lenker mit Gasflaschen an Bord

Weil er mehrere Rotlichter in Brüssel missachtet, wird die Polizei auf einen Lenker aufmerksam. Erst recht, als dieser sich weigert, den Kofferraum zu öffnen.

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Der Mann ist in Haft: Ein Roboter durchsucht das Auto des Verdächtigen. (2. März 2017) (Bild: AFP/Lauie Dieffembacq)

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Ein verdächtiger Autofahrer mit Gasflaschen im Wagen hat in Brüssel einen Grosseinsatz von Polizei und Sprengstoffexperten ausgelöst. Die Polizei stoppte den Fahrer, der eine rote Ampel überfahren hatte.

Der Mann gelte als radikalisiert, sagte der Stadtpräsident der Brüsseler Gemeinde St.-Gilles, Charles Picqué, dem Sender RTBF. Häuser und eine Metrostation wurden vorsorglich evakuiert. Ganz in der Nähe ist der Südbahnhof, der wichtigste Bahnknotenpunkt der belgischen Hauptstadt.

Sprengstoffexperten der belgischen Armee sicherten die Flaschen und lösten dabei mehrere Explosionen aus. Ein Zünder oder andere Sprengstoffe seien nicht gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Eine der Gasflaschen sei voll gewesen, die andere leer. Die Absperrungen wurden gegen 20 Uhr wieder aufgehoben.

Der öffentlich-rechtliche Sender RTBF berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen, der 1989 geborene Verdächtige sei 2014 nach einer Syrienreise in Brüssel festgenommen worden. Im vergangenen Jahr sei er in einem Verfahren wegen Terrorismus zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Absichten völlig unklar

Die Staatsanwaltschaft wollte sich zur Identität des Mannes nicht äussern und warnte vor Spekulationen. Man bemühe sich noch herauszufinden, wohin die Gasflaschen transportiert werden sollten und was die möglichen Motive des Fahrers waren. «Es ist viel zu früh, um zu bestätigen, dass der Fahrer eine kriminelle Absicht verfolgt hätte», teilte die Behörde mit. «Jede derartige Spekulation ist verfrüht.»

Der Wagen hatte heute Nachmittag eine rote Ampel überfahren, bevor er von der Polizei angehalten wurde. Als die Beamten die Gasflaschen im Kofferraum entdeckten, forderten sie Sprengstoffexperten der Armee an.

Umliegende Häuser und die nahe Metrostation Porte de Hal wurden nach Polizeiangaben vorsorglich evakuiert. Die Brüsseler Verkehrsbetriebe STIB kündigten eine längere Schliessung der Station an. Zudem sei eine bestimmte U-Bahn-Strecke auf Anordnung der Polizei geschlossen worden.

Kofferraum aufgebrochen

Der Fahrer habe sich geweigert, den Kofferraum für die Polizei zu öffnen, deshalb habe der Kofferraum aufgebrochen werden müssen, sagte Stadtpräsident Piqué. Es sei schwer zu sagen, wie gefährlich das im Auto entdeckte Material sei.

In Brüssel gilt eine hohe Terrorwarnstufe. Vor knapp einem Jahr hatten Selbstmordattentäter in der Metro und am Flughafen der Stadt mehr als 30 Menschen getötet und Dutzende verletzt.

(nag/sda)