04. Februar 2016 09:56; Akt: 03.03.2016 03:19 Print

Helfer schleppen verendete Wale ab

An der Küste von Schleswig-Holstein sind mehrere Pottwale gestrandet. Es sind mittlerweile 26 Tiere, die sich in den letzten Wochen in der Nordsee verirrt haben.

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Nachdem im Wattenmeer vor Dithmarschen (Schleswig-Holstein) acht Pottwale gestrandet waren, wurden am Mittwoch zwei weitere verendete Pottwale gefunden.

Sie lägen beziehungsweise trieben ausser Sichtweite relativ weit vor der Küste nordwestlich von Büsum, sagte eine Sprecherin des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz in Tönning. Die Stelle ist nur wenige Kilometer von den acht Pottwalen entfernt, die bei Friedrichskoog gefunden worden waren.

Verirrte Wale

Seit Wochen werden an verschiedenen Stellen der Nordsee immer wieder Pottwale entdeckt, die sich nach Experten-Angaben in das flache Meer verirrten und dort strandeten.

Im deutschen und niederländischen Watt waren es nach Behördenangaben ohne die beiden am Mittwoch entdeckten Tiere bereits 20. Dazu kamen vier Tiere an der englischen Ostküste.

Bergung der Kadaver

Unterdessen begann die Bergung der acht Pottwale, die am Wochenende bei Friedrichskoog entdeckt worden waren. Mitarbeiter des für den Nationalpark Wattenmeer zuständigen Tönninger Landesbetriebs begannen, die Kadaver mit Raupenfahrzeugen an den Deich zu schleppen.


Grosse Herausforderung: die bis zu 15 Meter langen Kadaver werden mit Raupenfahrzeugen abgeschleppt. (Quelle: shz.de)

Einem Sprecher des Kieler Umweltministeriums zufolge nahmen Tierärzte ausserdem Proben für weitere Untersuchungen des Gesundheitszustands.

Zu wenig Nahrung

Walstrandungen kommen mitunter vor. Seit den 90er-Jahren kamen dem Landesbetrieb zufolge bereits 82 Tiere an der deutschen, dänischen und niederländischen Wattenmeerküste ums Leben. Nach Angaben der niedersächsischen Nationalparkverwaltung gab es zuvor schon in den Wintern 1994/95 und 1997/98 gehäufte Strandungen von je 20 Tieren.

Betroffen sind meist Pottwal-Bullen, die in jungen Jahren in Gruppen umherziehen. Die Männchen wandern bis in arktische Gebiete und biegen auf ihrem Rückweg in Richtung Süden vor Norwegen bisweilen irrtümlich in die relativ flache Nordsee ab, die für sie ungeeignet ist und kaum Nahrung bereithält.

Weibchen und Jungtiere meiden Wassertemperaturen unter 15 Grad und halten sich meist in wärmeren Meeresgebieten auf.

(kat/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • XC90 am 04.02.2016 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum???

    Schade um jedes dieser Tiere. Habe in Neuseeland Wale fast Hautnah erlebt. Eine Begegnung der Ruhe und des Respekt's.

  • Luana am 04.02.2016 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    erklärt mir bitte

    sägen die den Unterkiefer ab für "weitere Proben"?

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  • Leserin am 04.02.2016 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Die Strahlung der Technik

    schadet das Sonarsystem der Wale.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hellebarde am 04.02.2016 22:13 Report Diesen Beitrag melden

    Omnes pro uno.

    Pottwale helfen sich gegenseitig, nach dem Motto Gemeinsamkeit macht stark. Diese Grössten Carnivoren der Erdgeschichte sind eigenlich sehr empfindsame und soziale Tiere. Bei Gefahr oder Bedrohung oder lediglich durch Krankheit eines Einzelnen, rotten sie sich zusammen und verharren, wenns so will bis zum gemeinsamen Tod.

  • Peter Ottwal am 04.02.2016 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Unterkiefer...

    Unterkiefer wird abgeschnitten wegen dem Elfenbein. Entweder zu "wissenschaftlichen" Zwecken oder zu egoistisch, bereichernden Zwecken...

    • Susanne am 04.02.2016 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Ottwal

      Es wurde abgeschnitten, weil man Angst hatte, dass es jemand stiehlt. Alles klar?

    • hugo am 05.02.2016 02:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Susanne

      und wenns die dies jetzt haben haben ist es nicht gestohlen oder wie?

    • Susanne am 05.02.2016 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @hugo

      Genau so ist es. Ist es. Ist es....

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  • CookingSamurai am 04.02.2016 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ein Gedanke

    20Minuten hat am 29.08.2015 eine App "Parallelwelt der Strahlen" vorgestellt wo man alle möglichen arten von Funk und Elektrowellen in der Umgebung sehen kann. Mich würde es interesieren ob man so auch alle arten von Funk und Elektrowellen Unterwasser testen könnte, um zu sehen wie weitreichend es wäre, wenn überhaubt. Somit könnte man evtl. herausfinden was Einfluss hat auf die Tierwelt und somit auch auf die WALE.

    • Dani B. am 05.02.2016 08:58 Report Diesen Beitrag melden

      Leider Nein

      Die App bezieht ihre Daten aus einer Datenbank. Selbst messen kann das Handy damit nicht. Es war eher ein künstlerisches Projekt. Elektromagnetische Wellen kommen unter Wasser nicht weit. Funken geht nicht. Am weitesten kommt da das Licht. Walstrandungen in der Gegend gab es lange vor der Erfindung des Radios. Sonar ist eher verdächtig.

    • Radarraser am 05.02.2016 10:41 Report Diesen Beitrag melden

      Die Strahlung bringt Alles aus

      dem Gleichgewicht. Wir haben Strahlung im All, auf der Welt und im Wasser. Radioaktive Strahlung und auch elektrische Strahlung. Denkt mal an die Atombomentests, die nukleare Verstrahlung im Wasser und in der Luft. Tschernobyl / Fukushima. Die Atom-U-Boote, die Flugzeugträger usw. Ob es nukleare Strahlung ist, oder elektronisch, ist doch egal. Wir bringen Mensch und Tier um.

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  • sungi am 04.02.2016 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    einfach nur traurig das so wundervolle tiere auf so grausame weise sterben mussten. und noch schlimmer es werden nicht die letzten sein.

  • trauriger Mensch am 04.02.2016 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wo die Nahrung

    Und woher soll die Nahrung kommen? Die Gewässer sind vergiftet, es gibt immer weniger Fische, in nordischen Seen sowieso immer weniger..Die viele schöne Fische dürfen nur unsere Kinder in "NEMO" bestaunen, oder ev. noch in irgendwelchen Aquarium.... Fuer die Fische gibt's keine Fische mehr. Fertig lustig