Gefängnis-Recherche

08. Oktober 2017 21:14; Akt: 08.10.2017 21:55 Print

Schweizer Journalist in Venezuela wieder frei

In Venezuela sind drei Medienschaffende, darunter ein Tessiner, festgenommen worden. Nun sind sie wieder auf freiem Fuss.

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Auf Recherchereise in Venezuela: Die Journalisten Roberto Di Matteo aus Italien und Filippo Rossi aus Lugano. (Bild: Facebook)

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Im Norden Venezuelas wurden am Freitag drei Journalisten – unter ihnen der Tessiner Filippo Rossi – beim Besuch eines Gefängnisses festgenommen. Sie hatten laut dem Nationalen Journalistenverband Venezuelas (SNTP) Aufnahmegeräte dabei, die offenbar nicht autorisiert worden waren.

Am Sonntag dann die Erleichterung: Die drei Medienschaffenden sind wieder auf freiem Fuss. Das meldete zunächst der Nationale Journalistenverband Venezuelas über Twitter. Das Schweizer Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat die Angabe bestätigt.

Bei den Medienschaffenden handelt es sich um Rossi, einen freien Journalisten aus Lugano, den Italiener Roberto Di Matteo und Jesus Medina aus Venezuela. Rossi, der auch als Extremsportler unterwegs ist, und Di Matteo schreiben regelmässig für die Mailänder Zeitung «Il Giornale». Der Venezolaner Medina ist Fotograf bei der regierungskritischen Online-Zeitung «DolarToday».

Berüchtigt für prekäre Zustände

Die drei Journalisten befanden sich den Angaben zufolge auf einer Recherchereise im Bundesstaat Aragua. Dort wollten sie das Tocorón-Gefängnis besuchen. Dabei wurden sie von den Sicherheitskräften festgenommen. Die Anstalt ist berüchtigt für prekäre Zustände und wiederholte Gewaltakte.

SNTP zufolge hatten die Journalisten eine «Einladung» für den Besuch im Gefängnis. Als sie dort eintrafen, sei ihnen der Zugang verwehrt und sie seien von der venezolanischen Nationalgarde festgenommen worden. Seit Freitag befanden sich die Männer in Gewahrsam.

Vertreter des Verbandes hatten Zugang zu den drei Männern erhalten, schreibt SNTP. Der Verband meldete am Samstag, dass es den Journalisten gut ginge und es keine Anzeichen von Folter gebe. Auch Rossis Schwester schrieb auf Facebook, ihrem Bruder gehe es gut, wie mehrere italienischsprachigen Medien berichteten.

Der Verband veröffentlichte weiter auf Twitter ein Foto, das die Festgenommenen von hinten zeigen soll. Vor ihnen auf dem Tisch waren Handys, ein Schweizer Pass und weitere Ausweise zu sehen.

Gemäss Tio.ch wollte der Tessiner Rossi zwei Wochen in Venezuela verbringen, um über die lokale Kultur zu berichten und «etwas Klarheit über die Realität zu verschaffen».

(kfi/sda)