Studie

04. Februar 2011 12:18; Akt: 04.02.2011 12:53 Print

Genital-Verstümmelung nimmt leicht ab

Rund drei Millionen Mädchen sind weltweit von der Beschneidung gefährdet. Die Zahlen gehen leicht zurück, die UNICEF fordert dennoch ein verstärktes Engagement.

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Immer noch in vielen Länder gelten Beschneidungen als Norm für Reinheit. (Bild: Keystone)

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Das Kinderhilfswerk UNICEF stellt einen Bewusstseinswandel bei der Praxis der Mädchenbeschneidung fest. Einer neuen Studie zufolge habe sich der Anteil der Frauen, die eine Beschneidung ihrer Tochter für nötig erachteten, in einzelnen afrikanischen Ländern innerhalb weniger Jahre halbiert, teilte UNICEF aus Anlass des Internationalen Tages gegen Mädchenbeschneidung (6. Februar) mit.

Dennoch seien jedes Jahr weiterhin schätzungsweise drei Millionen Mädchen weltweit von der Verstümmelung ihrer Geschlechtsorgane bedroht, hiess es. UNICEF rief zu verstärkter Aufklärung auf, um «diese jahrhundertealte Tradition zu überwinden».

Solche Aufklärungskampagnen sind nach Ansicht von UNICEF dann erfolgreich, wenn die Gemeinschaften diese nicht als Angriff auf ihre Kultur verstehen. Daher lasse sich die Beschneidung auch nicht einfach verbieten. Vielmehr müsse sich die Mehrheit einer Gemeinschaft zur Abschaffung der Praxis bekennen, damit die Familien, die sich der Beschneidung verweigerten, nicht mit sozialer Ausgrenzung rechnen müssten.

Der Studie zufolge halbierte sich beispielsweise in Äthiopien der Anteil der Beschneidungsbefürworterinnen von 60 Prozent im Jahr 2000 auf 31 Prozent im Jahr 2005. Während in Ägypten noch im Jahr 1995 noch 82 Prozent der Mütter für die Beschneidung ihrer Töchter waren, betrug deren Anteil im Jahr 2008 noch 63 Prozent.

Nach Schätzung von UNICEF gibt es weltweit zwischen 70 und 140 Millionen beschnittene Frauen. Die Praxis ist demnach vor allem in 28 afrikanischen Ländern, aber auch in einigen arabischen und asiatischen Ländern verbreitet. Laut Gesundheitsministerium gewinnt die Problematik durch die Migration von Menschen aus diesen Kulturkreisen auch in Deutschland und der Schweiz zunehmend an Bedeutung.

(dapd)