US-Zeugenprogramm

03. August 2017 20:43; Akt: 03.08.2017 20:43 Print

Er wusch Geld für El Chapo – jetzt packt er aus

Der Sohn eines engen Vertrauten von Drogenboss Joaquín Guzmán stellt sich den US-Behörden. Er hatte jahrelang die kriminellen Aktivitäten des Sinaloa-Kartells geführt.

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Die amerikanische Antidrogenbehörde DEA hat im Kampf gegen das berüchtigte Sinaloa-Kartell von Drogenboss Joaquín Guzmán alias El Chapo ein Ass im Ärmel. Vor einigen Tagen stellte sich der Sohn eines engen Vertrauten von El Chapo: Dámaso López Serrano ergab sich freiwillig am Grenzübergang Mexicali den amerikanischen Drogenfahndern und trat in ein Zeugenschutzprogramm ein. Im Gegenzug ist er bereit, wichtige Informationen über das Sinaloa-Kartell zu teilen.

Dámaso López Serrano, genannt Mini Lic, dürfte brisante Insiderauskünfte haben. Er ist der Sohn von Dámaso López Núñez alias El Licenciado («der Akademiker»), der jahrelang El Chapos rechte Hand war. El Licenciado und El Chapo standen sich sehr nahe. López Núñez organisierte die erste Flucht des Drogenbosses aus dem Gefängnis im Jahr 2001, El Chapo ist der Patenvater von Mini Lic.

Cash und Gold: Prahlen auf Instagram

El Licenciado und sein Sohn sollen für die Geldwäscherei und die Logistik innerhalb des Kartells zuständig gewesen sein, schreibt das Portal «Semanario Zeta». Die beiden waren so mächtig, dass sie sogar eine eigene Armee führten, mit Waffen, die mit dem Kurzzeichen FED (Fuerzas Especiales Dámaso, übersetzt: Dámasos Spezialkräfte) beschriftet waren.

Mit illegalen Finanzaktivitäten und Drogengeschäften haben Vater und Sohn 280 Millionen Dollar verdient. Auf Instagram prahlte der junge Mann gern mit goldenen Waffen, Stapeln von Bargeld, Luxusautos oder exotischen Tieren.

Machtkampf um die Chapo-Nachfolge

Nach der Festnahme von El Chapo Anfang 2016 beanspruchte zunächst El Licenciado die künftige Führung des Sinaloa-Kartells für sich. Nur: Auch die beiden Söhne von El Chapo, Alfredo und Iván Guzmán Salazar, genannt «Los Chapitos» sowie Chapos Geschäftspartner Ismael «El Mayo» Zambada García hatten dasselbe im Sinn.

Nachdem El Licenciado am 3. Mai in seiner Wohnung in Mexiko-Stadt von mexikanischen Sicherheitskräften verhaftet worden war, sprang sein Sohn als Kandidat für die Nachfolge Chapos ein. Wie die Zeitung «El Universal» berichtet, bot El Licenciado den Behörden damals einen Deal an: «Lasst meinen Sohn in Ruhe und ich verrate euch dafür, wo sich die Chapitos befinden.»

Die mexikanischen Behörden nahmen den Vorschlag von El Licenciado nicht an. Sie wussten: Sein Sohn wird sich irgendwann ergeben müssen, denn ohne den Schutz des Vaters wird er sowieso nicht lange durchhalten. Sie lagen richtig: «Semanario Zeta» zufolge soll Mini Lic Morddrohungen von El Mayo Zambada bekommen und sich deswegen entschieden haben, in die USA zu flüchten.

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luwell am 03.08.2017 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser nicht

    Stellt euch vor dieser Dubel wäre der Chef des Sinaloa Kartells geworden. Sofort Tod oder Die nächste push up Benachrichtigung "Sinaloa Kartell meldet Bankrott an" :D

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Luwell am 03.08.2017 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser nicht

    Stellt euch vor dieser Dubel wäre der Chef des Sinaloa Kartells geworden. Sofort Tod oder Die nächste push up Benachrichtigung "Sinaloa Kartell meldet Bankrott an" :D

    • Kazzu am 03.08.2017 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Luwell

      Dieser Mann hat, indirekt, viele Menschen auf dem Gwissen. Wisst ihr eig. bzw. stellt euch vor was 1KG Kokain anrichtet im Konsum. Hat es möglich gemacht, dieses Business am Leben zu erhalten. Er wird, ein milde strafe erhalten. traurig. Kann mir gut vorstellen, dass er sich wünschte, dies nie getan zu haben. Er hat nun Feinde - Feine fest böse jetzt.

    • ElPresidente am 04.08.2017 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kazzu

      Wenn der stoff legal wäre, hätten wir dieses problem erst gar nicht

    • elDio am 04.08.2017 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ElPresidente

      aber dann würden institutionen wie die CIA weniger bis kein geld mehr einnehmen...

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