Krater in Nicaragua

10. September 2014 10:39; Akt: 10.09.2014 12:13 Print

Nasa zweifelt an Meteoriten-Einschlag

In Nicaraguas Hauptstadt Managua soll ein Meteorit einen riesigen Krater hinterlassen haben. Die Nasa stellt diese Theorie jedoch infrage.

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Was hat bloss den riesigen Krater in Nicaragua verursacht? Geht es nach den Behörden vor Ort, ist in der Nacht zum Sonntag in der Hauptstadt Managua ein Meteorit eingeschlagen. Das Objekt habe einen 12 Meter breiten und 5,5 Meter tiefen Krater hinterlassen, bestätigten Wissenschaftler des Geophysischen Instituts Ineter. Doch die US-Raumfahrtbehörde Nasa zweifelt dies an.

Der Leiter der Nasa-Abteilung für Meteoriten, Bill Cooke, schrieb auf Twitter, dass vieles darauf hindeute, dass «etwas anderes» den Krater verursacht habe. Zwar könne er nicht mit absoluter Sicherheit ausschliessen, dass ein Meteorit eingeschlagen sei, aber aufgrund der vorliegenden Informationen sei dies sehr unwahrscheinlich. «Der Himmel war zum Teil klar. Ein Objekt, das so einen grossen Krater verursachen könnte, würde einen sehr hellen Feuerball erzeugen», begründet Cooke in seinem Blog auf der Nasa-Website.

Ähnlich sieht es Dan Vergano, Chefredaktor der Zeitschrift «National Geographic». Der Zeitung «Mundo Hispánico» sagte er, dass die Beschreibungen der Augenzeugen unmöglich auf den Einschlag eines Meteoriten hindeuten würden.

Zeitliche Ungereimtheiten

Der angebliche Meteorit sei in einem Waldstück in der Nähe des internationalen Flughafens eingeschlagen, erzählten Anwohner der Zeitung «El Nuevo Diario». Sie hätten um 23.05 Uhr einen Knall gehört und zunächst gemeint, es habe sich um eine Explosion gehandelt, weil es stark nach Verbranntem gerochen habe.

Die nicaraguanischen Behörden erklärten indes, der Meteorit sei Teil eines Asteroiden, der am Wochenende nah an der Erde vorbeigeflogen sei. Der Zeitpunkt dieses Ereignisses scheint laut Nasa jedoch nicht mit den Angaben der Augenzeugen übereinzustimmen. Denn laut den Berechnungen der Raumfahrtbehörde ist der Asteroid namens 2014 RC (siehe Box) gegen 14.18 Uhr an der Ostküste der USA vorbeigerast.

Und das ist nicht das einzige, das gegen einen Meteoriten – und für eine Explosion – spricht: Das Erdloch, das das Objekt hinterlassen hat, liegt in der Nähe einer Militärkaserne.

Fall muss weiter analysiert werden

Die Wissenschaftler des Ineter-Instituts halten aber an ihrer Version fest: «Wir sind überzeugt davon, dass es ein Meteorit war», sagte der deutsche Geologe Wilfried Strauch, der beim nicaraguanischen Geophysik-Institut arbeitet. «Wir haben uns den Krater angeschaut und Instrumente eingesetzt, um zu analysieren, ob es sich um einen Meteoriten aus Eisen oder Gestein handelte.»

Regierungssprecherin Rosario Murillo erklärte inzwischen aber immerhin, dass die Ereignisse nochmals analysiert würden, «um genau festzustellen, was passiert ist».

(kle)