Frankfurt statt Basel

17. August 2015 12:15; Akt: 17.08.2015 16:12 Print

Medizinisches Problem – Easyjet muss notlanden

Eine gesundheitliches Problem einer Passagierin zwang eine Easyjet-Maschine nach Basel gestern in Frankfurt zur Landung. Danach durfte das Flugzeug nicht mehr weiterfliegen.

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Auf einem Easyjet-Flug von Hamburg nach Basel erlitt am Sonntagabend eine Passagierin einen medizinischen Notfall – da war das Ziel Basel noch über 300 Kilometer weit entfernt. «Kurz vor Frankfurt informierte uns die Crew, dass wir wegen eines medizinischen Notfalls ausserplanmässig in Frankfurt landen müssen», berichtet eine Leser-Reporterin, die mit einer Kollegin unterwegs war. An Bord seien glücklicherweise mehrere Ärzte gewesen, die sich um die Patientin gekümmert hätten. Nach der Landung wurde die Frau von Sanitätern in Empfang genommen und in ein Spital gebracht.

Doch nun steckten auch die anderen Passagiere in Frankfurt fest. Denn wegen des Nachtflugverbotes zwischen 23 und 5 Uhr durfte die Maschine nicht mehr starten. «Der Pilot versuchte vergeblich, eine Sonderbewilligung einzuholen», sagt die Luzernerin. Demnach habe Basel einer Landung zugestimmt, während Frankfurt den Start ablehnte. Erschwerend sei hinzugekommen, dass Easyjet Frankfurt normalerweise nicht anfliege.

Easyjet bestätigt auf Anfrage, dass der Flug EZS1028 nach Basel nach Frankfurt habe umgeleitet werden müssen, weil ein Fluggast dringend ärztliche Hilfe benötigt habe. Es habe zu keiner Zeit Gefahr für die anderen Passagiere bestanden.

«Der Pilot hat alles gegeben»

Am Flughafen mussten sich die Betroffenen in Geduld üben. «Wir harrten bis um 0.30 Uhr am Flughafen aus, wo bereits alles geschlossen war und sich niemand zuständig fühlte. Erst sollten Busse nach Basel organisiert werden, aber so spät war dies nicht mehr möglich», berichtet die 26-Jährige. «Vielleicht hätte es noch geklappt, wenn wir nicht schon in Hamburg mit Verspätung abgeflogen wären.» Laut Easyjet habe man mit allen Mitteln versucht, die Weiterreise zu gewährleisten, doch in der Region seien sämtliche Cars ausgebucht gewesen. «Wir entschuldigen uns für etwaige Unannehmlichkeiten durch die Umleitung und die daraus entstandene Verspätung», schreibt das Unternehmen.

Schliesslich wurden die Passagiere in einem Hotel am Flughafen untergebracht. Von dort aus ging die Reise nach Basel am Montag um 9 Uhr mit einem Car weiter. Die Betroffenen seien trotz der Umstände gelassen geblieben, sagt die Leser-Reporterin. Für die Crew und besonders den Piloten findet sie nur lobende Worte. «Er hat alles gegeben und wegen des Vorfalls den ersten Schultag seiner Tochter verpasst.»

(kko)