Holland

17. Dezember 2008 23:01; Akt: 17.12.2008 20:45 Print

Weihnachtsgeschenk für Prostituierte

Tausende Prostituierte in Holland können sich über eine Bescherung von Vater Staat freuen: 20 Prozent ihrer Einnahmen dürfen sie künftig als berufsbedingte Aufwendungen von der Steuer absetzen.

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Eine entsprechende Vereinbarung sei intern zwischen dem Finanzamt und Interessenvertretern der Sex-Branche ausgehandelt worden, berichtete die Zeitung «De Telegraaf» in ihrer gestrigen Ausgabe. Dieses Abkommen sei auch insofern «bemerkenswert», dass das höchste Gericht der Niederlande zuvor erklärt habe, Kosten für Kleidung – insbesondere Unterwäsche, Schönheitsbehandlungen, Maniküre und Kosmetika – könnten nicht abgezogen werden.

Steuerexperten kritisieren nach Angaben des Blatts, dass Prostituierte nun gegenüber anderen Berufstätigen bevorzugt werden, die Werbepauschalen schon lange nicht mehr geltend machen könnten. Pros­titution ist in den Niederlanden im Jahr 2000 weitgehend legalisiert worden.

Frauen und Männer, die die sich ihr Geld im Milieu verdienen, werden steuerrechtlich wie Angestellte oder Selbstständige eingestuft – je nachdem, ob sie in einem Bordellbetrieb beschäftigt oder allein tätig sind. Die Zahl der Prostituierten wird allein in Amsterdam auf rund 8000 geschätzt.