Drogenboss Guzmán

20. Januar 2017 00:06; Akt: 20.01.2017 13:09 Print

«El Chapos» Auslieferung als Trophäe für Trump

Der einstige Chef des Sinaloa-Drogenkartells wurde in die USA überstellt. Dort wird «El Chapo» nun der Prozess gemacht. Der Zeitpunkt hat mit Trump zu tun.

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Hier sitzt «El Chapo» bereits in den USA> Kurz nach seiner Auslieferung wurde er ein erstes Mal verhört. Drogenboss Joaquín Guzmán alias «El Chapo» wurde im mexikanischen Militärjet in die USA ausgeflogen. In New York wirde der als Ausbrecherkönig bekannte Drogenboss von US-Polizisten in Empfang genommen. Er war der mächtigste Drogenboss der Welt: «El Chapo» wird in Mexiko City von mexikanischen Soldaten eskortiert. (8. Januar 2016) In diesem Flugzeug der mexikanischen Luftwaffe wurde Guzman in die USA geflogen. (19. Januar 2017) Soldaten überwachen den Transfer am Flughafen von Ciudad Juárez. Chapo Guzmán im Hochsicherheitsgefängnis von Ciudad Juárez. Bei Guzmáns Verhaftung stürmt ein Kommando der mexikanischen Armee eine Wohnung in der Stadt Los Mochis, Sinaloa. (AP) Wieder hinter Gittern: Chapo Guzmán im Hochsicherheitsgefängnis Altiplano. (AP) Vor seiner Verhaftung hatte sich der Drogenboss auf eine Liebelei mit der in den USA lebenden mexikanischen Schauspielerin Kate del Castillo eingelassen. Die Nachrichten, die er mit ihr austauschte, sollen die Ermittler auf seine Spur gebracht haben. (AP/ Matt Sayles) Chapo Guzmáns Heimatort: Badiraguato im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa. (AP/Fernando Brito) Für einen Teil der mexikanischen Bevölkerung ist Chapo Guzmán ein Held – und allemal besser als die korrupte Kaste der Politiker. (AP/Rebecca Blackwell) Blick in den Fluchttunnel, durch den El Chapo» 2015 aus dem Gefàngnis ausgebrochen ist. Mexikos Generalstaatsanwältin Arely Gómez González (2.v.r.) schaute sich am Tag nach der Flucht den Eingang zum Fluchttunnel an.

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Mexiko hat den Drogenboss Joaquín Guzmán alias «El Chapo» an die USA ausgeliefert. Zuvor hatte der oberste Gerichtshof einen Einspruch des Chefs des Sinaloa-Kartells gegen seine Auslieferung abgewiesen. Die Überführung nach New York wurde von Dutzenden Polizisten und Militärs überwacht. Immerhin gilt «El Chapo» als Ausbrecherkönig und sein Drogenkartell als extrem gewaltbereit.

Der Zeitpunkt der Auslieferung fällt nicht zufällig mit dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident zusammen: Trump hatte Mexikaner im Wahlkampf als Drogenhändler und Vergewaltiger beschimpft und will zum Schutz vor illegalen Einwanderern eine Mauer an der Grenze bauen. «El Chapos» Auslieferung an die US-Justiz werten Experten als vertrauensbildende Massnahme.

«Trophäe» für US-Präsident

In den USA soll Guzmán wegen Mord, Drogenhandel, Geldwäscherei und organisierter Kriminalität der Prozess gemacht werden. Die USA mussten Mexiko versichern, dass Guzmán im Falle eines Schuldspruchs nicht hingerichtet wird.

Guzmáns Einsprachen gegen seine Auslieferung wurden abgelehnt. «Es ist offensichtlich, dass diese Entscheidung eine schwere Verletzung der Menschenrechte ist», sagte Guzmáns Anwalt José Refugio Rodríguez im Radiosender Fórmula. «Mit dieser Trophäe für den Präsidenten der USA hat die Regierung ihr Werk vollendet.»

Spektakuläre Flucht

Mexiko hatte sich lange gegen die Auslieferung des Drogenbosses an die USA gewehrt. Staatspräsident Enrique Peña Nieto hatte stets erklärt, dass «El Chapo» von einem mexikanischen Gericht verurteilt werden solle. Die spekatkuläre Flucht des Drogenbosses 2015, für die dieser auch Helfer in den Reihen der Sicherheitskräfte gehabt haben muss, führte aber offensichtlich zum Sinneswandel. «El Chapo» floh damals durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel aus dem Gefängnis.

(sep)