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28. September 2017 11:02; Akt: 30.09.2017 15:48 Print

Erpresser vergiftet Babynahrung

Die Polizei Konstanz informierte heute über einen bedeutenden Erpressungsfall. Ein Unbekannter hat Gläser mit Babynahrung vergiftet und fordert zehn Millionen Euro.

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Fahndungsfoto: Die Polizei sucht nach diesem Mann. (Screenshot) (Bild: iStoc)

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Die Polizei Konstanz (Baden-Württemberg) veröffentlichte heute Bilder eines etwa 50-jährigen Manns, der Mitte September Gläser mit vergifteter Babynahrung in Geschäfte in Friedrichshafen gebracht haben soll. Diese Produkte wurden demnach von den Ermittlern gefunden und beschlagnahmt.

Einer oder mehrere Täter: Die Polizei hat heute Mittag über den Erpressungsfall informiert. (Video: Facebook)

Der oder die Erpresser fordern den Ermittlern zufolge einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag und drohen damit, ansonsten vergiftete Lebensmittel in den Handel zu bringen. Auf die fünf Gläser mit vergifteter Babynahrung wiesen sie demnach in einem Erpresserschreiben hin. Die «Bild»-Zeitung schrieb am Donnerstag auf seiner Website, dass der Erpresser zehn Millionen Euro fordere.

Die betroffenen Gläser seien gefunden worden und hätten Ethylenglycol enthalten, so die Polizei weiter. Es handle sich um eine klare, süss schmeckende Flüssigkeit, die schon ab 30 Milliliter bei Erwachsenen gesundheitsgefährdend sei. Ethylenglykol müsse aber nicht tödlich sein, wenn rechtzeitig ärztlich dagegen vorgegangen werde.

Täter «sehr skrupellos»

Die Warnung vor vergifteten Lebensmitteln dürfe aber nicht auf Babynahrung beschränkt bleiben, sagte Polizeivizepräsident Uwe Stürmer. In dem Erpresserschreiben waren demnach keine bestimmten Lebensmittel genannt.

Zudem drohten der oder die Täter damit, deutschland- oder auch europaweit vergiftete Produkte in den Handel zu bringen. «Wir nehmen den Täter ernst», sagte Stürmer. Es sei davon auszugehen, dass dieser «sehr skrupellos» sei.

Die Ermittler baten Kunden, beim Kauf von Produkten auf mögliche Manipulationen zu achten. «Es besteht aber kein Anlass zu Panik und Hysterie», sagte Stürmer.

Bei dem Verdächtigen, nach dem die Behörden fahnden, soll es sich laut dem Polizeivizepräsidenten mit «sehr grosser Wahrscheinlichkeit» um den Mann handeln, der die Gläser mit vergifteter Babynahrung in die Geschäfte in Friedrichshafen brachte.

Täter: Die Polizei bittet um Infos aus der Bevölkerung. (Bild: Screenshot Facebook)

Die Polizei wollte keine Angaben zu den betroffenen Unternehmen machen. Wie die «Bild» aber erfuhr, ging das Erpresserschreiben an Aldi, Rossmann, Lidl, DM, Müller, Edeka, Norma und Rewe.

Aldi-Schweiz hat Schreiben nicht erhalten

Aldi-Schweiz ist von der Erpressung nicht betroffen, wie eine Mediensprecherin auf Anfrage von 20 Minuten mitteilte. Man habe das Schreiben nicht erhalten. «Unabhängig davon verfolgen wir aufmerksam allfällige Entwicklungen», hiess es weiter. «Wir werden in engem Austausch mit den Behörden, Lieferanten und allen Aldi-Suisse-Filialen in der Schweiz allfällige Sicherheitsvorkehrungen einleiten.»

Auch bei Lidl Schweiz gibt es laut Sprecherin Corina Milz keinerlei Hinweise auf eine derartige Bedrohung. «Nichtsdestotrotz stehen wir in engem Kontakt mit den Schweizer Behörden und beobachten die Geschehnisse intensiv.»

(kfi/sda)