Tschernobyl

04. März 2012 23:02; Akt: 04.03.2012 23:43 Print

Strahlung mit Riesensarkophag stoppen

Fast 26 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl erhält der noch immer strahlende Reaktorblock 4 einen neuen Sarkophag. Auch die Schweiz zahlt daran.

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Am 26. April 1986 ereignete sich der Super-Gau: Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl explodierte, eine kilometerhoch lodernde Feuersbrunst schleuderte tagelang radioaktiven Staub in die Luft: Die Strahlung war 400-mal stärker als nach dem Abwurf der Hiroshima-Bombe. Mindestens 10 000 Menschen starben an den Folgen der Katastrophe.

In der Folge wurde der Unglücksreaktor teils aus der Luft mit einem Mantel aus Stahlbeton versehen. Doch dieser weist seit längerer Zeit Löcher auf und muss seinerseits mit einem gigantischen Sarkophag abgeschirmt werden. Dazu fand im April 2011 eine Geberkonferenz statt, bei der die internationale Staatengemeinschaft erneut 550 Millionen Euro für das Milliardenprojekt zusagte. Auch die Schweiz hat rund 5 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Nun hat das Mammutprojekt begonnen. Dabei wird neben dem Reaktor eine über 100 Meter hohe Hülle konstruiert, die dann über den alten Sarkophag geschoben wird. Sie soll die Strahlung bis mindestens zum Ende des Jahrhunderts bannen. In dieser Zeit soll der darunterliegende Reaktor abgebaut und die hochradioaktiven Trümmer sicher gelagert werden. Manchen Experten ist das allerdings nicht genug: So fordert etwa Greenpeace, dass die noch immer in der Ruine liegenden über 200 Tonnen Uran und Plutonium geborgen werden.

(20 Minuten)