Gemüse statt Süsses

05. Februar 2017 16:27; Akt: 05.02.2017 16:27 Print

Pazifik-Inseln verbannen westliches Junk Food

Eine kleine Inselgruppe im Südpazifik hat genug von Fertignudeln und Keksen: Sowohl Touristen als auch Einheimische sollen lokale Bio-Produkte essen.

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Torba, die nördlichste Provinz des südpazifischen Inselstaats Vanuatu, hat genug von importierten, ungesunden Fertignahrungsmitteln. Stattdessen sollen sich Bewohner und Touristen mit dem laben, was auf den kleinen Inseln wächst oder im Ozean vor der Küste lebt: regionale Nahrungsmittel wie Fisch, Meeresfrüchte, Ananas, Papaya und Yamswurzel.

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In den kommenden zwei Jahren, so will es der Chef der lokalen Tourismusbehörde, Luc Dini, sollen ausländische Nahrungsmittelimporte komplett verboten werden. Lange lebten die rund 10'000 Einwohner der Provinz ziemlich abgeschieden, von westlichen Zivilisationskrankheiten und Übergewicht blieben sie länger verschont als der Rest Vanuatus. Doch das ändert sich gerade.

Beliebt sind Süssigkeiten und Dosenfisch

«Im Moment werden wir mit Junk Food von Übersee infiltriert», sagte Dini dem «Guardian». Es sei einfach, Fertigreis oder -nudeln zu kochen, doch diese hätten fast keinen Nährwert. Ausserdem seien die Inseln für ihre Vielfalt an biologisch angebauten Nahrungsmitteln bekannt. Reis, Süssigkeiten, Fischkonserven und Kekse gehören in der Provinz zu den beliebtesten importierten Nahrungsmitteln.

Dini macht sich Sorgen um die Gesundheit seiner Mitbürger: «In den anderen Provinzen, die die westlichen Essgewohnheiten angenommen haben, sieht man hübsche junge Mädchen. Aber wenn sie lächeln, sieht man ihre verfaulten Zähne, weil der Zucker sie zerstört hat.» Für seine Provinz wolle er das nicht, so Dini, und ebenso wenig wolle er die Krankheiten, die mit einem solchen Lebensstil einhergingen.

Kein Junk Food für Touristen

Vor wenigen Tagen hat der Leiter der Tourismusbehörde angeordnet, in den Bungalows für Feriengäste nur noch lokale Spezialitäten zu servieren. Das Importverbot für ausländische Lebensmittel soll binnen 24 Monaten umgesetzt werden. Bis 2020 will Torba ausserdem die erste Provinz Vanuatus werden, die nur Bio-Lebensmittel anbaut.

Dinis Lebensphilosophie spiegelt sich in diesem Vorhaben: «Wenn du wirklich unabhängig im Paradies leben willst, dann solltest du mit dem vorliebnehmen, was du hast, und versuchen, mit der Natur in Einklang zu leben.»

(mlr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Minnie Mouse am 05.02.2017 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tut bestimmt gut!

    Bin gespannt, ob die Touristen da mitmachen! Ich finde die Idee super, würde uns auch gut tun!

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  • Hato44 am 05.02.2017 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Tolle Idee, absolut vorbildlich.

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  • Toni am 05.02.2017 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Entscheidung

    ist der richtige Weg um den Fussabdruck auf eine Erde zu reduzieren, die Gesundheitskosten zu senken usw. Wir haben die Freiheit, werden es aber aus Bequemlichkeit nicht schaffen. Der Egoismus ist uns im Weg.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schweizer Ernst am 13.03.2017 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vanuatu First - zeig's dem Trump

    Vanuatu First - zeig's dem Trump

  • Martial2 am 05.03.2017 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst...

    Das ist absolut richtig so! Junk Food kann man glatt den Toiletten herunterspülen. Zu teuer, ungesund, sogar auf die Dauer gefährlich!

  • Max T. Krüger am 07.02.2017 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Bevormundungen!

    Ich mag es sehr, am Ferienort jeweils einheimische kulinarische Spezialitäten zu kosten! Das ist sehr interessant und meistens auch ein tolles kulinarisches Erlebnis!

  • me se am 06.02.2017 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fische

    sobald es Fischfilet ohne Gräten sind, ist es ok. Aber mit Gräten mag ich kein Fisch :-(

  • Didi Weidmann am 06.02.2017 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Hat Potential zum Erfolg!

    Das könnte für den lokalen Tourismus sogar ein absolutes Erfolgsrezept werden! Ich kann mir vorstellen, dass man genau mit diesem Argument gut zahlende Gäste anlocken kann. In Zermatt in der Schweiz vermisst auch niemand seine Benzinschleuder! Dann wirkt sich das sehr positiv auf die lokale Wertschöpfung aus, weil diese dann zu 100% vor Ort erzielt wird. Abgesehen davon ist das die absolut richtige Politik, um die Ressourcen unseres Planeten langfristig zu schonen!