Hochbetagt

06. September 2017 19:49; Akt: 06.09.2017 19:49 Print

Schweden will 106-Jährige ausschaffen

Eine hochbetagte afghanische Frau hat tausende Kilometer auf ihrer Flucht nach Schweden zurückgelegt. Nun wurde ihr Asylantrag abgelehnt – ihr droht die Abschiebung.

Nach riesigen Strapazen: Die Migrationsbehörde hat den Asylantrag der Afghanin abgelehnt. (Video: Tamedia/AP)
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Bibihal Uzbeki hat eine lange Reise hinter sich: Berge, Wüsten und Schluchten hat sie überwunden, um von Afghanistan nach Europa zu gelangen. Über weite Strecken sei sie dabei von ihrem 67-jährigen Sohn und ihrem 19 Jahre alten Enkel getragen worden, sagte sie dem britischen Guardian. Nun wurde in Schweden ihr Asylantrag abgelehnt und ihr droht die Ausschaffung.

Die 106-Jährige ist körperlich stark beeinträchtigt und kann kaum sprechen. Laut der Familie hat sich ihr Gesundheitszustand rapide verschlechtert, seit sie von der Ablehnung ihres Asylantrags erfahren hat. Sie habe einen Schwächeanfall erlitten.

Acht Jahre illegal im Iran gelebt

Ihre Verwandten wollen gegen den Entscheid Beschwerde einreichen. Sie finden, die Not der Afghanen werde von den Behörden ignoriert. So tönt es auch bei Sanna Vestin, Chefin der schwedischen Flüchtlingshilfe: «Die Migrationsbehörde argumentiert, das Land sei nicht unsicher genug, um Asyl zu gewähren.» Doch viele der grossen Städte seien nicht so sicher, wie im Moment angenommen werde.

Die Familie Uzbeki hatte vor ihrer Reise nach Schweden acht Jahre lang illegal im Iran gelebt. Afghanistan musste sie wegen des andauernden Krieges und der herrschenden Unsicherheit verlassen. Laut dem 22-jährigen Mohammed Uzbeki ist es schwierig zu beweisen, dass man bei einer Rückkehr einer bestimmten Gefahr ausgesetzt ist. «Wenn ich genau wüsste, wer der Feind ist, würde ich ihn einfach meiden», sagt er und nennt als mögliche Gefahren den IS, die Taliban und deren Selbstmordattentäter.

Der Fall der Greisin macht in Schweden seit Wochen Schlagzeilen. Wie Daily Mail schreibt, protestierten afghanische Flüchtlinge und deren Unterstützer wochenlang sitzend in Stockholm für ihr Recht auf Asyl.

(nk)