Massaker von Colorado

28. September 2012 17:59; Akt: 28.09.2012 18:17 Print

«Batman»-Täter bedrohte kurz vor Angriff Professor

James Holmes, der sogenannte «Batman»-Schütze von Colorado, der 12 Menschen in einem Kino erschossen hatte, erhielt kurz vor seiner Tat von seiner Uni Hausverbot, weil er sich mit seinem Professor anlegte.

Bildstrecke im Grossformat »
Der Attentäter von Aurora: James Holmes hat in einem Kino insgesamt 12 Menschen erschossen. Am 23. Juli steht er erstmals vor Gericht. (Screenshot CNN) US-Präsident Barack Obama hat den Familien der Opfer der Bluttat von Aurora am 22. Juli 2012 Trost zugesprochen. «Ganz Amerika und ein Grossteil der Welt denkt an euch», erklärte er nach seiner Ankunft in Colorado. Einen Tag nach dem Massaker von Aurora können Expertern der Polizei in der Wohnung des mutmasslichen Attentäters zahlreiche Sprengfallen entschärfen. Hier stellen Ermittler Beweismaterial in Form von Laptops und anderen elektronischen Datenträgern sicher. (21. Juli 2012) Der Täter hat sich übers Internet mit Waffen, Schutzwesten und Munition eingedeckt. Ein Sprengsatz sei durch eine kontrollierte Explosion detoniert und etliche andere entschärft worden, nachdem ein Roboter ein elektrisches Kabel durchtrennt hat. In der Nacht auf den Freitag, 20. Juli 2012, stürmte ein 24-jähriger Mann ein Kino in Aurora, Colorado, und tötete 12 Menschen. Er wurde noch in der Nacht festgenommen. Die örtliche Polizei versucht seither, sich Zugang zum Appartement des Schützen zu verschaffen. Weil der Attentäter in seiner Wohnung Sprengstoff gebunkert hatte, muss die Polizei äusserst vorsichtig Vorgehen. Mit einer Kamera versuchten die Einsatzkräfte, sich einen Eindruck vom Appartement zu machen. Mit einer Gasmaske hatte der Schütze den Kinosaal betreten, dort ein unbekanntes Gas freigesetzt und in die Menge geschossen. In diesem Appartementhaus wohnte der Täter. Nachbarn wurden evakuiert. Danach wurde Equipment aufs Dach eines Nachbarhauses gebracht. Der Attentäter, James Holmes, 24, liess sich widerstandslos festnehmen. Alex Sullivan feierte seinen 27. Geburtstag mit der Mitternachtspremiere. Eine Kugel setzte seinem Leben ein Ende. (Screenshot) Jennifer Seeger hat den Amoklauf überlebt und erzählt ihre Geschichte der lokalen TV-Station. Marcus Weaver wurde getroffen, als er ein blutendes und bewusstloses Mädchen hinaustragen wollte. Seine Begleiterin für den Kinoabend, eine alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, wurde am Abend Lokalzeit noch vermisst. Jamie Rohrs war mit seiner Partnerin und der vierjährigen Tochter sowie dem vier Monate alten Baby Ethan im Kino. Die ganze Familie entkam dem Amokschützen. Katie Medley, die an dem verhängnisvollen Abend ebenfalls im Kinosaal von Aurora sass und unverletzt blieb, hat einen gesunden Jungen zur Welt gebracht. Ihr Mann Caleb kämpft weiter um sein Leben - ein Stockwerk unter ihr. Der Schütze hatte aus vier verschiedenen Waffen geschossen, die er alle seit Mai legal erworben hatte. Bei einer Mahnwache gegenüber der Aurora Mall mit dem Multiplexkino finden sich im Lauf des Tages immer wieder Überlebende, Angehörige und Bürger von Aurora ein, um Trost zu finden. Plakate und Blumen werden niedergelegt. Die Menschen wollen wissen, wo sie ihrer Betroffenheit Ausdruck geben können. Die Bewohner von Aurora sind tief geschockt. Im Kino hatten fast alle von ihnen manche unbeschwerte Stunde verbracht. In diesem Haus in einem Mittelklasse-Quartier in San Diego war James Holmes aufgewachsen. In der Westview Highschool hatte Holmes sich ein Stipendium fürs College verdient und Fussball gespielt. Schweigeminute vor dem Baseballspiel zwischen den New York Yankees und den Oakland Athletics am Freitag in Oakland, Kalifornien. Colorados Gouverneur John Hickenlooper war an der Medienkonferenz sichtich bewegt und verlos einige Male die Stimme. Im Cinema Century 16 geschah die Tragödie. Vier der Kinosäle zeigten die Mitternachtspremiere von «The Dark Knight Rises», alle waren komplett ausverkauft. Im Publikum sassen viele Jugendliche. Am frühen Morgen war die Lage unübersichtlich. Zahlreiche Menschen standen vor dem Kinokomplex und warteten auf Angehörige und Freunde. Der Film lief seit etwa 15 Minuten, als Rauch von Rauchbomben den voll besetzten Saal des Kinos 9 füllte. Kurz darauf fielen Schüsse. 10 Menschen starben im Kino, zwei weitere erlagen im Spital ihren Verletzungen. Vor dem Kino herrschte Angst und Chaos. Zahlreiche Menschen warteten auf Angehörige und Freunde. Daniel Oates, Polizeichef von Aurora, war tief betroffen. Unter den Verletzten waren zahlreiche Jugendliche, Kinder und ein Baby. Dieses konnte im Verlauf des Tages den Spital wieder verlassen. Der erste Notruf ging um 00.30 bei der Polizei ein, 30 bis 90 Sekunden später seien die ersten Polizisten vor Ort gewesen. Das Kino Century Cinema 16 befindet sich im Zentrum von Aurora, einem Vorort von Denver, Colorado.

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Der mutmassliche Kino-Attentäter von Aurora hatte kurz vor seiner Tat einen Professor bedroht, weshalb ihm die Hochschule ein Hausverbot erteilte. Das geht aus Unterlagen hervor, die die Staatsanwaltschaft am Freitag veröffentlichte. Die Dokumente werfen ein neues Licht auf die Tat, bei der der Verdächtige James Holmes im Juli zwölf Menschen tötete und fünf verletzte.

Nur wenige Minuten vor der Tat soll Holmes nach Angaben seiner Anwälte vergeblich versucht haben, mit der Psychiaterin der Hochschule zu telefonieren. Seine Anwälte betrachten ihn als geistig gestört. Vermutlich werden sie deshalb in dem Prozess auf nicht schuldig wegen Unzurechnungsfähigkeit plädieren.

Gegen Holmes hat die Staatsanwaltschaft inzwischen 152 Anklagepunkte zusammengetragen. Ihm werden unter anderem Mord und versuchter Mord im Zusammenhang mit dem Blutbad am 20. Juli in Aurora vorgeworfen. Bei einer mitternächtlichen Premiere des neuen Batman-Films hatte er in einem Kino in die Zuschauerreihen geschossen.

(dapd)