Pferdefleisch-Skandal

16. Juli 2017 23:39; Akt: 16.07.2017 23:40 Print

Europol sprengt Fleischbetrüger-Bande

Pferde- statt Rindfleisch: der Skandal von 2013 schlug hohe Wellen. Nun wurde der Betrüger-Ring zerschlagen, der für den Skandal verantwortlich sein soll.

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Bild zeigt die spanischen Behörden und Europol während der Ermittlungen an einem nicht genannten Ort, veröffentlicht am 16. Juli 2017. (Bild: Europol Handout)

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Europäische Ermittler haben einen internationalen Ring von Fleischbetrügern zerschlagen und Europol hat insgesamt 66 Verdächtige festgenommen. Die Bande unter Leitung eines niederländischen Fleischhändlers soll für den grossen europäischen Pferdefleisch-Skandal von 2013 verantwortlich sein.

Sie soll billiges Pferdefleisch als teures Rindfleisch deklariert und verkauft haben, teilte Europol am Sonntag in Den Haag mit. Das Fleisch war nicht für menschlichen Verzehr geeignet und zum Teil mit Medikamenten behandelt.

Der Kopf der Bande soll ein niederländischer Fleischhändler sein, wie Europol mitteilte. Er wurde in Belgien festgenommen. Den Verdächtigen wird unter anderem Betrug, Dokumentenfälschung und Verbrechen gegen die Gesundheit der Bevölkerung vorgeworfen.

Ermittler in acht Ländern

Der Skandal war 2013 ans Licht gekommen, als in Irland Pferdefleisch in Hamburgern entdeckt worden war. Danach wurde auch in anderen europäischen Ländern Pferdefleisch in Mahlzeiten gefunden, obwohl auf deren Etiketten reines Rindfleisch stand.

Im Sommer 2016 hatten die spanischen Umweltbehörden Unregelmässigkeiten beim Handel mit Pferdefleisch festgestellt. Fleisch war falsch ausgezeichnet und exportiert worden. Die Ermittler kamen dem niederländischen Grosshändler auf die Spur, der das betrügerische Netzwerk aus Calpe in Alicante leitete, wie Europol mitteilte.

An der Operation unter Leitung der spanischen Polizei waren Ermittler in acht Ländern beteiligt. Es seien auch mehrere Bankkonten, Immobilien und Luxusautos beschlagnahmt worden.

(sep/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom am 17.07.2017 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist Zeit umzudenken!

    Nicht der Fleischkonsum ist das Problem, sondern der Fleischkonsument! Der sich nicht damit auseinandersetzt woher das Fleisch kommt und wie es produziert wird, wenn es so billig ist! Würden wir ganz einfach frisch kochen und das Fleisch dort einkaufen, wo der Weg des Tieres zurückzuverfolgen ist, zb. Beim Bauern um die Ecke, würden solche Skandale/Massentierhaltungen etc. bald der Vergangenheit angehören! Aber Hauptsache bequem und billig, das Phänomen unserer Gesellschaft und Zeit! Auf Kosten des Tierwohls und letztlich unserer Gesundheit..

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  • Negan am 17.07.2017 01:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lasagne Pferdi

    Weiss immer noch nicht, was ich davon halten soll. Teilweise mit Medikamenten behandelt? Das ist doch praktisch jedes (Billig)Fleisch. Vollgestopft mit Antibiotika aller Sorten und Arten

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  • Typhoeus am 17.07.2017 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewinnsucht ist die Triebfeder

    jeden Betrugs. Am schlimmsten bei Ernährung und Gesundheit.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Radix am 17.07.2017 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich liebe Pferde

    Fleisch an Kräuterbuttersauce und mit Pommes.

  • Reto54 am 17.07.2017 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glücklich fleischlos

    Wenn ihr nicht wollt, dass Tiere leiden dann esst sie nicht. Ganz einfach. Wenn eine Katze ausgesetzt wurde, schreien alle auf. Wenn einem Kalb der Bolzen in den Kopf geschossen wird, schauen alle weg. Arme, heuchlerische Menschheit, steuert mit ihrem Fleischkonsum wohlwissend den degenerativen Krankheiten entgegen. Aber Hauptsache es schmeckt.

  • Kritischer Denker am 17.07.2017 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Am Besten keine tietischen Produkte

    Kein Mensch braucht Fleisch zum Überleben (ausser er hat keine andere Wahl). Aber er will das Fleisch und bildet sich ein, dass es gesund ist. Er bildet sich ein, dass es okey ist, 'mindetwertige' Lebewesen einfach zu töten oder für andere Produkte zu missbrauchen, damit er etwas Genuss hat. Aber er bezahlt dann auch dafür... mit seiner Gesundheit und mit der Zerstörung seines Planeten. Es ist mir unverständlich, wie viele diese Zusammenhänge nicht sehen wollen. Dabei ist es so offensichtlich...

  • Tierschützer am 17.07.2017 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angebot & Nachfrage

    Wo Nachfrage herrscht, gibt es Angebote. Möglichst billig, alles andere ist irrelevant. Es lebe die Bestie Mensch.

  • Andrea Matter am 17.07.2017 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Tierwohl

    Das Tierwohl soll an erster Stelle sein, dann kann man jedes Fleisch essen, auch Hund und Katze, wer mag. Bei dem von Kunden und Industriefood sehr gefragten Billigfleisch geht das aber nicht. Ist beim Gemüse genau so, wer nichts zahlen will, bekommt aufgepushte Ware, vollgepumpt mit Dünger und Giften, die Arbeiter mit Hungerlöhnen. Das Geld wird nur oben gemacht, nicht bei den Chauffeuren, Verkäufern, Arbeitern oder normalen Bauern.