Kenmare, North Dakota

02. Mai 2014 20:41; Akt: 02.05.2014 20:41 Print

Mutter lässt 13-jährigen Sohn verhungern

Eine Frau muss sich in North Dakota für den Tod ihres Sohnes verantworten. Der 13-Jährige wog zum Schluss weniger als 10 Kilogramm.

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Jessica Lee Jensen aus Kenmare, North Dakota, liess ihren 13-jährigen Sohn verhungern. (Bild: Keystone/AP/Ward County Sheriff's Office)

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Der Sohn von Jessica Jensen aus Kenmare im US-Bundesstaat North Dakota wog nur noch 9,5 Kilogramm, als er starb – rund ein Viertel des Normalgewichts. Ein Gericht machte die 35-jährige Mutter für seinen Tod verantwortlich: Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter Mord, Vernachlässigung eines Kindes und das Nichtmelden eines Todesfalls vor.

Jensen plädiert auf unschuldig. Doch die Aussagen der Ermittler und des Gerichtsmediziners weisen in eine andere Richtung.

Fenster mit schwarzem Plastik abgedeckt

Forensiker William Massello sagte vor Gericht aus, der 13-jährgie Junge sei an einer «chronischen Mangelernährung» gestorben. Das Kind habe unter einer Essstörung gelitten, die seine Mutter unbehandelt liess.

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, sei auch die Ermittlerin Laura Forbes in den Zeugenstand gerufen worden. Die Polizistin sagte, dass Jensen ihren Sohn immer wieder in sein Schlafzimmer eingesperrt habe. Die Fenster des Raumes seien mit schwarzem Plastik und Holzleisten verriegelt gewesen. Im Zimmer habe überall Abfall gelegen, und es habe nach Urin und Kot gerochen.

Die Mutter hat laut eigenen Angaben ihre drei Kinder seit 2009 zu Hause unterrichtet. Doch Ermittlerin Forbes stellte dies infrage: Im ganzen Haus habe sie nur eine einzige Einkaufstüte mit Büchern gefunden.

Jede Menge Essen im Haus

Mutter Jensen hatte zudem angegeben, ihr Sohn leide an einer Essstörung. Er habe sich nach jeder Mahlzeit übergeben müssen und sei deswegen in ärtzlicher Behandlung gewesen. Ermittlerin Forbes hingegen sagte dem Gericht, dass es keine Beweise dafür gebe, dass Jensen ihre Kinder in den letzten Jahren zu ärztlichen Kontrollen gebracht habe.

«Der Junge war nur noch Haut und Knochen», so Forbes. Jessica Jensen habe zwei Stunden nach dem Tod ihres Sohnes gewartet, bevor sie die Behörden alarmierte. Als die Sanitäter eintrafen, war die Leichenstarre bereits eingetreten.

Bei ihrer ersten Hausdurchsuchung habe Forbes ausserdem «jede Menge» Esswaren gefunden. Die Angeklagte habe offenbar keine finanzielle Schwierigkeiten gehabt, um ihre Familie zu ernähren.

Der Gerichtsfall soll erst im September verhandelt werden.

(kle)