Kryonik

24. April 2015 08:57; Akt: 24.04.2015 08:57 Print

Eltern lassen krebskranke Tochter einfrieren

Die kleine Matheryn stirbt an einem aggressiven Gehirntumor. Doch ihre Eltern hoffen, dass sie irgendwann weiterlebt. Sie haben die Zweijährige einfrieren lassen.

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Die kleine Matheryn starb an einer aggressiven Form von Gehirnkrebs. (Bild: Screenshot Facebook)

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Ein Kind zu verlieren ist das Schlimmste, was Eltern passieren kann. Viele Menschen würden alles tun, um den frühzeitigen Tod von Sohn oder Tochter zu verhindern. Der Fall der kleinen Matheryn aus Thailand geht jedoch weit über die übliche Elternliebe hinaus.

Als bei der Zweijährigen im April 2014 eine aggressive Form von Gehirnkrebs entdeckt wurde, operierten die Ärzte in einem Bangkoker Spital sofort. Sie entfernten die Hälfte eines elf Zentimeter langen Tumors in der linken Gehirnhälfte, machten den Eltern jedoch kaum Hoffnung. Matheryn fiel ins Koma. Die Mediziner rieten dazu, die lebenserhaltenden Maschinen abzustellen.

Kampf gegen den Tumor

Doch nach einer Woche erwachte das Kind wider Erwarten aus dem Koma – und die Eltern beschlossen, gegen den Krebs zu kämpfen. «Vielleicht können wir ihn nicht besiegen, aber Matheryns Leben kann die Menschheit im Kampf gegen den Krebs voranbringen», sagte ihr Vater einem Reporter von «Vice».

Binnen eines Jahres wurde das Mädchen 20-mal am Gehirn operiert, es musste 20 Chemotherapien und 20 Strahlungstherapien über sich ergehen lassen. Matheryn verlor 80 Prozent ihrer linken Hirnhälfte, ihre rechte Körperseite war zu einem Grossteil gelähmt. Zwischenzeitlich schienen die Behandlungen erfolgreich zu sein. Matheryn konnte wieder stehen und mit beiden Augen sehen.

Doch im November 2014 verschlechterte sich ihr Zustand. Der Krebs hatte gestreut, Metastasen lähmten ihre Muskeln im Gesicht und am Körper. Am 8. Januar 2015 wurden die lebenserhaltenden Instrumente schliesslich abgestellt.

Konserviert für die Zukunft

Doch Matheryns Eltern – beide Wissenschaftler – wollten sich mit dem Tod ihrer Tochter nicht abfinden. Sie hatten vorgesorgt: Der Körper der Toten sollte eingefroren werden, um in ferner Zukunft vielleicht ein zweites Leben geschenkt zu bekommen. Ärzte aus den USA entnahmen Matheryns Gehirn und ihr zentrales Nervensystem. Entnommene Krebszellen sollten der Forschung zugute kommen, um eine mögliche Therapie zu entwickeln.

Matheryns sterbliche Überreste wurden in den US-Bundesstaat Arizona gebracht. Dort lagern sie nun bei minus 196 Grad in flüssigem Stickstoff bei der Alcor Life Extension Foundation, einem Unternehmen, das auf das Verfahren der Kryonisierung spezialisiert ist, also auf das Einfrieren von Menschen. Matheryns Eltern hoffen, dass es irgendwann möglich sein wird, ihr Gehirn in einen neuen Körper einzupflanzen. Ob das jemals passiert, ist fraglich. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

(mlr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schokierter am 24.04.2015 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lasst sie gehen.

    Sie hat in ihrem leider sehr kurzen Leben mehr mitgemacht wie manch andere. Sie sollte nicht damit bestraft werden zweimal sterben zu müssen.

  • Anna weiss am 24.04.2015 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverstand

    Leben bedeutet mehr als Körper Funktionen. Mensch ein ist Bewusstsein dazu gehört Seele und die lässt sich nicht einfrieren.

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  • sisela am 24.04.2015 09:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wow

    wow sehr schlimme geschichte. das mädchen war ja sehr tapfer wenn es sich das alles über sich ergehen liss. eltern versuchen alles wenn es um ihre kinder geht. würde ich warscheindlich auch. 20 Operationen usw . das ist viel. da kann ich nur sagen . wünsche den eltern viel kraft. und vor allem ruhe in frieden kleines mädchen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Denker am 25.04.2015 00:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es steht uns nicht zu zu urteilen!!

    Loslassen ist etwas vom Wichtigsten und gleichzeitig etwas vom Schwersten im Leben! Ich musste schon früh diese Erfahrung machen und ich weiss, dass auch die Zukunft solche Erfahrungen bringen kann/wird und das macht natürlich auch Angst. Dennoch versuche ich ins Leben zu vertrauen und ich konnte viele spirituelle Erfahrungen machen, die mich tragen und mir Gewissheit und Kraft geben! Nie habe ich erlebt, wie es ist, als Eltern ein Kind so früh loslassen zu müssen. Deswegen finde ich es anmassend, hier zu urteilen! Ich hoffe die Eltern schaffen es... aus Liebe loszulassen!

  • Laura am 25.04.2015 00:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach was

    "Matheryns Eltern hoffen, dass es irgendwann möglich sein wird, ihr Gehirn in einen neuen Körper einzupflanzen" Und was bitte soll das bringen? Ziemlich unlogisch finde ich. Du hast es nun hinter dir die Tortur, kleines süsses Mädchen, du bist jetzt bestimmt ein Engel. Ruhe in Frieden kleiner Schatz.

  • Sabine Seitz am 24.04.2015 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbei ist vorbei!

    Ich musste beim Lesen des Artikels an den Horror-Schocker "Friedhof der Kuscheltiere" denken. Aber: Vorbei ist vorbei! -- Möge ihre Seele Ruhe finden!

  • J. G. am 24.04.2015 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mitleid

    Ich habe wirklich grosses Mitleid mit dieser Familie. Ich finde einfach, dass dieses Mädchen ein schönes Begräbnis verdient hätte.

  • Adm am 24.04.2015 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Beileid.

    es zerbricht mir das Herz. Ich kann und will nicht verstehen wieso so ein unschuldiges kleines Kind leiden musste. Mir fehlen die Worte... Wünsche den Eltern viel Kraft.