Triebe hinter Gittern

15. August 2012 15:03; Akt: 15.08.2012 15:22 Print

Häftling dank Sperma-Schmuggel Vater

Was tun, wenn eine Frau ein Kind will und der Mann wegen Terrorismus seit 14 Jahren hinter israelischen Gittern sitzt? Ein palästinensisches Ehepaar wusste sich zu helfen.

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Fast vereint: Mutter Dalal mit dem neugeborenen Sohn Muhannad. Im Hintergrund ein Bild von Vater Amar, der seit 1998 im Gefängnis sitzt. (Bild: AFP)

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Dalal Zaban (31) ist überglücklich: Die Palästinenserin brachte in einem Krankenhaus in Nablus eben erst einen gesunden Jungen, Muhannad, zur Welt. Und das, obwohl ihr Mann Amar (37) seit 1998 in einem israelischen Gefängnis sitzt.

Damit sich der Kinderwunsch der beiden erfüllte, mussten sie zu einer List greifen: Amar liess sein Sperma verbotenerweise aus dem Gefängnis schmuggeln, erzählt seine Ehefrau. Wie dies genau vonstatten ging, bleibt allerdings das Geheimnis des Paares.

Nach der erfolgreichen Schmuggelaktion führte ein Arzt eine ebenso erfolgreiche künstliche Befruchtung durch. Jetzt sind die Zabans stolze Eltern von insgesamt drei Kindern.

Der frischgebackene Vater Ammar sitzt seit 1998 wegen Terrorismus eine langjährige Haftstrafe ab. Entsprechend schwierig war die Familienplanung. Dazu kam, dass Zaban ihren Gatten nach eigenen Angaben seither nur viermal besuchen durfte.

(gux/dapd)