Drama in Südafrika

20. April 2012 14:55; Akt: 20.04.2012 15:54 Print

Doku-Filmer locken Haie an - Surfer zerfleischt

Ein 20-jähriger Surfer wird von einem Hai attackiert und getötet - in einer seit Jahren ruhigen und Hai-freien Bucht. Brisant: Ein Film-Team hatte die Tiere für eine Dokumentation geködert.

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19. April 2012 in der Kogel Bay bei Kapstadt in Südafrika: Der Surfer David Lillienfeld, Mitglied der südafrikanischen Surf-Mannschaft, wurde von einem Hai so schwer verletzt, dass er verstarb, bevor die Sanitäter eintrafen. Auf den Felsen trauern der Vater und Bruder des Verstorbenen. David Lillienfeld lag auf seinem Brett und wartete auf die nächste Welle, als ein vier bis fünf Meter grosser weisser Hai ihn attackierte. Er stiess dem Hai noch ein Brett gegen den Kopf - vergeblich. Bei der dritten Attacke packte der Hai zu und biss Lillienfeld das Bein glatt ab. Sein jüngerer Bruder Gustav befand sich in der Nähe und konnte David auf ein Brett ziehen und an Land bringen. Jede Hilfe kam jedoch zu spät. Gustav und sein Vater blicken hinaus aufs Wasser, wo David zerfleischt wurde. An diesem Surfer-Treffpunkt ist es in den letzten 20 Jahren zu keinem Vorfall mit Haien gekommen. Völlig unerwartet wurde der wunderschöne Surfnachmittag für den 18-Jährigen zum Alptraum. Die Freunde von Gustav und David übten sofort Kritik: Schuld an der Attacke seien Filmaufnahmen mit Haien, die derzeit in derselben grossen Bucht, der False Bay bei Kapstadt, gemacht werden. Der amerikanische Dokumentarfilmer Chris Fischer und sein Team machen Aufnahmen für den Fernsehfilm «Shark Men» (Hai-Männer). Dabei locken sie, wie hier auf dem Bild von Chris Fischers Website, grosse Haie mit Ködern in die Nähe ihres Schiffs, um die Tiere zu erforschen und zu filmen. Drei Tage vor der Attacke hatten sie so Haie in jene Bucht gelockt, in der der Surfer attackiert wurde.

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Es war ein sonniger Tag mit perfekten Wellen, den einige Bodysurfer an der südafrikanischen Küste in der Nähe von Kapstadt am 19. April genossen. Doch die Idylle in der Kogel Bay, einem beliebten Surfertreffpunkt, wurde kurz nach Mittag jäh und brutal durch eine Hai-Attacke zerstört. Ein vier bis fünf Meter grosser weisser Hai ging auf einen der Surfer los, der auf dem Brett lag und auf eine Welle wartete.

Der attackierte 20-jährige David Lillienfeld, ein Mitglied der südafrikanischen Surfmannschaft, wurde bei der ersten Attacke ins Wasser geworfen. Er versuchte, den Hai mit seinem Brett abzuwehren, stiess ihm damit gegen den Kopf. Zunächst gelang ihm dies auch. Doch der Hai liess nicht locker. Bei der dritten Attacke packte er zu und verletzte Lillienfeld tödlich. «Er biss ihm sein Bein glatt ab», erzählt der geschockte Surfer Mat Marais der südafrikanischen Zeitung «Cape Argus».

Bis zu sechs grosse weisse Haie

Davids jüngerem Bruder, der in der Nähe war, gelang es, den Verletzten auf ein Brett zu zerren und in Richtung Land zu transportieren. Doch David verlor so viel Blut, dass er starb, bevor die Sanitäter ankamen.

Der Tod des jungen Sufers schlägt in Südafrika grosse Wellen. Der beliebte Surfertreffpunkt zwischen Rooi Els und Gordon’s Bay in der Nähe von Kapstadt galt als relativ sicher. «In den letzten zwanzig Jahren wurde hier niemand von Haien attackiert», sagt Mat Marais. Nach der Attacke wollen Augenzeugen aber bis zu sechs grosse weisse Haie in der Nähe gesehen haben.

Mit Ködern in derselben Bucht Haie angelockt

Die Bewohner von Kapstadt glauben, die Attacke hänge mit einem Filmprojekt zusammen, das National Geographic finanziert. Der amerikanische Dokumentarfilmer Chris Fischer macht derzeit Aufnahmen für den Fernsehfilm «Shark Men» (Hai Männer). Fischers Team hatte am Sonntag und Montag in derselben rund 15 Kilometer breiten Bucht grosse weisse Haie mit Ködern angelockt, um sie zu erforschen und zu filmen. Fischer hatte für diese Aufnahmen extra eine Lizenz erhalten.

Diese wurde ihm nach der Attacke umgehend entzogen. «Der Unfall ist eine schreckliche Tragödie, ich bin schockiert. Von jetzt an wird es keine solche Forschungsarbeiten mehr geben», sagt der Leiter des Departements für Küste und Biodiversität.

Schon als die Regierung die Erlaubnis für die Filmaufnahmen ausgab, befürchteten Kritiker, damit könnten beliebte Strände gefährdet werden. Ein Kenner und Fotograf von weissen Haien forderte, dass während der Filmaufnahmen in der ganzen Region die höchste Hai-Warnstufe ausgerufen werde. Doch die Regierung teilte diese Bedenken nicht.

Nun richtet sich die Wut vieler Südafrikaner gegen Chris Fischer. In Kommentaren auf Facebook ziehen sie über den Filmer her und geben ihm die Schuld am Tod des vielversprechenden Surfers. Auf Facebook antwortet dieser: «Der schreckliche Verlust der Familie tut uns leid, mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei den Angehörigen.»

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nicole Kunz am 20.04.2012 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Anschuldigungen

    traurig für die Familie des Verstorbenen. Jedoch die Schuld Fischer zuzuschreiben, finde ich falsch. Die Regierung hätte mitteilen sollen, dass dort Haie angelokt werden und es gefährlich ist. Somit hätten Sie es wissen können, in diesen Tagen besser nicht zu surfen..

    einklappen einklappen
  • Heinz Hoffmann am 21.04.2012 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    False Bay

    Ich kenne den Ort, wunderschön und sicher. In der False Bay Indian Ocean Seite sieht man immer mehr Haie. Als Windsurfer habe ich selber schon welche gesehen und war z.T nur 2-3 Meter von ihnen entfernt. Aber Bodysurfer liegen im Wasser und das sieht dan wie eine Robbe aus. Man sollte aufhören die Haie anzulocken.

  • Marcel am 21.04.2012 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährlich

    Auf der ganzen Welt gibt es jährlich ca. 100 Angriffe durch Haie. Durch umstürzende Cola Automaten kamen 2010 weltweit 109 Leute um. Wer Auto fährt ist um einiges lebensmüder als die Surfer in Südafrika. Nur berichten halt die Medien nicht über jeden toten Autofahrer der Welt. Wie würde Einstein sagen : "Alles ist relativ ", die Wahrnehmung von Gefahren sowieso.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Paul am 21.04.2012 21:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe ich nicht

    Ihr seid ja alle sehr erhaben und wisst so viel ueber haie. Gibt dem verstorbenen und seiner familie doch einwenig respekt, auch wenn haie nur haie sind..

  • Ein Surfer am 21.04.2012 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Hai zäme

    Ich sehe den Fehler eigentlich nur bei den Behörden, welche eine Warnung für nicht nötig hielten. Natürlich ist Südafrika für grosse Haiaufkommen bekannt, aber Haiattacken passieren extrem selten. Eigentlich gibts schlimmeres als Haie :) zb. gewisse Quallen, Steinfische etc. RIP David

  • Marcel am 21.04.2012 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährlich

    Auf der ganzen Welt gibt es jährlich ca. 100 Angriffe durch Haie. Durch umstürzende Cola Automaten kamen 2010 weltweit 109 Leute um. Wer Auto fährt ist um einiges lebensmüder als die Surfer in Südafrika. Nur berichten halt die Medien nicht über jeden toten Autofahrer der Welt. Wie würde Einstein sagen : "Alles ist relativ ", die Wahrnehmung von Gefahren sowieso.

  • taucherli am 21.04.2012 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Behörden sind schuld

    genau, die Schuld liegt wenn schon bei den Behörden. Sie hätten für die Zeit der Dreharbeiten die Strände sperren müssen. Die Fischer und Filmemacher trifft doch überhaupt keine Schuld. Sie haben gehandelt wie viele vor Ihnen und haben auch die Regeln beachtet und die Behörden informiert..

  • N.R am 21.04.2012 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drama?

    Naja, es ist nie schön zuhören das ein Mensch gestorben ist. Egal wie es passiert ist. Aber täglich sterben in afrika viel mehr kids weil sie unterernährt sind. Warum macht man den jetzt so ein Drama um einen Hai? Man sollte sich besser bemühen andere Menschen leben zu retten, anstatt hier den Hai zu beschuldigen oder die Behörden. Tot ist tot. RIP