England

11. März 2017 20:10; Akt: 11.03.2017 20:10 Print

500 Tiere sterben in Zoo – Schliessung gefordert

Im englischen South Lakes Safari Zoo vegetieren die Tiere unter katastrophalen Zuständen vor sich hin. Jetzt soll der Tierpark geschlossen werden.

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Den South Lakes Safari Zoo als Ort des Grauens zu beschreiben, ist noch eine Untertreibung: In den vergangenen vier Jahren sind in der Einrichtung in Dalton-in-Furness in der nordenglischen Grafschaft Cumbria rund 500 Tiere verendet. Allein im vergangenen Jahr sollen es 123 Tiere gewesen sein. In britischen Medien kursieren Bilder eines Jaguars, der seine eigene Pfote angefressen hat, einer blutigen Giraffe und Fotos von Pinguinen, deren Betonbecken im Hochsommer kein Wasser hat.

Experten inspizierten den Zoo und legten kürzlich einen Bericht vor, der den Behörden empfiehlt, die Lizenz des Besitzers nicht zu verlängern. Nun droht dem Tierpark die Schliessung. Auch eine Online-Petition mit bereits über 80'000 Unterstützern fordert, dass der Zoo geschlossen wird.


Gesunde Löwenbabys eingeschläfert

Das Expertengutachten bringt erschütternde Details ans Licht, wie der Sender Sky News berichtet: Sieben gesunde Löwenjunge und fünf junge Paviane wurden eingeschläfert, weil es nicht genug Platz für sie gab. Eine Schildkröte starb nach dem Kontakt mit einem Elektrozaun – die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Ein Zoowärter sagte gegenüber den Inspektoren aus, ihm und den anderen Angestellten sei gesagt worden, sie sollten die Kadaver der Tiere einfach entsorgen und niemandem etwas davon sagen. Erst im Juni 2016 war der Zoo, in dem rund 1600 Tiere leben, zu einer Zahlung von umgerechnet 314'000 Franken verurteilt worden, weil die Zoowärterin Sarah McClay (24) im Jahr 2013 von einem ausgebrochenen Sumatra-Tiger getötet worden war.

«Einer der schlimmsten Fälle»

Die Tiere in dem Zoo seien generell in einem sehr schlechten Gesundheitszustand, stellten die Experten fest. 16 Tiere waren in der Vergangenheit von ihren eigenen Artgenossen getötet worden, ein Känguru lag völlig abgemagert und entkräftet in seinem Gehege. Nicola O'Brien von der Tierschutzorganisation Captive Animals' Protection Society beschreibt die Zustände gegenüber Sky News als «einen der schlimmsten Fälle, die wir je gesehen haben».

Der Besitzer David Gill betreibt die Anlage seit 1994. Er wolle den Zoo selbst gar nicht weiterführen, liess sein Rechtsanwalt verlauten. Er habe die Lizenz nur beantragt, damit der Zoo weiterbestehe, bevor ihn ein neues Unternehmen übernehme.

(mlr)