Kurioser Fauxpas

21. Februar 2017 13:25; Akt: 21.02.2017 14:37 Print

Arbeiter-Imbiss bekommt Michelin-Stern verliehen

Im Le Bouche à Oreille in Bourges verbringen normalerweise Arbeiter ihre Mittagspause. Kurzzeitig wurde die Brasserie aber zum Gourmet-Tempel.

Ein Imbiss in Bourges wurde kurzzeitig zum Gourmet-Tempel. (Quelle: KameraOne)
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Der Imbiss Le Bouche à Oreille in der französischen Kleinstadt Bourges ist nicht das, was man einen Gourmet-Hotspot nennen würde. Vor der kleinen Brasserie stehen drei Tische mit blauen Plastikstühlen, in der Auffahrt daneben stehen die Mülltonnen. Für schmale 12.50 Euro bekommen Handwerker in ihrer Mittagspause hier währschafte Hausmannskost.

Umso verwunderlicher war für die Wirtin Véronique Jacquet in der vergangenen Woche der Ansturm von neuen Gästen in ihrem unscheinbaren Lokal, darunter Restaurantkritiker, Feinschmecker und Fernseh-Teams. Des Rätsels Lösung war bald gefunden: Die französische Ausgabe des «Guide Michelin» hatte die Arbeiterkneipe mit einem Stern ausgezeichnet – allerdings versehentlich.

«Ich gehe in Arbeit unter»

Eigentlich hatte der Gastronomieführer ein Gourmet-Restaurant gleichen Namens in der Nähe von Paris auszeichnen wollen. Zur Verwechslung trug bei, dass beide Lokale in einer ähnlich klingenden Strasse liegen – in der Rue de la Chapelle und in der Route de la Chapelle.

Zwei Tage nach der Veröffentlichung korrigierten die Verantwortlichen den Fauxpas auf der Michelin-Website, doch in der Zwischenzeit kam der kleine Imbiss an seine Grenzen. «Ich gehe in Arbeit unter. Da sind alle diese neuen Gäste, die Tische für zwei, drei oder vier Personen wollen, und gleichzeitig habe ich alle meine Stammgäste», sagte die Besitzerin Jacquet zu «Le Parisien».

Der Koch, dem die Ehre eines Michelin-Sterns eigentlich zuteil wurde, nimmt die Verwechslung mit Humor. Er habe herzlich gelacht, beteuerte Aymeric Dreux gegenüber dem «Telegraph», und Madame Jacquet am Telefon zu einem Besuch in seinem Restaurant eingeladen. Er selbst wolle einmal auf ein Mittagessen und ein Bier in ihrem Imbiss vorbeikommen.

(mlr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sehnsucht 67 am 21.02.2017 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht gleich gut?

    in einem sogenannten Arbeiterimbiss kann es durchaus etwas feines zu essen geben. Da sollte man nicht gleich das schlimmste befürchten. Hab auch schon in Luxus Restaurants gegessen und nicht immer war das Essen gut.

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  • bnc am 21.02.2017 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Köstlich lustig

    Hehe... Naja finanziell gesehen hat es Rentiert . Und einmal im internen immer im Internen.

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  • Französin am 21.02.2017 13:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soviel kann's nicht kosten

    12.50 Euro für ein Menu an einer Imbissbude in Frankreich? Das glaubt Ihr ja selber nicht. Das muss ein Druckfehler sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Waterpolo1s am 22.02.2017 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Koch :-))

    Wenn der Koch stimmt, stimmt auch das Essen :-))

  • Ich 012 am 21.02.2017 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Seht ihr! Egal wie gut man kochen kann, es muss jemand der bekannter, bedeutender oder so geben, der sagt das es gut schmeckt und schon läuft die Bude!!

    • Peter Moser am 22.02.2017 07:26 Report Diesen Beitrag melden

      Ist doch überall so

      Egal ob auf Tripadvisor, Guide Michelin oder einfach nur Mund zu Mund Propaganda. Man geht dahin wo man gehört hat, es sei gut. Egal von wem. Oder gehen Sie extra in Lokale, welche vom Hören Sagen her ne übelst schlechte Küche haben?

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  • Valerie am 21.02.2017 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Stern der Sympathie

    Wenigstens hätten sie ihr einen "Stern der Sympathie" verleihen können, denn diesen hat sie ganz offensichtlich verdient.

  • RS am 21.02.2017 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eh

    Tolle Reaktion des Sternekochs - c est formidable ca!

  • Schweizer Küche? am 21.02.2017 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Realität

    Schön, dass in Frankreich noch eine Französin in der Küche steht. In der Schweiz wurden in Schweizer Betrieben viele Schweizer Köche von in D ausgebildeten Personen abgelöst. Schade.

    • Martial2 am 22.02.2017 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schweizer Küche

      Das stimmt nicht, ausser Pizzerias, Imbisse Ecke von Ausländer geführt, gibt es noch sehr viele gute traditionelle Restaurants, mit Schweizer Geschäftsführung. Alles klar man muss schon wissen wo die sich befinden!

    • Türli am 22.02.2017 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schweizer Küche

      Wenn man einen Schweizer Pass besitzt, heisst das noch lange nicht, dass man besser kocht! Das sollte heutzutage doch kein Thema sein! In den Küchen gerächt schon sehr lange multikulti! Wo liegt jetzt das Problem?

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