Amazonas

19. November 2016 03:29; Akt: 19.11.2016 03:44 Print

Ureinwohner töten in Brasilien sechs Goldgräber

Sie suchten im brasilianischen Bundesstaat Roraima illegal nach Gold und bezahlten mit ihrem Leben. Mit Pfeilen haben Ureinwohner vom Volk der Yanomami die Männer umgebracht.

storybild

Illegale Goldsucher bringen Krankheiten ins Indianervolk: Die Anavilhanas Inseln im Amazonas Fluss in Brasilien. (17. November 2003) (Bild: Keystone/Epa/Marcelo Sayao)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im Amazonas-Regenwald in Brasilien haben Ureinwohner sechs Goldgräber mit Pfeilen getötet. Vertreter der Ureinwohner hätten den Vorfall selbst gemeldet. Nach Angaben eines Polizeisprechers sind die Ursachen des Konflikts noch unklar.

Wie die brasilianische Behörde zum Schutz der indigenen Bevölkerung (Funai) am Freitag mitteilte, wurden die Männer, die im Amazonas-Gebiet im Bundesstaat Roraima an der Grenze zu Venezuela illegal Gold gesucht hatten, von Angehörigen vom Volk der Yanomami getötet.

Das Volk der Yanomami ist eine der grössten indigenen Gruppen, die noch weitgehend isoliert im Amazonas-Gebiet leben. Nach Angaben der Organisation Survival International, die sich für die Rechte der Ureinwohner einsetzt, gehören ihm rund 35'000 Menschen an. Das Indianervolk wurde in den vergangenen Jahrzehnten aber stark dezimiert, unter anderem durch Krankheiten, die illegale Goldsucher in ihr Siedlungsgebiet eingeschleppt hatten.

Verschmutzung und Viehzucht

Die Goldsucher werden zudem für die Verschmutzung von Flüssen und Wäldern im Amazonas-Gebiet verantwortlich gemacht. Der Lebensraum der Yanomami ist ausserdem durch Viehzüchter bedroht, die ihre Rinderherden am Rande ihres Territoriums weiden lassen.

Nach Angaben der Polizei wurden die sechs Goldsucher bereits Anfang November getötet, ihr Tod sei aber erst jetzt bestätigt worden. Die Polizei will nun gemeinsam mit Funai-Vertretern in die Region reisen, um den Vorfall zu untersuchen. Die Dorfbewohner wollen sich erst in einem persönlichen Gespräch zu ihren Motiven äussern, wie der Yanomami-Vertreter Junio Hekuari der Nachrichtenwebsite G1 sagte.

(foa/sda)