Zweiter Sturm in der Karibik

09. September 2017 14:03; Akt: 09.09.2017 23:02 Print

Hurrikan Jose steuert auf zerstörte Karibik-Inseln zu

Der Wirbelsturm Irma hat einige Inseln der Antillen fast unbewohnbar gemacht. Zeit für den Wiederaufbau bleibt nicht, denn bereits bedroht ein weiterer Sturm die Inseln.

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Die nördlichen kleinen Antillen wurden bereits von Hurrikan Irma mit voller Wucht getroffen. Eine längere Verschnaufpause bleibt den Bewohnern aber verwehrt: Der US-Hurrikanzentrum hat angesichts des sich nähernden Wirbelsturms Jose für mehrere Inseln eine weitere Hurrikan-Warnung publiziert.

Das Auge Joses wird gemäss aktuellen Prognosen am Samstagnachmittag (Ortszeit) als Kategorie-4-Hurrikan mit Windspitzen bis zu 240 Kilometer pro Stunde knapp nördlich an den kleinen Antillen von Osten nach Westen vorbeiziehen. Anders als bei Irma wird also der Augenwall, wo bei Wirbelstürmen jeweils die kräftigsten Winde toben, nicht direkt eine Insel treffen.

Die Prognose und die Warnungen des US-Hurrikanzentrums. (9. September 2017) Bild: NHC

Dass Jose den bereits zerstörten Inseln gefährlich wird, zeigen die Vorbereitungen der Behörden:

  • Jose wird als Erstes Barbuda streifen, die nordöstlichste Insel der Antillen. Die Regierung des Inselstaats Antigua und Barbuda hat die Insel mit Fähren komplett evakuiert, wie «CNN» berichtet. Die Infrastruktur sei von Irma bereits zu 95 Prozent zerstört worden, schätzte Premierminister Gaston Browne nach einer Besichtigung. Auf Barbuda starb ein Kind, als Irma über die Insel fegte. «Ich glaube nicht, dass es einen Raketenforscher braucht, um zu verstehen, dass weiterer Schaden bevorsteht», sagte der Ermittler Frankie Thomas von der Polizei der Inseln Antigua und Barbuda.
  • Etwas später wird der Sturm die Inselgruppe Saint-Barthélemy (FR), St. Martin (FR und NL) und Anguilla (GB) erreichen, für die ebenfalls eine Hurrikan-Warnung herausgegeben wurde. Das französische Innenministerium warnt auf Saint-Barthélemy und St. Martin vor Winden von 130 bis 150 Kilometer pro Stunde, bis zu sechs Meter hohen Wellen und sintflutartigen Regenfällen, wie «Franceinfo» berichtet. Meteo France hat bereits die Warnstufe rot ausgesprochen. Auf der Insel Saint-Barthélemy und dem französischen Teil von St. Martin starben durch Irma mindestens neun Menschen. Sieben weitere Menschen werden vermisst.
  • Über Sint Maarten, dem niederländischen Teil von St. Martin, warfen niederländische Marineinfanteristen aus einem Hubschrauber Flugblätter ab. Darin wurden die Bewohner aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen. Durch Irma starb in Sint Maarteen eine Person, im Chaos nach dem Sturm ist es zu Plünderungen gekommen.
  • Die Behörden in Anguilla sind sich nicht sicher, wie sie einen weiteren Sturm überstehen sollen, berichtet die «New York Times». 90 Prozent der Gebäude seien durch Irma beschädigt worden. Die Schiffshäfen und der Flughafen sind nicht mehr betriebsfähig und können deswegen nicht für Evakuierungen gebraucht werden. «Alles ist zerstört, alle Gebäude sind beschädigt worden, es ist eine Katastrophe», sagt ein Polizeisprecher. Die Polizei nehme weiterhin Telefone entgegen, obwohl das Dach der Polizeizentrale weggeblasen wurde. Die Bewohner und die Einsatzkräfte versuchten nun, so gut wie möglich die Trümmer wegzuräumen, sodass sie während Hurrikan Jose nicht herumgewirbelt werden.
  • Für die weiter westlich gelegenen Jungferninseln gelten noch tropische Sturmwarnungen. Es wird erwartet, dass Jose auf seinem Pfad in den Nordwesten seine Stärke verliert und schlussendlich über dem Atlantik versiegt.
Jeff Masters von US-Wetterdienst Weather Underground schätzt, Jose werde nach Irma zwar definitiv einen Effekt auf die betroffenen Inseln haben. Sie würden jedoch weitgehend starken Wind und heftigen Regen erleben. Der Sturm werde die Hilfseinsätze erschweren, dies sei jedoch nicht vergleichbar mit dem, was die Region bereits durchgemacht habe.

(mch/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Don Logan am 09.09.2017 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Hurrikan

    Leider trifft es immer die ärmsten der Armen.

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  • PUSH B am 09.09.2017 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chaos

    Alles Gute für die Insulaner und den Menschen die betroffen sind. Es ist schmerzlich wieviele Hab und Gut verloren haben und noch werden. Wir können uns anhand der Bilder und Videos trotzdem kein Bild machen. Diese Wucht war und ist zu exzessiv.

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  • René B. am 09.09.2017 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vergleich

    Da sind die Gewitter bei uns direkt harmlos,obwohl diese zum Teil schon sehr schlimm sind. Wünsche den Betroffenen dass sie den Sturm gut überstehen und sie danach genug Unterstützung erhalten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Yahe am 09.09.2017 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auge um Auge

    Die Erde hat es satt mit uns Menschen, die ständig sie ruinieren und schröpfen !

  • Fam. Angst am 09.09.2017 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt es also doch?

    Alle haben wegen dem Weltuntergang nur gelacht, jetzt kommt er aber doch, einfach mit etwas Verspätung!

  • Monika am 09.09.2017 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist erst die Spitze des Eisbergs

    Es wird noch viel verheerender und schlimmer kommen! Vielleicht werden ja mal Millionen von Menschen wegen Naturkatastrophen sterben. Vielleicht werden AKW's zerstört werden... Die Natur ist stärker als alle Armeen der Welt zusammen. Es wird grausam werden.

  • jack19 am 09.09.2017 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    :((

    Würde mich nicht wundern wenn Frau Merkel oder Schulz sagen würden das der Erdogan schuld ist. Diese Menschen tun mir so Leid :( ich wünsche Ihnen nur das Beste :(

  • Toron To am 09.09.2017 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fliegende Leichtbauweise

    Dass die Leichtbauweise der Gebäude einem kräftigen Windchen nicht standhalten kann, ist doch eigentlich sonnenklar. Auch den Amis werden ihre aus Dachlatten gezimmerten Villen um die Ohren fliegen! Ebenso werden die überall aufgestellten Mobilhome herumfliegen und satte Bruchlandungen machen. Das muss so sein und das ganze Gezeter der grünen Hühner ist für die Katz!