Verunfallter Skilehrer

09. März 2017 06:51; Akt: 09.03.2017 10:40 Print

«Schaut, ich habe ein neues Piercing»

Er wollte eigentlich zwischen zwei Bäumen durchspringen. Das klappte für Skilehrer Natty Hagood aber so gar nicht.

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Rund 45 Zentimeter lang war der Ast, der die Unterlippe von Natty Hagood (29) durchstach. Der Skilehrer des Jackson Hole Mountain Resort in Wyoming war mit einem Gast und einem Kollegen in einem Waldstück auf seinem Snowboard unterwegs, als der Unfall passierte. «Es war die erste Abfahrt des Tages und ich hatte gerade ein paar Turns gemacht, als ich die Lücke zwischen zwei Bäumen sah», erzählt der 29-Jährige dem «Idaho State Journal».

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«Normalerweise kam ich immer locker zwischen Bäumen durch. Aber dieses Mal hat es nicht geklappt.» Hagood krachte also zwischen den Bäumen durch, blieb hängen und fiel in den Schnee.

«Schaut, ich habe ein neues Piercing!»

«Erst dachte ich, dass der Kinnriemen meines Helms über meinen Mund gerutscht sei und wollte ihn deshalb nach unten schieben. Erst da merkte ich, dass da ein ganzer Ast an meiner Unterlippe hing», so Hagood. «Dann rief ich: ‹Schaut, ich habe ein neues Piercing!›»

Doch weder Hagoods Begleiter noch der herbeigerufene Pistenservice fanden den Anblick besonders lustig, und als der 29-Jährige den Ast zwecks Stabilisierung kürzte, indem er ihn, noch in der Lippe steckend, einfach abbrach, dürfte einigen noch flauer im Magen geworden sein.

«In dem Moment, als es passierte, verspürte ich überhaupt keinen Schmerz», so Hagood, der jetzt Spitznamen wie Lipstick oder Sticky trägt. Der Schmerz setzte später gleich doppelt ein: Im Spital entfernten Ärzte dann das unfreiwillige Piercing und nähten die Lippe mit 15 Stichen. Kosten laut Hagood: 1500 Dollar.

«Fühle mich sicher nicht schuldig»

Um diese Rechnungen bezahlen zu können, richtete der Skilehrer auf Gofundme eine Seite ein, wo er zu Spenden aufrief. Es kamen über 1600 Dollar zusammen, von Skifans und anderen mitfühlenden Zeitgenossen.

Seine Bitte um Spenden provozierte aber auch einige hasserfüllte Kommentare: «Einige Leute finden es unverantwortlich und geschmacklos. Sie finden, ich solle Verantwortung für meine eigenen Aktionen übernehmen», so Hagood, während er sein Feierabendbier durch einen Strohhalm schlürft. «Aber ich fühle mich sicher nicht schuldig, dass Leute aus der Gemeinschaft zehn Dollar spenden, damit es mir besser geht.»


(gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi am 09.03.2017 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Bin ich der einzige der das nicht versteht? Ich mach irgend welchen Quatsch und richte dann bei einer crowfunding Plattform ein Konto ein und andere bezahlen dann für das? Oder ich mach irgend ein Geschäft hab aber kein Geld und lass mir jede noch so doofe Idee bezahlen? Komische verrückte Welt. Trotzdem gute Besserung

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  • Tommy am 09.03.2017 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung

    Immer Kohle ausgeben. Mehr als man hat und wenn in Not einfach ein crowdfunding! Und es gibt noch so Tubbel die da einzahlen! Die Lösung heisst EIGENVERANTWORTUNG! Ein Notgroschen!

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  • fränzi am 09.03.2017 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    normal heute?

    das ist ja heute das problem. man nimmt die eigenverantwortung nicht mehr wahr und trägt die konsequenzen nicht. ach ja, wenn es schief geht mache ich mal eben ein growfounding und alles wird bezahlt. und nachher geht die party weiter. es geht nicht um die 10 dollar von fremden leuten - wie er schreibt. er hat nix gelernt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Realist am 09.03.2017 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lustige Idee

    Ich will mir eine teure Luxusuhr leisten. Jetzt habe ich die Lösung: ich sammle hier für diesen "wohltätigen" Zweck. Tolle Idee.

  • greenlife-ch am 09.03.2017 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No risk no fun

    Für den Schmerz finde ich das angemessen!! Pech, das Risiko fordert halt seinen Teibut!!

  • mbpictures am 09.03.2017 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung

    An Alle, die sich aufregen und nach Eigenverantwortung schreien. Bitte überlegt Euch beim nächsten Besuch im Notfall wegen einer Bagatelle, ob nicht auch der Teekocher gereicht hätte. Im Übrigen hat sich der Skilehrer darum bemüht, dass die Spitalrechnung beglichen wurde.

  • PFOPF am 09.03.2017 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hahaha...

    ...krasses Selbstbewusstsein der junge Herr ;-) aber hey, wer da einzahlt... selber schuld ... und sollte noch mehr Geld "reinfliessen"... ähm... okey, anscheinend hats was gebracht...

  • Calvados am 09.03.2017 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur Blöd !!

    Als Skilehrer würde ich mich schämen, mit diesem Unfall noch an die Presse zu gehen!!

    • Realist am 09.03.2017 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Calvados

      Wieso? Jeder Skischüler dieses Lehrers weiss nun, was ihm blühen kann.

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