Angst vor Betrunkenen

22. Januar 2012 22:58; Akt: 23.01.2012 03:14 Print

Lokführer wollen nicht Weckdienst spielen

Die Lokführer ziehen die Notbremse: Sie weigern sich, vor der Fahrt ins Depot weiterhin aggressive Betrunkene aufwecken zu müssen. Sie fordern deswegen Schutz durch die SBB.

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Statt Lokführern sollten künftig zum Beispiel Bahnpolizisten die Züge kontrollieren, fordert der VSLF. (Bild: Keystone)

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Die letzte Fahrt des Tages treibt Lokführern den Angstschweiss ins Gesicht: Dann müssen sie nicht nur das Licht löschen und die Türen schliessen, sondern inoffiziell auch den Zug räumen. Heisst: Sie sind diejenigen, die Passagiere rausschmeissen müssen, die den Ausstieg verschlafen haben. «Gerade am Wochenende sind dies oft aggressive Betrunkene oder Passagiere auf Drogen», sagt Hubert Giger, Präsident des Verbands Schweizer Lokführer (VSLF). Es komme deshalb immer wieder zu sehr gefährlichen Begegnungen.

Laut Giger sind die Lokführer für den Weckdienst weder ausgebildet noch ausgerüstet: «Das Zugpersonal ist ab 20 Uhr immer zu zweit und die Transportpolizei wurde bewaffnet, weil es offenbar so viel Gewalt gibt. Wir aber werden von der SBB schutzlos und allein gelassen.» Seit der Kanton Zürich Anfang 2011 damit begonnen habe, die Zugbegleiter abzuschaffen, habe sich das Problem massiv verschärft. «Dass bisher nichts Gravierendes passiert ist, ist nur Glück oder Zufall», so Giger.

Der VSLF hat bisher erfolglos interveniert. Nun verschärft er die Sprache und fordert endlich Schutz für die Lokführer – etwa durch Bahnpolizisten oder Patrouillen auf allen letzten Zügen. «Das Problem muss gelöst werden. Wir können die Leute ja nicht einfach über Nacht im Wagen einschliessen», so Giger. Am Sonntag nahmen die SBB zu den Vorwürfen keine Stellung.

(hal/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andy M am 23.01.2012 01:29 Report Diesen Beitrag melden

    Sauberes OeV zum wohl aller Gäste!

    Ab sofort keine betrunke Fahrgäste mehr aufnehmen sowie welche die Drogen konsumierten, den dies ist gefährlich für die Zugsbegleiter, Bahnpolizisten, Lokomotivführer und schlussendlich auf für den Fahrgast. Was da alles passieren kann bei solchen Personen wenn sich gewaltätig werden und sich ausfällig Benehmen oder sogar bei einsteigen oder aussteigen verunglücken. Stoppt endlich dieses verhalten der Passagiere mit entsprechender Werbung, Gesetz & schärfernen Kontrollen beim einsteigen in den Bahnhoefen & Haltestellen gilt auch für Scharzfahrer & Raucher.

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  • Andi am 23.01.2012 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wecker

    Man könnte ja zum Beispiel eine Sirene oder Lastwagenhupe im Abteil installieren, oder irgend ein anderer nerviger schriller Ton. Wer dann immer noch weiterpennt den kann man ja an den Füssen rausschleifen. Wie wärs damit?

  • Danid am 23.01.2012 00:42 Report Diesen Beitrag melden

    alleine halb so wild

    wenn die alleine, ohne den Druck durch die Wahrnehmung anderer Passagiere dem Lokführer gegenüber stehen oder eher liegen, glaube ich nicht, dass die wirklich gefährlich sind. Die meisten zumindest. Und sonst gibt man den Lokführern halt Teaser, äh Taser.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • zurbruegg.b am 23.01.2012 17:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    polizei aufgaben die was bringen

    die polizei sollte lieber mehr im zug Und in den wohnquartieren patrullieren ,als die ewigen kontrollen im strassenverkehr wo nur zur geldbeschaffung fuer gemeinden oder kantone gilt Und nichts zur sicherheit beitragen.

  • Andi am 23.01.2012 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wecker

    Man könnte ja zum Beispiel eine Sirene oder Lastwagenhupe im Abteil installieren, oder irgend ein anderer nerviger schriller Ton. Wer dann immer noch weiterpennt den kann man ja an den Füssen rausschleifen. Wie wärs damit?

  • Ott M am 23.01.2012 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Räumungsequipen in den Depots

    Zumindest jene Züge, die in einem zentralen Depot abgestellt werden, könnten erst da von 2-3 Bahnpolizei (oder 3-4 Lokführer gemeinsam) geräumt werden.

    • Walter am 23.01.2012 22:38 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Transportpolizisten

      Die Bahnpolizei arbeitet nicht 24 Stunden..

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  • Rolf Rinderknecht am 23.01.2012 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Securitas

    Also in Zürich in den Nachtzügen übernehemn das schon die Securitas. Das finde ich schon ein guter Anfang

    • Huber am 23.01.2012 22:39 Report Diesen Beitrag melden

      Unnütz

      Nur werden diese Securitas Mitarbeiter nicht eingreiffen wen etwas passiert, nur Telefonieren-Melden.

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  • E.Bieri am 23.01.2012 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Betrunkene

    Ab sofort wieder Polizeistunde einführen, mit Wirtschaftsschluss um 00.30 Uhr. Es ist scheisse wenn ich freitags um 04.55 Uhr den Zug nach Zürich nehme. Betrunkene und Bekiffte junge Leute. Diese Entwicklung ist ganz schlecht.

    • Mark am 23.01.2012 10:56 Report Diesen Beitrag melden

      Was erwartest du??

      wenn du um 4.55 den zug nach zürich nimmst und erst noch an einem freitag? Die bekifften tuen dir übrigens gar nichts. Schlimm wirds bei betrunkenen und leute auf anderen drogen...

    • tinu am 23.01.2012 11:16 Report Diesen Beitrag melden

      ausserdem

      nur weil du denkst, 0:30 uhr reicht heisst dass noch lange nicht, dass die ganze CH so denkt und es landen schliesslich nicht alle, die erst um 03:00 uhr nach hause gehen "bekifft und betrunken" im letzten zug. das ist nur ein extreem kleiner teil.

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