Zehn Apartments

25. April 2017 16:07; Akt: 25.04.2017 16:09 Print

Neue Mieter ziehen in Fritzls Horror-Haus

Drei Jahre lang war die Zukunft des Hauses ungewiss, dann wurde ein Käufer gefunden. Jetzt sind die ersten Mieter eingezogen.

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Für umgerechnet rund 175'000 Franken hatten Unternehmerin Ingrid Houska und eine russische Freundin das Fritzl-Haus Ende 2016 erworben. Inzest-Vater Josef Fritzl hatte in der Haft Konkurs anmelden müssen.

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Ingrid und ihr Gatte Herbert Houska sind als Unternehmer-Paar im österreichischen Amstetten bekannt und führen neben dem Stadtbrauhof auch eine Nachtbar. In mühevoller Arbeit wurde aus dem Schandfleck eine neue Wohnanlage mit zehn Apartments.

Amstettener zogen ein

«Rund 90 Prozent der Wohnungen sind vergeben und die Mieter sehr zufrieden. Der Grossteil ist bereits von uns voll möbliert worden. Es sind Super-Wohnungen», so Herbert Houska.

Bei den Mietern handelt es sich zum Teil um Amstettener Privatpersonen; ein paar werden vom Personal des Stadtbrauhofs genutzt.

«Die Geschichte sollte man begraben»

Houska sagt: «Wir haben uns sehr darum bemüht, aus einer schlechten Sache etwas Positives zu machen. Ich glaube, das ist uns gelungen. In den nächsten drei Wochen erhält auch die Aussenfassade ein komplett neues Gesicht, dann sollte man auch die Geschichte begraben, damit Normalität einkehrt.»

Mit einer Kaution von drei Monatsmieten (umgerechnet rund 1600 Franken) ist man dabei, die Gesamtmiete pro Wohnung beträgt rund 550 Franken inklusive Heiz- und Stromkosten, provisionsfrei.

Fritzl fuhr mit Tochter ins Krankenhaus

1984 lockte Josef Fritzl seine damals 18-jährige Tochter Elisabeth in den Keller, nachdem sie zum zweiten Mal von zu Hause ausgerissen war, wie der ORF berichtete. Sie sei betäubt, mit Handschellen gefesselt und eingesperrt worden. Danach verging er sich 3000-mal an ihr und zeugte sieben Kinder mit ihr.

Alles flog auf, als die 19-jährige Tochter von Elisabeth Fritzl im April 2008 mit mysteriösen Krankheitssymptomen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Medien veröffentlichten einen Aufruf der Behörden an die Mutter, sich zu melden.

Der ORF berichtete, Elisabeth Fritzl habe ihren Vater offenbar so lange bedrängt, bis er mit ihr ins Krankenhaus gefahren sei. Dort sei Josef Fritzl festgenommen worden.

Im März 2009 wurde Fritzl zu lebenslanger Haft verurteilt:

(Video: AFP)

(heute.at/vbi)