In Berlin

14. Januar 2013 11:46; Akt: 14.01.2013 13:43 Print

30-Meter-Tunnel gegraben und Bank ausgeraubt

Bankräuber haben eine Hollywood-Vorlage in Berlin perfekt umgesetzt. Sie gruben sich von einer Tiefgarage in einen Tresorraum, den sie leer räumten, bevor sie untertauchen konnten.

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Diese Bank in Berlin-Steglitz wurde ausgeraubt. (Bild: Google Maps)

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Bei einem spektakulären Bankraub sind Unbekannte über einen Tunnel in den Tresorraum eines Berliner Geldinstituts eingebrochen. Die Täter brachen laut Polizei in einer Tiefgarage in der Wrangelstrasse in Berlin-Steglitz eine Wand durch und gruben einen etwa 30 Meter langen Tunnel, der in den Tresorraum der Volksbank-Filiale führte. Sie erbeuteten offenbar Wertsachen aus den Schliessfächern. Bisher fehlt von ihnen jede Spur. Verletzt wurde niemand. Die Höhe des Schadens ist noch unbekannt.

Der Tunnel soll «sehr professionell» angelegt worden sein, sagte eine Polizeisprecherin auf dapd-Anfrage. In dem Tresorraum waren sämtliche Schliessfächer geöffnet. Daraus wurden offenbar Wertsachen entwendet. Was genau die Täter mitgehen liessen, muss noch geklärt werden.

Entdeckt wurde der Einbruch am Montagmorgen von der Feuerwehr. Das Löschkommando war um 6.15 Uhr von einem Anwohner alarmiert worden, der Qualm aus der Garage bemerkt hatte. Nach derzeitigen Erkenntnissen wurde das Feuer vorsätzlich gelegt, um möglicherweise Spuren zu verwischen, sagte die Sprecherin. Es ist inzwischen gelöscht. Dort abgestellte Fahrzeuge wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Ermittlungen stehen noch am Anfang

Die Filiale mit Haupteingang in der Schlossstrasse befindet sich im Erdgeschoss eines Ärztehauses. Sie ist derzeitig weiträumig abgesperrt, damit mögliche Spuren gesichert werden können. Auch die etwa 150 Meter lange Tiefgarage ist nicht zugänglich.

Die Ermittlungen stehen laut Polizei noch ganz am Anfang. So seien viele Fragen zum Tathergang, etwa der genaue Zeitpunkt des Einbruchs, offen. Warum das Tunnelgraben nicht früher entdeckt wurde, scheint dagegen bereits klar zu sein. Laut Polizei gibt es in der Tiefgarage durch Rolltore abgegrenzte separate Bereiche. Solange die geschlossen waren, konnte der Einbruch nicht bemerkt werden.

Die Ermittler befragen derzeit Anwohner, ob sie verdächtige Personen gesehen haben. Ausserdem wird geprüft, ob möglicherweise Videokameras die Täter aufnahmen.

Ein ähnlich spektakulärer Bankraub hatte 1995 in Berlin für Schlagzeilen gesorgt. Damals überfielen sechs Männer eine Commerzbank-Filiale in Zehlendorf und nahmen 16 Geiseln. Die Täter entkamen mit ihrer Beute ebenfalls über einen selbst gegrabenen Tunnel. Sie wurden später gefasst und verurteilt.

Polizeisprecher Thomas Neuendorf mit ersten Informationen vom Tatort (Video: youtube.com/MorgenpostTV)

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Raspoutine am 14.01.2013 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Unvorbereitete Diebe

    Tja, in Deutschland ist es eben noch deutlich komplizierter. Hierzulande bestellt man eine CD, dann weiss man vorher, was sich in den Safes befindet.

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  • C. Z. am 14.01.2013 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Fragezeichen

    Da war wohl nur eine dicke Tresortüre zum Raum. Die restlichen Wände waren doch sicher nur 0815 Betonwände? :-) Und wer kommt auf die verrückte Idee, Videokameras in einer Bank, geschweige denn in einem Tresorraum aufzustellen? Verrückt ... ;-))

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  • Johnny B. am 14.01.2013 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Offerte holen

    Man sollte sich eine Offerte von denen holen für den Bau der zweiten Gotthardröhre :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ueli am 14.01.2013 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Ist doch der Traum von vielen.... Was mich vielmehr beunruhigt, sind die bewaffneten Banküberfälle, in denen die Täter davon kommen. Die Bank ist versichert, hier wurde niemand bedroht oder gefährdet.

  • Johnny B. am 14.01.2013 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Offerte holen

    Man sollte sich eine Offerte von denen holen für den Bau der zweiten Gotthardröhre :-)

  • Schweizer am 14.01.2013 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit?

    Was sind das für Schliessfächer, die mann eifach so öffnenkann?

    • Manfred F. am 14.01.2013 16:12 Report Diesen Beitrag melden

      Naiv

      Meine Güte wie naiv kann man sein, glaubst du wirklich die kann man einfach so öffnen? Die wurden aufgeknackt oder aufgebohrt. Sonst könnte ja jeder Kunde, der in den Tresorraum geht, einfach mal so in alle Schliessfächer reinschauen.

    • TheFenrirson am 14.01.2013 16:20 Report Diesen Beitrag melden

      tja ^^

      wer einen Tunnel gräbt, bekommt wahrscheinlich auch nen Safe auf, die waren ja organisiert :)

    • der einbrecher am 14.01.2013 16:35 Report Diesen Beitrag melden

      gutes werkzeug?

      wer sagt, dass die einfach so geöffnet wurden?

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  • Raspoutine am 14.01.2013 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Unvorbereitete Diebe

    Tja, in Deutschland ist es eben noch deutlich komplizierter. Hierzulande bestellt man eine CD, dann weiss man vorher, was sich in den Safes befindet.

    • Hugo L am 14.01.2013 19:13 Report Diesen Beitrag melden

      Inhalt unklar

      Der Inhalt von Schliessfächern ist selbst der Bank nicht bekannt. Das ist ja der Sinn eines Schliessfachs

    • Andreas Hägele am 14.01.2013 22:22 Report Diesen Beitrag melden

      Du hast meinen Tag gerettet

      *lach* Aber Hut ab. Wenn man natürlich die Straftat als solches nicht gutheissen kann (und will ich auch nicht), die Leistung ist beachtlich.

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  • J.M. am 14.01.2013 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Baustelle BER

    Vielleicht hätte man die Einbrecher für den (termingerechten?) Bau des neuen Flughafens rekrutieren sollen?

    • franz am 14.01.2013 14:00 Report Diesen Beitrag melden

      man muss ziele haben

      wäre sicher erfolgreich gewesen - aber nur ohne aufsichtsrat.

    • Andreas Hägele am 14.01.2013 22:24 Report Diesen Beitrag melden

      Ohne Aufsichtrat gehts besser.

      Schade kann man hier die Beiträge nicht "liken". Die hatten bestimmt keinen Aufsichtrat, sonst hätten sie es nie geschafft. Gewerkschaftlich sind sie bestimmt auch nicht organisiert. Wobei, der Einbruch (der Bau) ist vermutlich bei Tage passiert. Da wäre die Geräuschkulisse lauter.

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