Unheilbar krank

28. Februar 2017 10:13; Akt: 28.02.2017 10:13 Print

Ihr letzter Wunsch ist es, einmal das Cern zu sehen

Eine britische Mutter hat nur noch wenige Jahre zu leben – ihr Brustkrebs ist tödlich. Jetzt will ihr Mann ihren Wunsch erfüllen und sammelt via Crowdfunding Geld.

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Zwei bis fünf Jahre bleiben ihr noch. Diese schreckliche Nachricht erhielt die 39-jährige Britin Ronda Rennie Ende 2016. Ihr Brustkrebs ist nicht mehr heilbar. Die Mutter von zwei kleinen Kindern unterrichtet Kurse in Physik, Biologie und Chemie und träumt davon, die Labors der Europäischen Organisation für Kernforschung (Cern) in Genf zu besuchen. Ein letzter Wunsch, den ihr Ehemann ihr trotz begrenzter finanzieller Ressourcen erfüllen will.

Der Mann hat unter anderem auch deswegen eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen. Aber nicht nur: Er möchte auch alles tun, um das Leben seiner Frau zu verlängern. «Wir brauchen derzeit mindestens 90'000 Pfund, um das Medikament Kadcyla zu bezahlen. Mit dieser Behandlung kann das Leben meiner Frau um etwa neun Monate verlängert werden», sagt Augustine Rennie.

Ronda lebte gesund und trieb Sport

Ausschlaggebend bei der Geldsammlung ist aber auch der Wunsch seiner Frau, das Cern zu besuchen. «Seit der grosse Hadron-Teilchenbeschleuniger im Jahr 2008 in Betrieb genommen wurde, träumt sie davon, ihn mit eigenen Augen zu sehen. Uns würde es sehr viel bedeuten, sie dorthin bringen zu können.»

Der Wissenschafts-Fan Ronda hatte alles getan, um gesund zu bleiben. So trainierte sie für einen Marathon, bevor ihr Krebs diagnostiziert wurde. «Sie wollte auch zurück in die Schule, um ihr Promotion zu vervollständigen, aber da wusste sie noch nicht, wie krank sie ist», sagt Rennie traurig.

Der Krebs hat gestreut

Die schlimme Nachricht erfuhr die Familie am 24. November, als in ihrer linken Brust ein kleiner Tumor gefunden wurde. Danach erfolgte eine erste Operationen, bei der gleich auch eine problematische Brustwarze entfernt wurde. Doch eine zweite Operation am Arm wurde nötig, weil Ableger gefunden worden waren.

«Wir dachten, sie werde die Krankheit besiegen», sagt Rennie. Doch dann teilten die Ärzte mit, dass sich der Krebs ausgebreitet habe. «Eine heilende Behandlung ist nicht mehr möglich, nur eine palliative.»

Das Cern ist für Ronda bereit

Beim Cern ist man gern bereit, Ronda Rennie eine ganz besondere Führung zu ermöglichen. «Die Stiftung Make-A-Wish, die Wünsche sterbender Menschen verwirklicht, kontaktiert uns gelegentlich und wir habe schon mehrfach massgeschneiderte Besuche organisiert», sagt Cern-Sprecher Arnaud Marsollier.

Viele Menschen seien an der einzigartigen Forschung ihres Zentrums interessiert. «Wir zielen darauf ab, die Ursprünge des Universums zu erforschen und das fasziniert Menschen.» Genau diese metaphysische Dimension zieht auch Ronda in ihren Bann. «Es gibt eine magische Seite an den Untersuchungen des Cern», sagt ihr Mann Augustine. «Sie gibt Antworten auf den Ursprung des Lebens.»

(ann)