Streit um Check-out-Zeit

11. Juli 2017 09:42; Akt: 11.07.2017 09:52 Print

Airbnb-Host stösst Berner Studentin Treppe hinunter

Ein Streit zwischen einer Studentin aus Bern und dem Besitzer einer Airbnb-Wohnung in Amsterdam endete für die Reisende im Spital.

Schockierender Vorfall in Amsterdam: Ein Airbnb-Besitzer stösst eine Frau die Treppe hinunter. (Video: Tamedia/Zanele Muholi via Instagram)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Justiz in den Niederlanden prüft eine Anklage wegen versuchten Mordes gegen den Besitzer einer Airbnb-Wohnung in Amsterdam. Der Mann hatte am Samstag eine Frau gewaltsam aus der Wohnung geworfen, als ein Streit zwischen den beiden um die Check-out-Zeit eskaliert war. Der Hausbesitzer schubste die Reisende vor die Tür, wobei die Frau eine steile Treppe hinunterstürzte. Sibahle Nkumbi, eine Filmemacherin, die in Bern studiert, musste mit inneren Verletzungen ins Spital gebracht werden.

Umfrage
Nutzen Sie Airbnb?

Der Fall wurde einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, nachdem die südafrikanische Fotografin Zanele Muholi ein Video davon auf ihrem Instagram-Konto veröffentlicht hatte. Muholi befindet sich dieser Tage in Amsterdam, weil das Stedelijk-Museum eine Ausstellung ihrer Werke zeigt. Nkumbi ist eine Freundin der Fotografin und war mit ihr zur Vernissage angereist.

Airbnb toleriert kein solches Verhalten

Auf dem Video ist zu hören, wie die Touristin dem Mann sagt, er solle nicht «so emotional» reagieren. Er sagt mehrmals «raus», dann stösst er sie in Richtung Tür. Nkumbi stürzt die Treppe hinunter und bleibt regungslos liegen. Der Wohnungsbesitzer rennt ihr hinterher, während er flucht und seine Frau auffordert, eine Ambulanz zu rufen.

Kurz danach nahm die Polizei ihn fest. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuss. Sibahle Nkumbi, die inzwischen auch aus dem Spital entlassen wurde, kündigte an, rechtlich gegen den Gastgeber vorgehen zu wollen.

David King von Airbnb äusserte sich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters zum Vorfall: «Wir werden gegen dieses abscheuliche Verhalten strenge Massnahmen ergreifen. Bei solch schlimmen Fällen werden wir Leute lebenslang von unserer Plattform verbannen. Niemand hat es verdient, so behandelt zu werden.»

(kle)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mani Motz am 11.07.2017 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beide Seiten anhören

    Wäre gespannt zu erfahren was echt abgelaufen ist. Finde es schon spannend, dass in dieser Situation jemand seelenruhig filmt statt zu helfen.

    einklappen einklappen
  • DREAMANIMATIONS am 11.07.2017 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versuchte Tötung ?

    Ich denke nicht dass es gleich auf versuchten Mordes rausgehen muss, dass ist meiner Meinung nach etwas sehr übertrieben. Wenn er versucht hätte sie zu töten dann hätte er ihr wohl nicht mehr versucht zu helfen. Sieht mir eher nach einem Streit aus der dann sehr unglücklich endete.

    einklappen einklappen
  • Wakka am 11.07.2017 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich weiss nicht.

    Ist schon daneben, aber es sieht nicht ganz gewollt aus vom "Airbnb Host", sieht aus wie ein Unfall.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • G Nauer am 13.07.2017 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Sie ist Filmschaffende..naja, das macht mich schon mal stutzig. Ich weiss nicht recht, was ich glauben soll. Sieht, böse gesagt, auch etwas inszeniert aus. Wer hat schon genau in einem solchen Fall, wo alles eigentlich sehr schnell geht, eine Kamera genau richtig darauf gerichtet. Also ich bin sehr skeptisch. Auf der andren Seite, wenn das genau so abgelaufen ist, finde ich sie schon eine grosse Selbstinszeniererin und auch ein grosses Stück arrogant. Sorry, aber mein Empfinden.

  • Manija R. am 12.07.2017 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Probleme durch Anstand vermeiden!

    Es gibt Probleme, die man einfach vermeiden kann, indem man sich an Abmachungen und Regeln hält - und die Geduld und das Verständnis der Mitmenschen nicht übermässig strapaziert. Als Host würde ich umgehend aus dem Airbnb-Business aussteigen; auf solche Gäste und Probleme kann man locker verzichten. Ich wurde noch nie aus einer Unterkunft geschmissen; wenn es wirklich später wird, kann man anständig und vorgängig fragen und findet meist eine Lösung. Aber eben: Anstand gehört halt dazu. Eine Host/Gastgeber wird nicht automatisch zum Sklaven, der sich alles bieten lassen muss.

  • Fast Oberrichter.. am 12.07.2017 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haben sich..

    nur verschlafen...weil div.Restaurant nicht geschlossen waren.. und niemand sie nach Hause geschickt hat..also die Schuldigen sind(bin mir ganz sicher,,)die Restaurant Besitzer..

  • Moritz, Bern am 12.07.2017 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Täterschutz?

    Alle fluchen immer über übertriebenen Täterschutz und dass die Opfer die Leidtragenden sind. Nun, in den allermeisten Kommentaren hat sich das Blatt nun gewendet. Weil die Leidtragende schwarz ist wird sie nun als die Schuldige dargestellt und der aggressive Täter wird geschont. Wenn das kein Rassismus ist!

  • andrea pic am 12.07.2017 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    was steckt dahinter?

    es wäre tatsächlich interessant den wirklichen Sachverhalt zu kennen. Ich spreche als airbnb Host und habe etwas Zweifel, dass ein Gast aus der Wohnung und dann noch die Treppe hinab geworfen oder gestossen wird. Da ist wahrscheinlich mehr dahinter?