Land unter in Texas

30. August 2017 22:08; Akt: 30.08.2017 22:08 Print

Kleinkind klammerte sich an ertrunkene Mutter

In den von Hurrikan Harvey betroffenen Regionen spielen sich dramatische Szenen ab.

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Familie Saldivar trauert um sechs Angehörige. Die vier Kinder von Manuel Saldivar und ... .... seine Eltern Belia und Manuel verschwanden in den Fluten, als Manuel Saldivar versuchte, sie in einem Van in Sicherheit zu bringen. Die Feuerwehr von Beaumont fand am 29. August 2017 in einem Kanal ein durchnässtes kleines Mädchen, das sich an seine ertrunkene Mutter klammerte. Ein Augenzeuge hatte gesehen, wie die Frau mit ihrer Tochter versucht hatte, zu Fuss ins Trockene zu gelangen. Dabei wurde sie von der Strömung mitgerissen. Vier Männer, die mit einem Boot versuchten, Menschen aus überschwemmten Häusern zu bergen, sind seit dem 28. August 2017 verschollen. Sie waren ins Wasser gesprungen, als das Boot mit einem Strommast zu kollidieren drohte. Behörden und Familienangehörige bestätigten bis 29. August 18 Todesfälle, auch wenn nicht alle Leichen geborgen werden konnten. In der schwer getroffenen Stadt Houston öffneten Behörden neue Notunterkünfte. Die Leiche einer 76-Jährigen trieb in einem Auto in den Fluten, wie das forensische Institut des Harris County mitteilte. Rettungskräfte brachten in und um die viertgrösste Stadt der USA mehr als 13'000 Menschen in Sicherheit. Die Feuerwehr brachte weitere 3000 Menschen in Sicherheit. Die freiwillige Helferin Elizabeth Hilk (8) spielt mit dem siebenjäjrigen Skyler Smith, der seit Tagen in einer Notunterkunft im Westen Houstons übernachtet. Rettungskräfte konnten die Stadt wegen des Hochwassers von aussen nicht erreichen. Houstons Bürgermeister Derrick Freeman schrieb auf seiner Facebook-Seite, die Stadt stehe unter Wasser: «Aber wir kommen!» Harveys Fluten haben Abertausende Häuser in Texas unbewohnbar gemacht. Aber wenn das Wasser zurückgegangen ist, kommt auf viele der betroffenen Eigentümer eine neue Misere zu - finanzieller Art. Denn die meisten von ihnen sind nicht gegen Hochwasser versichert.

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Rettungskräfte haben im Hochwasser von Südtexas eine furchtbare Entdeckung gemacht: Sie fanden in einem Kanal ein durchnässtes kleines Mädchen, das sich an seine ertrunkene Mutter klammerte. Ein Sprecher der Feuerwehr in Beaumont erklärte, die Mutter habe das 18 Monate alte Kind in Sicherheit bringen wollen.

Der Wagen der Mutter hatte am Dienstnachmittag auf einem überschwemmten Parkplatz nahe der Interstate 10 festgesteckt, wie Feuerwehrsprecher Brad Penisson sagte. Ein Augenzeuge sah, wie die Frau ihre Tochter auf den Arm nahm und versuchte, zu Fuss ins Trockene zu gelangen. Dabei wurde sie von der Strömung erfasst und mitgerissen.

Das Kind hielt sich noch an der Mutter fest, als die Polizei und ein Rettungsteam der Feuerwehr die beiden etwa 800 Meter stromabwärts aufnehmen wollten. Versuche, die Frau wiederzubeleben, blieben erfolglos. Das Kind wurde ins Spital gebracht, sein Leben war nicht in Gefahr. Der Vater des Mädchens hielt sich zum Zeitpunkt des Unglücks nicht in der Stadt auf.

Van mit sechs Familienmitgliedern verschwindet in den Fluten

Als das Wasser im Haus der Familie Saldivar zu steigen begann, setzte Manuel Saldivar seine vier Kinder (6, 8, 14 und 16 Jahre alt) und seine Eltern in einen Van. Dann fuhr er los, er wollte zu seinem Bruder Ric fahren, der 16 Kilometer entfernt wohnt. Als sie eine Brücke über den Greens-Bayou-Fluss passierten, wurde das Fahrzeug von den steigenden Fluten erfasst und mitgerissen.

Manuel Saldivar schaffte es rechtzeitig, seinen Gurt zu lösen und den Van durch sein halb geöffnetes Fenster zu verlassen. Er schrie den Kindern zu, sie sollten rasch herauskriechen. Dafür war es aber schon zu spät: Der Van verschwand mit den sechs Insassen im Wasserstrom. Der Mann konnte sich an einem Ast festklammern und hörte, wie seine Kinder um Hilfe schrien.

«Die Stimmen vernimmt er immer noch in seinem Kopf», sagt Manuels Bruder Ric zur «Washington Post». Die Leichen wurden bis jetzt nicht gefunden.

Vier Freiwillige verschwunden

Vier Männer, die mit einem Boot versuchten, Menschen aus überschwemmten Häusern zu bergen, sind seit Montag verschollen. Die freiwilligen Retter hatten drei Menschen auf ihr Boot geholt, die in Not geraten waren. Wegen der starken Fluten trieb das Boot jedoch plötzlich auf einen Strommast zu. Alle sieben Insassen sprangen ins Wasser, weil sie einem Stromschlag entgehen wollten.

Wie der Sender «ABC 13» berichtet, verschwanden die Helfer daraufhin in den Wassermassen, während die Geretteten sich auf einem Baum in Sicherheit brachten. Sie wurden wenig später mit schweren Verbrennungen ins Spital eingeliefert. Von den Helfern fehlt jede Spur. «Ich rechne mit dem Schlimmsten», sagt Perla Jaquez, die Ehefrau eines Freiwilligen.

(kle/ap)