Napoleon-Schriftstücke

03. Dezember 2012 04:28; Akt: 03.12.2012 09:17 Print

700'000 Euro für die Handschrift des Kaisers

Napoleon wollte bei seinem Russlandfeldzug den Moskauer Kreml in die Luft sprengen. Der verschlüsselte Brief, in dem er dies ankündigte, hat nun bei einer Auktion 187'500 Euro erzielt.

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«Um drei Uhr morgens am 22. werde ich den Kreml in die Luft sprengen», schrieb Napoleon im sogenannten Kreml-Brief vom 20. Oktober 1812. Tatsächlich sprengte seine Grande Armée die Türme des Kremls. Im Brief an Aussenminister Hugues-Bernard Maret legte Napoleon auch seine Rückzugsroute dar und wies an, Versorgungsmaterial zu seiner darbenden Kavallerie zu schicken.

Der Brief ist mit dem Kürzel Nap unterzeichnet und wurde am Sonntag südlich von Paris versteigert. Napoleon hatte ihn einen Tag nach dem Rückzug der Truppen Napoléons aus dem Zentrum Moskaus verfasst. Der Verkaufspreis von 187'500 Euro übertraf die Schätzungen der Experten um ein Vielfaches. Sie hatten den Brief auf 15'000 Euro geschätzt.

Rekordsumme für Essay über Russland-Feldzug

Ein Essay des Kaisers über den Feldzug in Russland brachte zudem die Rekordsumme von 375'000 Euro ein. Insgesamt wurden drei Originalschriftstücke Napoléons im Auktionshaus Orsenat in Fontainebleau für knapp 700'000 Euro versteigert. Das Pariser Musée des Lettres et des Manuscripts kaufte die Dokumente, um sie künftig der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Napoleons mit 44 Abbildungen illustrierter, 310 Seiten umfassender Essay über die Befestigung auf dem Land während des Feldzuges übertraf ebenfalls die Erwartungen. Experten hatten den Wert auf etwa 80'000 Euro beziffert. Darin heisst es, es dürfe nicht «von einem Rückzug die Rede sein, denn die Armee war siegreich».

Napoleons letztes Werk

Das «Essai sur la fortification de campagne» war das letzte, das der französische Kaiser während seines Exils auf der Atlantik-Insel St. Helena diktierte. Weiter kam bei der Auktion ein Bericht Napoleons einer Schlacht gegen Ende des Feldzuges für etwa 100'000 Euro unter den Hammer.

Der Russland-Feldzug des Jahres 1812 endete für die Grande Armée in einer Katastrophe und trug zur Abdankung Napoleons im Jahr 1814 bei. Napoleon starb 1821 auf St. Helena.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anna am 03.12.2012 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    Das Musée de Lettres musste...

    da hoch bieten, was auf viele andere Interessenten schliessen lässt. Napoléon wurde lange Zeit in vielen Ländern Europas ausschliesslich negativ bewertet, was immer noch auf die aus der Zeit der napoleonischen Kriege stammenden Propaganda zurückzuführen ist. Ich vermute, dass sich langsam ein realistischeres Napoléon Bild durchsetzt und dass er auch ausserhalb Frankreichs mehr geschätzt wird, weil man sieht, dass er nicht nur Kriege geführt, sondern auch Positives geleistet hat.

  • Marcel am 03.12.2012 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum versteigern?

    Warum werden immer wieder solch historisch wertvolle Dinge vertrödelt? sowas sollte im Besitz des Staates sein und ausgestellt werden!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anna am 03.12.2012 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    Das Musée de Lettres musste...

    da hoch bieten, was auf viele andere Interessenten schliessen lässt. Napoléon wurde lange Zeit in vielen Ländern Europas ausschliesslich negativ bewertet, was immer noch auf die aus der Zeit der napoleonischen Kriege stammenden Propaganda zurückzuführen ist. Ich vermute, dass sich langsam ein realistischeres Napoléon Bild durchsetzt und dass er auch ausserhalb Frankreichs mehr geschätzt wird, weil man sieht, dass er nicht nur Kriege geführt, sondern auch Positives geleistet hat.

  • Marcel am 03.12.2012 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum versteigern?

    Warum werden immer wieder solch historisch wertvolle Dinge vertrödelt? sowas sollte im Besitz des Staates sein und ausgestellt werden!