16-Jährige verhungert

30. Januar 2018 10:55; Akt: 30.01.2018 14:22 Print

Mutter liess Adoptivkinder aus Toilette trinken

Im US-Staat Iowa steht eine 43-Jährige vor Gericht. Sie liess ihre drei Kinder so lange hungern, bis die älteste Tochter an einem Herzstillstand starb.

Eine Adoptivmutter aus Iowa wurde unter anderem wegen Mordes an ihrer Tochter zu dreimal lebenslanger Haft verurteilt. KCCI/Youtube

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Im US-Bundesstaat Iowa deckte der Tod eines Teenagers eine Familientragödie auf. Eine Frau hatte ihren drei Adoptivkindern regelmässiges Essen und Trinken verweigert. Die Geschwister durften ausserdem nur selten aus ihren Zimmern. Wenn sie Durst hatten, mussten sie aus der Toilette trinken. Für eines der Kinder endete die Vernachlässigung schliessslich tödlich.

Mutter aus Iowa lässt Tochter verhungern

Die 16-jährige Natalie starb im Oktober 2016 an einem Herzstillstand, der durch die jahrelange Unterernährung verursacht wurde. Der Teenager soll am Ende nur noch 38 Kilogramm gewogen haben. Sie konnte ohne Hilfe gar nicht mehr aufstehen. Als die Polizei das Mädchen tot im Badezimmer aufgefunden hatte, habe sie eine schmutzige Windel getragen.

Kinder bettelten bei Nachbarn um Essen

Letzte Woche musste sich die 43-Jährige Nicole F. vor einem Gericht wegen Mordes und Vernachlässigung verantworten. Richterin Karen Romano hat die Frau zu dreimal lebenslanger Haft verurteilt. Ausserdem darf sie keinen Kontakt zu den beiden überlebenden Kindern haben. Die Staatsanwaltschaft warf der Frau laut «Bild» vor, sich mehr um ihre Tiere als um ihre Kinder gekümmert zu haben. Auf dem Grundstück soll es vor Hunden und Katzen nur so gewimmelt haben.


Wie im Zuge des Prozesses bekannt wurde, mussten Natalie und ihre beiden Geschwister jahrelang in einem verdreckten, abgedunkelten Zimmer leben. Manchmal kletterten sie aus dem Fenster, um bei Nachbarn um Essen zu betteln. Daraufhin hatte die 43-Jährige die Fenster zugemauert, erzählt Jaden, der Bruder der Verstorbenen.

Verheerender Behördenfehler

Nachbarn und Angestellte der Schule von Natalie meldeten den Fall bei der Kinderschutzbehörde. Die Kinder hätten in Obhut und die Eltern unter Aufsicht gestellt werden sollen, was allerdings nicht passiert ist. Der zuständige Mitarbeiter der Kinderschutzbehörde wurde für den verheerenden Fehler entlassen. Der Ex-Ehemann von Nicole F. muss sich am 30. April vor Gericht verantworten. Als Natalie starb, wohnte er schon nicht mehr im selben Haus.

Erst kürzlich sorgte ein ähnlich tragischer Fall für Entsetzen. Eine Familie in Kalifornien hatte ihre 13 Kinder jahrelang im Elternhaus gefangen gehalten und misshandelt.

(chi)