«Sie sollten sich schämen»

08. Juni 2018 15:15; Akt: 08.06.2018 15:15 Print

AfD provoziert mit Gedenkminute für Susanna

Die AfD hielt im deutschen Bundestag eine Schweigeminute für die getötete Susanna. Die Partei instrumentalisiere den Mord am Mädchen, sagen Kritiker.

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Ali B. soll den Mord an der 14-jährigen Susanna F. gestanden haben: Sicherheitskräfte bringen den Iraker zu einem Helikopter, mit dem er ins Gefängnis geflogen wird. (10. Juni 2018) Der im Mordfall Susanna gesuchte 20-jährige Verdächtige wurde in der Nacht auf Freitag gefasst. Er setzte sich zuvor in den Irak ab. Mitglieder des Sondereinsatzkommandos mit dem Tatverdächtigen Ali B. vor der Befragung in Wiesbaden. (9. Juni 2018) Der 20-Jährige Iraker wurde am Sonntag in Wiesbaden dem Haftrichter vorgeführt. Ali B. wird verdächtigt, die 14-jährige Susanna F. aus Mainz vergewaltigt und getötet zu haben. Am Mittwoch wurde die Leiche des 14-jährigen Mädchens gefunden. Sie wurde durch «Gewalteinwirkung auf den Hals» getötet. Die Afd hielt im Bundestag eine Schweigeminute für die getötete Susanna ab. Kritiker werfen der Partei vor, das Opfer politisch zu instrumentalisieren. (8. Juni 2018) Der Mord habe sie tief erschüttert, sagte die Kanzlerin am Samstag am Rande des G7-Gipfels in Kanada. In Deutschland schlägt der Fall hohe Wellen: Im Gedenken an das Mordopfer Susanna legen Menschen in Wiesbaden Blumen, Fotos und persönliche Botschaften nieder. Kerzen, eine Engelsfigur und persönliche Trauerbekundungen liegen in der Nähe des Leichenfundortes von Susanna F. Dieter Romann, Chef der deutschen Bundespolizei, im Gespräch mit Bundesinnenminister Horst Seehofer im Mai 2018. Romann war beim Flug des Tatverdächtigen von Erbil nach Frankfurt dabei und lobte die Zusammenarbeit mit den kurdischen Sicherheitsbehörden.

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Die 14-jährige Susanna ist Wiesbaden ermordet worden. Ihre Leiche war am Mittwoch im deutschen Wiesbaden gefunden worden.

Nach der ersten Erschütterung und Trauer geht es zunehmend um die Aufarbeitung der Tat – kriminalistisch und politisch. Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (Afd) nahm das Verbrechen zum Anlass, um im Bundestag eine Schweigeminute einzulegen.

Der Afd-Abgeordnete Thomas Seitz startete am Freitagmorgen nicht wie vorgesehen mit der Geschäftsordnung, sondern stand schweigend am Rednerpult, wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet. Zum «Gedenken an die in Wiesbaden tot aufgefundene Susanna», sagte Seitz demnach im Parlament.

Andere Parteien reagierten mit scharfer Kritik. Carsten Schneider von der SPD warf Seitz vor, den tragischen Tod des Mädchens politisch zu instrumentalisieren. Noch deutlicher wurde laut der Zeitung Grünen-Politikerin Britta Hasselmann: «Sie sollten sich schämen.»

Mutmasslicher Täter gefasst

Susanna war vor zwei Wochen verschwunden – ihre Leiche war am Mittwoch in einem Erdloch bei Wiesbaden (D) gefunden worden. Der irakische Verdächtige Ali B. ist nach Aussagen der Staatsanwaltschaft vermutlich am vergangenen Donnerstag mit seiner gesamten Familie überhastet abgereist. Nun wurde er im Irak gefasst, wie Innenminister Horst Seehofer am Freitagnachmittag bekannt gab.

Der 20-Jährige war bereits mehrfach polizeilich aufgefallen. Er war auch mit der Vergewaltigung eines Kindes in Verbindung gebracht worden.

Die Schülerin Susanna war nach ersten Angaben der Ermittler durch eine «Gewalteinwirkung» auf den Hals zu Tode gekommen. Ob sie erwürgt oder erdrosselt wurde, blieb zunächst unklar. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Mädchen ermordet wurde, um eine Vergewaltigung zu vertuschen.

(hvw)