Mord in Wiesbaden (D)

09. Juni 2018 14:43; Akt: 10.06.2018 08:39 Print

«Der abscheuliche Mord hat mich berührt»

Ali B. hat im Mordfall Susanna ein Geständnis abgelegt. Bundeskanzlerin Angela Merkel äussert sich am Samstag erstmals zum Mord.

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Ali B. soll den Mord an der 14-jährigen Susanna F. gestanden haben: Sicherheitskräfte bringen den Iraker zu einem Helikopter, mit dem er ins Gefängnis geflogen wird. (10. Juni 2018) Der im Mordfall Susanna gesuchte 20-jährige Verdächtige wurde in der Nacht auf Freitag gefasst. Er setzte sich zuvor in den Irak ab. Mitglieder des Sondereinsatzkommandos mit dem Tatverdächtigen Ali B. vor der Befragung in Wiesbaden. (9. Juni 2018) Der 20-Jährige Iraker wurde am Sonntag in Wiesbaden dem Haftrichter vorgeführt. Ali B. wird verdächtigt, die 14-jährige Susanna F. aus Mainz vergewaltigt und getötet zu haben. Am Mittwoch wurde die Leiche des 14-jährigen Mädchens gefunden. Sie wurde durch «Gewalteinwirkung auf den Hals» getötet. Die Afd hielt im Bundestag eine Schweigeminute für die getötete Susanna ab. Kritiker werfen der Partei vor, das Opfer politisch zu instrumentalisieren. (8. Juni 2018) Der Mord habe sie tief erschüttert, sagte die Kanzlerin am Samstag am Rande des G7-Gipfels in Kanada. In Deutschland schlägt der Fall hohe Wellen: Im Gedenken an das Mordopfer Susanna legen Menschen in Wiesbaden Blumen, Fotos und persönliche Botschaften nieder. Kerzen, eine Engelsfigur und persönliche Trauerbekundungen liegen in der Nähe des Leichenfundortes von Susanna F. Dieter Romann, Chef der deutschen Bundespolizei, im Gespräch mit Bundesinnenminister Horst Seehofer im Mai 2018. Romann war beim Flug des Tatverdächtigen von Erbil nach Frankfurt dabei und lobte die Zusammenarbeit mit den kurdischen Sicherheitsbehörden.

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Der Tatverdächtige im Mordfall der 14-jährigen Susanna soll Presseberichten zufolge am Samstagabend auf dem Frankfurter Flughafen landen. Dies meldeten der «Wiesbadener Kurier» und die Mainzer «Allgemeine Zeitung» am Samstag. Ali B. werde in Gewahrsam der Bundespolizei aus dem Irak nach Frankfurt gebracht, so die Zeitungen. Die Bundespolizeidirektion am Frankfurter Flughafen bestätigte die Berichte auf Anfrage nicht. Es sei dazu nichts bekannt, hiess es.

Der 20-jährige Verdächtige war in der Nacht zum Freitag im Nordirak von kurdischen Sicherheitsbehörden festgenommen worden. Ali B. hat gestanden, Susanna getötet zu haben, wie der örtliche Polizeichef Tarek Ahmed gemäss deutschen Medien in einem Interview sagt. Offenbar war ein Streit zwischen B. und der 14-Jährigen vorausgegangen.

Mord sei Auftrag, Integration ernst zu nehmen

Am Samstag äusserte sich erstmals auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Mord am 14-jährigen Mädchen: «Dieser abscheuliche Mord hat ganz Deutschland und auch mich berührt», sagt sie am Rande des G7-Treffens, wie «Bild» berichtet.

Es sei gut, dass der mutmassliche Täter gefasst worden sei und wahrscheinlich nach Deutschland zurückkehre. Das abscheuliche Verbrechen sei ein Auftrag, Integration sehr ernst zu nehmen, Werte klar zu machen und sich gemeinsam an Gesetze zu halten.

Tipp für Verhaftung kam von Familie

Wie «Bild» berichtet, wurde der 20-Jährige von seiner Familie verraten. Laut dem Polizeichef vom irakischen Dohuk sei der entscheidende Tipp von ihnen gekommen.

Das Mädchen war am Mittwoch in Wiesbaden tot aufgefunden worden. B. war Anfang Juni mit seiner Familie von Düsseldorf aus über die Türkei in den Nordirak geflohen.

(woz/sil/sda/afp)