25. Dezember 2006 18:29; Akt: 26.12.2006 07:51 Print

An Heiligabend: Fünfjähriger von Mutter erdrosselt

Ein fünfjähriger Junge ist an Heiligabend in Erfurt von seiner Mutter mit einem Leintuch erstickt worden. Vor der Tötung hatte der Vater die Wohnung im Streit verlassen.

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Nach einem Ehestreit an Heiligabend hat eine 29-jährige Frau in Erfurt ihren fünfjährigen Sohn Marvin mit einem Tuch erdrosselt. Am Montag gestand die arbeitslose Verkäuferin das Verbrechen bei der polizeilichen Vernehmung. Wie Oberstaatsanwältin Anette Schmitt mitteilte, hat sie über ihr Motiv nichts gesagt. Nach Polizeiangaben hatte sie nach der Tat einen Suizidversuch unternommen. Ein Richter des Amtsgerichts erliess am Abend Haftbefehl wegen Verdachts des Totschlags.

Vor dem Verbrechen hatte es einen heftigen Streit zwischen den Eheleuten gegeben, so dass der Mann die Wohnung verliess. Solche Auseinandersetzungen hatte es Schmitt zufolge schon häufiger gegeben. Die Tatzeit liegt laut Staatsanwaltschaft zwischen 20.00 und 23.00 Uhr. Der Vater sei danach zurückgekehrt und habe Marvin tot vorgefunden. Er rief nach Angaben Schmitts zunächst seine Eltern an, die zu ihm eilten. Der Grossvater des Jungen informierte dann gegen 00.40 Uhr die Polizei.

Die 29-jährige Mutter des Kindes wurde festgenommen. Sie war zunächst nicht vernehmungsfähig und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Vernehmung fand dann in den Mittagsstunden des ersten Weihnachtstags statt. Die Leiche des Jungen wurde obduziert.

Erst Mitte Dezember war in Sömmerda in der Nähe von Erfurt ein Kleinkind nach offensichtlichem Verschulden der Eltern gestorben. Nach Darstellung der Ermittler war der knapp zehn Monate alte Säugling Leon Sebastian zusammen mit seiner zweijährigen Schwester allein in der Wohnung zurückgelassen worden und nach Tagen verdurstet. Im Fall des getöteten Fünfjährigen in Erfurt gab es laut Polizei am Samstag zunächst keine Anhaltspunkte für eine Vernachlässigung des Kindes durch die Eltern.

(ap)