Missbrauchsfall Freiburg DE

15. Februar 2018 14:56; Akt: 15.02.2018 15:28 Print

Anklage gegen St. Galler Pädophilen erhoben

Gegen den Schweizer (37), der in Deutschland übers Internet einen 9-Jährigen «gekauft» und missbraucht hatte, ist Anklage erhoben worden. Vorbestraft ist der Mann nicht.

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Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat Anklage erhoben gegen einen 37-jährigen Schweizer aus dem Kanton St. Gallen. Der nicht vorbestrafte Mann soll sich wegen schwerer Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie gefährlicher Körperverletzung verantworten (Symbolbild). (Bild: Keystone/AP/Michael Probst)

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Im Fall des jahrelang sexuell missbrauchten Jungen aus dem süddeutschen Staufen ist neben einem 49-jährigen Deutschen auch Anklage gegen einen 37-jährigen Schweizer erhoben worden.

Das Landgericht Freiburg wird in den nächsten Wochen darüber entscheiden, ob die Anklagen zulässig sind und Hauptverfahren eröffnet werden, teilte die Staatsanwaltschaft Freiburg mit. «Das Gericht wird die Klage mit 99 Prozent Wahrscheinlichkeit zulassen», sagte Oberstaatsanwalt Michael Mächtel zu 20 Minuten.

Insgesamt acht Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft, darunter die 47 Jahre alte Mutter eines heute Neunjährigen und ihr Freund. Dem Paar wird vorgeworfen, den Buben seit 2015 für Sex im Internet angeboten haben.

Schweizer war nicht aktenkundig

Der 37-jährige Schweizer aus dem Kanton St. Gallen soll sich unter anderem wegen schwerer Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie gefährlicher Körperverletzung verantworten. Den Ermittlungen zufolge war der Beschuldigte zwischen Spätherbst 2016 und Januar 2017 dreimal in den Breisgau gefahren, um das Kind zu vergewaltigen.

Während zwei der Verdächtigen bereits aktenkundig waren, ist der Schweizer Angeklagte aus dem Kanton St. Gallen bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten, wie Oberstaatsanwalt Mächtel bestätigte.

Hausdurchsuchungen in St. Gallen

Zu einzelnen Ermittlungsmassnahmen im Fall des Schweizers konnte Mächtel noch keine nähere Auskunft geben. Doch offenbar war es in St. Gallen zu Hausdurchsuchungen gekommen, und es waren elektronische Speichermedien sichergestellt worden. Die Auswertung des Materials dürfte eine nicht unwesentliche Rolle bei der Anklageerhebung der Staatsanwalt gespielt haben.

Wo genau sich der Schweizer in Untersuchungshaft befindet, konnte Mächtel nicht sagen: «Zum genauen Haftort hier in Deutschland werden aus Sicherheitsgründen grundsätzlich keine Angaben gemacht.»

Auch dem 49-jährigen Deutschen werden besonders schwere Vergewaltigung und besonders schwere Zwangsprostitution vorgeworfen. Der Mann sei am 25. Oktober 2017 an seinem Standort in einer Kaserne in Frankreich festgenommen worden, hiess es. Die vorgeworfenen Taten seien teilweise als Video an Dritte weitergegeben worden.

Ein erster Prozess im Freiburger Fall könnte Justizkreisen zufolge im Frühjahr beginnen.

(gux/sda)