«Real Housewives of Isis»

05. Januar 2017 12:39; Akt: 05.01.2017 12:56 Print

BBC veräppelt Isis-Bräute mit bitterböser Satire

«Es sind nur noch drei Tage bis zur Enthauptung und ich habe keine Ahnung, was ich anziehen soll.» So nehmen Satiriker IS-Frauen aufs Korn.

Umstrittene Show im britischen TV: «Real Housewives of ISIS». (Video: TamediaWebvideo mit Material von Facebook/BBC Two)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Auf dem britischen Sender BBC Two läuft seit dieser Woche die neue Satire-Serie «Revolting». Vor allem eine Sketch-Serie der bekannten Komödianten Heydon Prowse und Jolyon Rubinstein sorgt für Aufregung: «The Real Housewives of Isis».

Umfrage
Gefällt Ihnen der «The Real Housewives of ISIS»-Sketch?
78 %
8 %
9 %
5 %
Insgesamt 3647 Teilnehmer

In der Sendung werden Frauen aus dem Westen aufs Korn genommen, die via Internet mit islamistischen Extremisten angebandelt haben, wie der «Kurier» schreibt.

«Was für eine Schlampe. Sie wusste, dass ich die Weste habe»

«Es sind nur noch drei Tage bis zur Enthauptung und ich habe keine Ahnung, was ich anziehen soll», sagt Afsana. Später führt sie ihren Freundinnen eine Sprengstoffweste vor und fragt: «Was haltet ihr davon? Ahmed hat mich gestern damit überrascht.»

Ihre Kollegin antwortet mit «Du siehst fantastisch aus», während sie den Hashtag «Tod im Westen» und IS-Emojis in ihr Smartphone tippt. Als dann eine andere Ehefrau mit derselben Weste auftaucht, kommt es zum Streit. «Was für eine Schlampe. Sie wusste, dass ich diese Weste habe.» Zwischendurch sind Kriegsbilder aus Syrien zu sehen.

TV-Show macht sich über Extremisten-Frauen lustig

Show macht sich über Frauen wie die «Weisse Witwe» lustig

Wie der Komiker Prowse sagt, habe die BCC die kontroversen Gags unverändert gelassen. Es ginge schliesslich nicht darum, Witze über den IS zu machen, sondern über die Thematik der Online-Anbahnung. «Es geht um die Menschen, die für diese Art der Kontaktaufnahme anfällig sind», erklärt auch Rubinstein.

Damit meint er Frauen, wie beispielsweise die als «Weisse Witwe» bekannte Samantha Lewthwaite, so der «Kurier». Ihr in Jamaika geborener Ehemann und Islamist Germain Lindsay hatte sich am 7. Juli 2005 mit drei anderen in der Londoner U-Bahn in die Luft gesprengt.

Unsensibel oder schwarzer Humor?

In den britischen Medien wird «The Real Housewives of Isis» kontrovers diskutiert. Die Sendung verharmlose die schreckliche Situation, in der sich vom IS gefangen gehaltene Frauen befinden, so die Kritik vieler gemäss dem «Mirror». Eine Frau sagt im Sketch: «Ich bin so froh, dass ich hierhergezogen bin. Es ist genau so, wie die Männer mir im Chat versprochen hatten.» Dann schrubbt sie den Boden.

Auf sozialen Medien finden einige die Show unsensibel und «alles andere als lustig». Für andere ist es typisch britischer Humor.


Der amerikanische Schauspieler findets zum lachen.


Diese Frau findet es widerwärtig.

(vbi)