Indonesien

19. Februar 2018 17:46; Akt: 19.02.2018 18:17 Print

Bauern haben Affe mit 130 Schüssen niedergestreckt

Mit 130 Schüssen wurde vor zwei Wochen ein Orang-Utan auf Borneo umgebracht. Vier Indonesier haben die Tat nun gestanden.

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Der Tod des Orang-Utans, der vor zwei Wochen mit etwa 130 Schüssen getötet wurde (20 Minuten berichtete), ist offenbar aufgeklärt. Insgesamt vier Bauern hätten die Tat gestanden, sagte der Polizeichef des Bezirks Kutai auf der Insel Borneo, Teddy Ristiawan, am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Wie die indonesischen Bauern aussagten, wollten sie das Tier eigentlich nur verscheuchen, weil es die Ernte ihrer Ananas- und Palmölplantage zerstört habe.

Der von Kugeln eines Luftgewehrs durchsiebte Kadaver des Orang-Utans war vor zwei Wochen entdeckt worden. Der Menschenaffe wurde offenbar auch durch Macheten verwundet. Die mutmasslichen Täter sitzen in Untersuchungshaft. Ihnen drohen wegen der Tötung eines geschützten Tieres bis zu fünf Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von umgerechnet bis zu etwa 6000 Euro. Ein fünfter Verdächtiger sei wieder freigelassen worden, weil er erst 13 Jahre alt sei, wie Ristiawan sagt.

Orang-Utan geköpft

Zuvor hatte die Polizei auf Borneo bereits zwei Arbeiter einer Kautschukplantage festgenommen, weil sie mehrere Mal auf einen Orang-Utan geschossen und das Tier dann enthauptet haben sollen. Der kopflose Kadaver des Affen war in einem Fluss an der Grenze zu Malaysia gefunden worden.

Erst vergangene Woche wurde im Fachblatt «Current Biology» eine Studie veröffentlicht, wonach auf Borneo der Bestand seit 1999 um 150'000 Exemplare zurückgegangen sei. Als Hauptursache wurde die Abholzung von Wäldern für die Papierindustrie, Palmöl-Plantagen und den Bergbau genannt. Zudem versuchen Wilderer, Orang-Utans einzufangen, um sie als Haustiere zu verkaufen.

Der Borneo-Orang-Utan und der Sumatra-Orang-Utan stehen auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten der Weltnaturschutzunion (IUCN).

(oli/afp)