24. Oktober 2006 06:10; Akt: 24.10.2006 06:20 Print

Briten machens früher

Die englischen Jugendlichen haben früher Sex als ihre Altersgenossen im übrigen Europa. Die Zahl der Teenagerschwangerschaften ist nirgends höher als in England.

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Das sind die Ergebnisse einer Studie, die das Forschungsinstitut IPPR gestern in London vorstellte.

Demnach hatten im Zeitraum zwischen 2001 und 2002 schon 38 Prozent aller 15-Jährigen im Vereinigten Königreich Sex, zehn Prozent mehr als ihre Altersgenossen in Deutschland, Schweden und Finnland und fast dreimal so viele wie in Polen oder Spanien.

Gleichzeitig ergab die Studie, dass die jungen Briten bei der Benutzung von Kondomen an drittletzter Stelle lagen, während sexuell übertragbare Krankheiten wie Chlamydien, Herpes und Syphillis auf dem Vormarsch sind. Zudem hat Grossbritannien die höchste Rate an Teenager-Schwangerschaften in ganz Europa.

Um diese Situation nicht zu verschlimmern, müsse das Bildungssystem des Landes geändert werden, forderten die Forscher. Sie empfahlen, künftig bereits im letzten Jahr der Grundschule, also im Alter zwischen zehn und elf, Sexualkundeunterricht zu erteilen.

Teenager müssten zudem Zugang zu allen Verhütungsmitteln haben. Kondome sollten für Jugendliche kostenlos oder zu niedrigen Preisen an von ihnen stark besuchten Orten wie Sportzentren und Schulen zu haben sein.

(sda)