Hühnermist-Glücksspiel

09. Dezember 2012 11:00; Akt: 09.12.2012 11:00 Print

Chicken Shit Bingo erobert die USA

von Martin Suter - Die Kacke fällt nicht weit vom Huhn. Doch wohin, weiss keiner. Von Texas ausgehend, entwickelt sich Chicken Shit Bingo deshalb zur Konkurrenz des Kuhfladenbingos.

Chicken Shit Bingo in Ginny's Little Longhorn Saloon in Austin, Texas. (Video: Youtube/cjcanner)
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Wer sagt, dass sich fürs Glückspiel um Kot nur Kühe eignen? Barbetreiber in Texas haben herausgefunden: Was dem Grossvieh recht ist, ist dem Federvieh billig. Nach dem gleichen Prinzip wie beim in der Schweiz beliebten Kuhfladenbingo – allerdings mit erheblich geringerem Aufwand – entwickelten sie ein Glückspiel mit Hühnern. Unter dem Namen Chicken Shit Bingo erobert es Amerikas Festhütten.

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Fürs Hühner-Bingo braucht es keine Weide. In Ginny’s Little Longhorn Saloon reicht dafür ein Tisch. Das winzige Musiklokal in Austin, Texas, ist der unbestrittene Ursprungsort des aktuellen Chicken-Bingo-Trends. Seit elf Jahren steckt die Besitzerfamilie dort jeden Sonntag Nachmittag ein Huhn in einen Käfig. Dessen Wände sind aus einfachem Maschendraht, der Boden besteht aus quadratischen Feldern in zufälliger Anordnung der Zahlen 1 bis 54.

Winner takes it all - Bar geht leer aus

Wenn das Huhn die im ganzen Käfig verstreuten Körner zu picken beginnt, steigt die Stimmung unter den umstehenden Bargästen. Sie haben vorher schon zum Preis von zwei Dollar ein Ticket mit einer der 54 Zahlen gekauft, und nun feuern sie das Huhn an, endlich sein Häufchen abzudrücken und zwar möglichst auf dem Feld mit ihrer Zahl. Je nachdem, wie voll der Hühnermagen ist, dauert das Minuten oder Stunden. Während des bangen Wartens spielt die Hausband mit Dale Watson «lüpfige» Country Musik.

Hat sich der Vogel erleichtert, gewinnt jener Teilnehmer, auf dessen Feld der grösste Teil des Kothäufchens zu liegen kommt. Dem Sieger winkt der ganze Jackpot mit 114 Dollar. Pro Abend können die Saloon-Gäste in drei Runden mitwetten. Der Saloon geht leer aus, andernfalls würde es sich um kommerzielles Glücksspiel handeln.

Das Spiel wurde von Don Kalmbach ersonnen, dem verstorbenen Gatten von Barbesitzerin Ginny. Sein Chicken Shit Bingo machte den Saloon berühmt, nachdem er in Stadtführern als eine von Austins skurrilen Attraktionen aufgeführt worden war. Seitdem kommen zunehmend auch andere Orte auch auf den Geschmack.

Nur Besitzerin darf das Tier berühren

Nach einer Übersicht im «Wall Street Journal» gab es Chicken Shit Bingos diesen Herbst an einer Autoshow in Illinois sowie an Schulfesten in Kalifornien und Kansas. Zwei amerikanische Auswanderer trugen das Spiel bis in die Wahoo’s Lounge im südamerikanischen Belize, wo jeden Donnerstag «The World Famous Chicken Drop» über die Bühne geht.

Tierfreunde gehen gegen das Hühnerbingo (noch) nicht auf die Barrikaden. Dem «Journal» gelang es jedoch, der radikalen Tierschutzgruppe PETA - «People for the Ethical Treatment of Animals» - einen kritischen Kommentar zu entlocken. «Eine dicht gedrängte Bar oder ein Stadion mit schreienden Zuschauern sind für Hühner ebenso ungeeignete Orte wie eine Fabrikfarm», sagte eine PETA-Sprecherin in Virginia. «Menschen können Formen von Unterhaltung erfinden, die weniger gedankenlos ausbeuterisch sind.»

In Ginny’s Little Longhorn Saloon ist von solchem Protest nichts zu hören. Wie Besucher berichten, werden die Hühner dort gut behandelt. Niemand ausser der Besitzerin darf das Tier berühren. Und nach jeder Runde darf sich das Huhn eine Weile lang erholen. Stress will niemand – am wenigsten die Besucher des Chicken Shit Bingo.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • snow97 am 09.12.2012 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wiso

    müssen bei jedem neuem immer gleich die tierschützer kommen? auch wenn es noch so sinnlos ist aber dem nichts zuleide getan wird... jedesmal tierschutz tierschutz tierschutz

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  • Oli Jordan am 09.12.2012 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues

    Dass gibt es auf der moosalp schon lange... Nur mit Kühen, aber witzig...

  • ...... am 09.12.2012 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chuefladebingo

    Gibts am watterfest (milchfest) auch. Heisst kuhfladenbingo :D

Die neusten Leser-Kommentare

  • snow97 am 09.12.2012 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wiso

    müssen bei jedem neuem immer gleich die tierschützer kommen? auch wenn es noch so sinnlos ist aber dem nichts zuleide getan wird... jedesmal tierschutz tierschutz tierschutz

    • Chicken friend am 10.12.2012 10:30 Report Diesen Beitrag melden

      Stress fürs Huhn

      Ich finde auch dass für jegliche Art von Unterhaltung überhaupt keine Tiere missbraucht werden sollten. Für die meisten Menschen ist Tierquälerei nur, was das Tier körperlich verletzt. Aber stell dir mal vor, jemand würde dich in einen Käfig stecken, eine Gruppe Aliens steht drumherum und macht Lärm, du hast keine Artgenossen bei dir und weisst nicht was passiert. Wenn das Huhn wüsste, dass ihm nichts geschieht, wärs was anderes.

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  • nise am 09.12.2012 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    ------

    ich finde stierkampf viel interessanter...

    • blabli blabla am 10.12.2012 10:11 Report Diesen Beitrag melden

      tierquälerei

      chicken shit ist wenigstens keine tierquälerei im gegensatz zu stierkampf!

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  • Oli Jordan am 09.12.2012 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues

    Dass gibt es auf der moosalp schon lange... Nur mit Kühen, aber witzig...

  • Güggel Henry am 09.12.2012 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    ja man sieht es

    Die Welt verblödet zusehens

  • T. Cavalli am 09.12.2012 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kennt jemand den Film Idiocracy?

    Ich werde bei solchen "News" regelmässig daran erinnert.

    • idiocracy am 09.12.2012 18:39 Report Diesen Beitrag melden

      haha

      Finde es toll, dass ich nicht der einzige bin. :-)

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