Gerichtsfall

14. Dezember 2017 03:23; Akt: 14.12.2017 03:33 Print

Chirurg hinterliess auf Leber seine Initialen

Ein Vergehen, das es im Strafrecht noch nie gegeben hat: Ein Brite gesteht, bei zwei Operationen «SB» auf das transplantierte Organ eingraviert zu haben.

storybild

In britischen Birmingham bekannte sich ein Chirurg schuldig: Ein Arzt bereitet sich auf eine Nierentransplantation vor. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Molly Riley)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein britischer Chirurg hat gestanden, bei zwei Lebertransplantationen seine Initialen auf den eingesetzten Organen hinterlassen zu haben. Der 53-Jährige bekannte sich am Mittwoch vor einem Gericht in Birmingham der Körperverletzung schuldig.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Arzt vor, gezielt unter Narkose stehende Patienten verletzt zu haben. Dies sei nicht nur aus ethischer Sicht falsch, sondern auch kriminell. Der Angeklagte hatte bei den Eingriffen im Queen-Elizabeth-Krankenhaus in Birmingham seine Initialen mit einem sogenannten Argon-Laser in die Lebern eingraviert. Dieses Instrument wird bei Operationen vor allem verwendet, um Blutungen zu verhindern. Laut britischen Medienberichten fiel die Gravur «SB» bei einem der beiden Opfer bei einer Nachfolge-Operation auf.

Der Staatsanwalt sagte, ein solches Vergehen habe es «im Strafrecht noch nie gegeben». Das Vorgehen des Arztes habe einiges an Fähigkeiten und Konzentration erfordert. Der Angeklagte habe nicht nur einmal gehandelt, sondern seine Tat wiederholt. Dem Staatsanwalt zufolge handelte der Arzt im Beisein von Kollegen. Das Urteil soll am 12. Januar fallen. Der Arzt befindet sich gegen Kaution auf freiem Fuss.

(roy/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr. NoGo am 14.12.2017 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absolut...

    ....unethisch! Zu Recht hat der Arzt eine Strafe verdient. Er hat mit der Verbrennung durch seine Initialen das transplantierte Organ gefährdet und geschwächt. Damit hat er das Leben des Patienten gefährdet. Unnötig und unlustig!

    einklappen einklappen
  • motzi am 14.12.2017 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    transplat

    er hat seine arbeit in dem fall sicher gut gemacht. ansonsten hätte er wohl kaum sein kennzeichen hinterlassen. ;) ich hatte auch schon ne OP bei dem körpereigene teile neu verpflanzt wurden. würd ich erfahren, dass da der chirurg seine initialen draufgestempelt hat würd ich lachen. solange es die funktion und lebensdauer nicht beinträchtigt, zudem es niemand sieht ist mir das doch wurst!

  • Expat am 14.12.2017 04:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für mich kein Gerichtsfall

    Ich würde es Ihm nicht übel nehmen, wenn er dafür die Transplantation perfekt durchgeführt hat. Warum vor Gericht ziehen, das kann man bei einem guten Essen untereinander lösen. Die Menschheit versucht alles von dritten in diesem Fall von Gerichten lösen zu lassen. Das braucht man aber nur, wenn man sich nicht untereinander einig wird. Das setzt aber gesunden Menschenverstand voraus, eventuell ist der der westlichen Zivilisation verloren gegangen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniela am 14.12.2017 13:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn doch die...

    ...neue Leber fachgerecht und ohne Komplikationen implantiert werden konnte, stören doch diese Initialen nicht, im Gegenteil, man kann doch stolz sein auf die gute Arbeit des Chirurgen, Initialen hin oder her. Im Gegensatz zu schlechten Tattoos auf den Körperstellen, sieht man diese Initialen nicht.

  • DrBünzlibürger am 14.12.2017 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wooop

    Da hat wohl einer ein ähnliches Problem wie der Herr aus den USA mit dem gelben Filztoupet genannt Narzissmus. Welcome in der heutigen Gesellschaft.

  • Mary S. am 14.12.2017 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Passt doch

    Organtransplantation ist sowieso ein grenzüberschreitendes Business. Dass einige Leser hier diesen Fall nicht so schlimm finden zeigt klar, wie schleichend und manipulativ sich sowas etabliert.

  • sunshine am 14.12.2017 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Kunst für alle...

    Der gute Mann sah sich bestimmt als Künstler, der sein Werk signiert. Am lebenden Objekt leider nicht gerade die feine Art.

  • Conny am 14.12.2017 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Weitere Beteiligte?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Arzt bei einer Transplantation alleine am Patienten rumschnippelt ... Da ist doch noch Assistenzpersonal zugegen? Und die wollen das nicht bemerkt haben, oder wie?